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Mit langem Vorlauf: Der Bau des Einheitsdenkmals beginnt

Nun beginnt der Bau also doch noch: Nach jahrelangen Verzögerungen und intensiven Diskussionen um Ort und Gestaltung eines Einheitsdenkmals beginnt der Bau des Denkmals nach einem Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Milla & Partner.

An der westlichen Seite des Humboldt Forums entsteht eine weitere Baustelle

An der westlichen Seite des Humboldt Forums laufen derzeit die umfangreichsten Bautätigkeiten der riesigen Baustelle. Neben der Fertigstellung der Kuppel und des Eosanderportals wird zeitgleich auch an den dort liegenden Zugängen zum zukünftigen U-Bahnhof Museumsinsel gearbeitet.

Nun kommt hier noch eine weitere Baustelle hinzu: Auf der sogenannten “Schlossfreiheit” wird das Einheitsdenkmal errichtet. Es entsteht an der Stelle, wo bis 1949 das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal stand. Das im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt gebliebene Denkmal wurde auf Befehl der SED-Führung im Zuge der Sprengung des Stadtschlosses abgetragen.

Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989

Das nun entstehende Bauwerk wird sich aber keineswegs mit Kaiser Wilhelm und dessen Geschichte befassen. Die in vielen Medien als  “Einheitswippe” umschriebene Installation wird an die friedliche Revolution im Herbst 1989 in der ehemaligen DDR und die folgende Wiedervereinigung Deutschlands ein Jahr später erinnern.

Die verantwortlichen Architekten äußern sich zu ihrem Entwurf wie folgt: “Es ist als begehbares, kinetisches Objekt konzipiert, dessen Erscheinungsbild die Besucher durch Partizipation und Interaktion jeden Tag mitgestalten. Indem sie sich das Denkmal aktiv aneignen, wird es lebendig. Es lädt ein zur Kommunikation und zu einem gemeinsamen Handeln, das über die traditionelle Denkmalbetrachtung hinausgeht.

Die Fertigstellung soll bis Ende 2021 erfolgen, Der Zugang wird barrierefrei

Auch wenn das zukünftige Denkmal das Thema Wiedervereinigung in den Mittelpunkt stellt, wird es dennoch einen – zumindest baulichen – Bezug zum einstigen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal geben: Die bewegliche Schale und ihre Zugänge werden als eigenständige, zeitgenössische architektonische Schicht auf den alten Sockel aufgesetzt.

Dieses “Prinzip der Schichtung” erlaubt es, die unterschiedlichen Ebenen des alten und des neuen Denkmals miteinander zu verbinden. Die Geschichte des Ortes soll dadurch lesbar bleiben.

Die sichere und barrierefreie Nutzung des Denkmals wird gewährleistet durch die Ausführung gemäß der Berliner Bauordnung und die entsprechenden Vorschriften zu barrierefreiem Bauen. Bis Ende 2021 soll das Mahnmal fertiggestellt werden. Auf das Ergebnis darf man äußerst gespannt sein.

Grafiken: © Milla & Partner

 

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