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Berlin wird niemals aufhören, sich fortwährend neu zu erfinden. Davon handelt dieser Blog.

“Schöneberger Linse”: Am Südkreuz entsteht ein neues Stadtviertel

Am südlichen Rand des S-Bahnrings, direkt am Bahnhof Südkreuz, entsteht derzeit ein völlig neues Stadtviertel. Das Projekt trägt den inoffiziellen Namen “Schöneberger Linse”, der sich von der durch Straßen und Bahngleisen gebildeten Grundstücksform ableitet.

Ursprüngliche Planung war die Verlängerung der Autobahn A 103

Ursprüngliche Planungen des Senats hatten vorgesehen, über dieses Areal die nördliche Verlängerung der Autobahn  A 103 zu führen, die sogenannte “Westtangente”. Diese Planungen wurden aber schon vor Jahren verworfen, so dass ein bereits 2009/2010 durchgeführtes Werkstattverfahren die Urbanisierung des Geländes konzipiert und vorgeschlagen hatte.

Ein Jahrzehnt später lässt sich deutlich erkennen, was aus den Vorschlägen dieses Werkstattverfahrens geworden ist. Zentral am Sachsendamm und der Hedwig-Dohm-Straße gelegen, wachsen derzeit zwei Bürogebäude in die Höhe, die vom Unternehmen LIP Ludger Inholte Projektentwicklung realisiert werden. In dem Sieben- beziehungsweise Acht-Geschosser sollen Flächen für Unternehmen aller Art bereitgestellt werden.

Neue Unternehmenszentrale von Vattenfall entsteht

Das Unternehmen EDGE Technologies, welches in Berlin unter anderem schon Projekte am Hauptbahnhof oder auf dem Mediaspree Areal realisiert, baut die neue Deutschland-Zentrale von Vattenfall. Das Gebäude entsteht direkt gegenüber der zwei LIP-Bürobauten, ebenfalls direkt am Sachsendamm und der Hedwig-Dohm-Straße.

Der Energiekonzern wird in ein riesiges Holz-Hybrid-Gebäude einziehen. Es wird zukünftig Platz für 2.000 Mitarbeiter von Vattenfall und dem Tochterunternehmen Stromnetz Berlin bieten. Sowohl im Inneren als auch an der Fassade wird an vielen Stellen auf den nachwachsenden Rohstoff Holz gesetzt.

Fast 900 Wohnungen entstehen auf dem Areal

In unmittelbarer Nachbarschaft, am Sachsendamm 67 bis 70, baut die die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag insgesamt 71 Wohnungen. Weitere Wohnhäuser mit einer deutlich größeren Anzahl an Wohneinheiten errichtet das schwedische Unternehmen Bonava.

Insgesamt schafft Bonava auf einem Grundstück zwischen Sachsendamm und Tempelhofer Weg vier Häuser mit 161 Eigentumswohnungen. Das Projekt trägt den Namen „Schöneberger Höfe“ und wird auch eine Kita mit 20 Plätzen beinhalten. Die Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant.

Der auf dem Bauareal mit Abstand größte Investor in Sachen Wohnungsbau ist das Unternehmen Hines. Zwischen Tempelhofer Weg und S-Bahnring entstehen insgesamt 655 Wohneinheiten. Die Wohnungen grenzen direkt an einen BSR-Hof, der zum Ende des Jahres allerdings geschlossen werden soll.

Zwei neue Kitas ergänzen die Wohnhäuser

Das Wohngebäude ist in zehn eigenständige Häuser untergliedert. 116 Wohnungen davon sind vom Land Berlin gefördert und deshalb mit einer Mietpreis- und Belegungsbindung versehen. An der Gotenstraße entsteht zudem eine weitere Kindertagesstätte.

Die Gerüchte, dass am Hildegard-Knef-Platz noch ein weiterer Büroturm entstehen soll und das Unternehmen BSR hier womöglich seine neue Firmenzentrale errichtet, haben sich noch nicht bestätigt. Das entsprechende Grundstück gehört zwar der BSR, eine Entscheidung sei hier wohl aber noch nicht gefallen.

Gerüchte um neue BSR-Unternehmenszentrale

Unabhängig davon gehört das Entwicklungsgebiet “Schöneberg-Südkreuz”, wie es offiziell heißt, zu den interessantesten Projekten der Stadt und ist zudem über S-Bahnring, Nord-Süd-S-Bahntrasse, Regionalbahnverbindungen und die Stadtautobahn hervorragend angebunden.

Nicht ohne Grund haben sich hier bereits zahlreiche Unternehmen angesiedelt, etwa im “Naumann Park” oder im direkt benachbarten “Euref Campus”. Beide Areale profitieren von einer weiteren Belebung des Areals durch noch mehr Berufstätige und neue Nachbarn. Dass den neuen Bewohnern kurze Wege für Einkäufe und Dienstleistungen geboten werden, machen das Gebiet umso attraktiver.

Bezieht man diese beiden Areale in die Betrachtung mit ein, gehört die städtebauliche Entwicklung dieses Gebietes zu den spannendsten Projekten, die in der Hauptstadt in den vergangenen zehn Jahren umgesetzt wurden. Und die Zukunft verspricht hier weitere, innovative Entwicklungsprojekte.

 

Rechts entstehen zwei Bürogebäude des Unternehmens LIP, links baut das Unternehmen EDGE die neue Vattenfall Unternehmenszentrale

Direkt neben den Büroneubauten entstehen Wohnhäuser

Bereits fast fertig: 655 Wohnungen des Unternehmens Hines

Die 655 Wohnungen liegen direkt neben einem BSR-Hof, der zum Jahresende schließen soll

Direkt am S-Bahnring: Die fast fertiggestellte Wohnanlage des Unternehmens Hines

Neue Nachbarn: Direkt neben dem Entwicklungsgebiet “Schöneberger Linse” liegt der populäre “Euref Campus”

 

On the southern edge of the S-Bahn ring, directly at Südkreuz station, a completely new city district is currently being created. The project bears the unofficial name “Schöneberger Linse”, which is derived from the shape of the property formed by streets and railway tracks.

ORIGINAL PLANNING WAS THE EXTENSION OF THE A 103 MOTORWAY

The original plans of the Senate had envisaged that the northern extension of the A 103 motorway, the so-called “west tangent”, would run through this area. However, these plans were rejected years ago, so that a workshop procedure carried out in 2009/2010 had already designed and proposed the urbanisation of the area.

A decade later, it is clear to see what has become of the proposals of this workshop procedure. Centrally located on Sachsendamm and Hedwig-Dohm-Strasse, two office buildings are currently rising to the sky, which are being realised by LIP Ludger Inholte Projektentwicklung. The seven and eight-storey buildings will provide space for companies of all kinds.

NEW CORPORATE HEADQUARTERS OF VATTENFALL IS BEING BUILT

The company EDGE Technologies, which already realizes projects at the main station or on the Mediaspree area in Berlin, is building the new German headquarters of Vattenfall. The building is being constructed directly opposite the two LIP office buildings, also directly on Sachsendamm and Hedwig-Dohm-Strasse.

The energy company will move into a huge wood-hybrid building. It will provide space for 2,000 employees of Vattenfall and its subsidiary Stromnetz Berlin. Both the interior and the façade will rely on the renewable raw material wood in many places.

ALMOST 900 APARTMENTS TO BE BUILT ON THE SITE

In the immediate vicinity, at Sachsendamm 67 to 70, the state-owned housing company Gewobag is building a total of 71 apartments. The Swedish company Bonava is building additional apartment houses with a significantly larger number of residential units.

Bonava is creating a total of four houses with 161 freehold flats on a plot of land between Sachsendamm and Tempelhofer Weg. The project is called “Schöneberger Höfe” and will also include a day-care centre with 20 places. Completion is planned for the end of 2021.

By far the largest investor in housing construction on the site is the company Hines. A total of 655 residential units will be built between Tempelhofer Weg and the S-Bahn ring. The apartments are directly adjacent to a BSR courtyard, which is to be closed at the end of the year.

TWO NEW “KITAS” COMPLEMENT THE RESIDENTIAL BUILDINGS

The residential building is divided into ten independent houses. 116 of these apartments are subsidized by the State of Berlin and are therefore subject to rent and occupancy restrictions. In addition, a further day-care centre (“Kita”) is being built on Gotenstrasse.

The rumors that another office tower is to be built at Hildegard-Knef-Platz and that the company BSR might build its new headquarters here have not yet been confirmed. Although BSR owns the land in question, no decision has yet been made.

RUMOURS ABOUT NEW BSR HEADQUARTERS 

Irrespective of this, the development area “Schöneberg-Südkreuz”, as it is officially called, is one of the most interesting projects in the city and is also excellently connected via the S-Bahn ring, the north-south S-Bahn route, regional train connections and the city motorway.

It is not without reason that numerous companies have already settled here, for example in “Naumann Park” or in the directly adjacent “Euref Campus”. Both areas benefit from a further revitalisation of the area through even more working people and new neighbours. The fact that the new residents are offered short distances for shopping and services makes the area all the more attractive.

If these two areas are included in the analysis, the urban development of this area is one of the most exciting projects that have been implemented in the capital over the past ten years. And the future promises further innovative development projects here.

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