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Die Stadt, die immer wird und niemals ist: Berlin wird niemals aufhören, sich fortwährend neu zu erfinden. Darüber berichten wir jeden Tag neu.

Das große Bauen: Streifzug durch das Mercedes Benz Quartier

Das Entwicklungsgebiet rund um die Mercedes-Benz-Arena gehört zu den am schnellsten wachsenden Arealen der Stadt. Innerhalb weniger Jahre sind hier vornehmlich Büro- und Gewerbeflächen entstanden. Zudem haben sich neben der bis zu 17.000 Zuschauer fassenden Arena weitere Entertainment-Angebote wie die kleinere Verti Music Hall, ein Multiplex-Kino und diverse Gastronomie-Angebote angesiedelt. Zudem wurde im vergangenen Jahr ein Einkaufszentrum mit dem Namen “East Side Mall” eröffnet.

Büroflächen, Entertainment, Gastronomie – und einige Wohnungen

Das Unternehmen Zalando besetzt einen Großteil der verfügbaren Büroflächen, mehrere tausend Mitarbeiter arbeiten hier täglich – und es werden mehr. Beim Streifzug durch die funktional gestalteten Gebäude wird deutlich, dass die aufsehenerregendsten Projekte erst noch kommen werden.

Das Hochhaus-Projekt Max & Moritz wird das Gelände genauso dominieren wie der 90 Meter hohe Neubau “Stream“, welcher direkt neben der Mercedes-Benz-Arena entsteht. Das mit Abstand größte und prominenteste Projekt jedoch wird der Neubau des Towers “EDGE East Side Berlin”, welcher zwischen East Side Mall und Warschauer Brücke entsteht und 140 Meter hoch werden soll.

Umstritten ist das gesamte Areal, wie auch viele einzelne Bauprojekte

Genauso umstritten wie dieses Gebäude ist das Neubauprojekt “Pier 61 | 63“, welches direkt auf dem einstigen Mauerstreifen entsteht. “Umstritten” ist überhaupt eine passende Überschrift für das gesamte Areal. Während viele Bewohner der angrenzenden Friedrichshainer und Kreuzberger Kieze das neu geschaffene Areal ablehnen, bedeutet es für den Bezirk, dass hier attraktive Arbeitsplätze auf einem zuvor rudimentär genutzten Gelände entstanden sind.

Wenige alte Gebäude werden auf dem riesigen Gelände zwischen Ostbahnhof, Spree und Warschauer Brücke von neuen, meist kubusförmigen und sachlichen Neubauten eingefasst und mitunter beinahe verdrängt. An einigen Stellen funktioniert das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu recht gut – wie etwa am Alten Postbahnhof. An anderen Stellen ist die Nüchternheit der Gebäude geradezu erdrückend.

Nüchternheit dominiert das Viertel

Es wird interessant zu beobachten sein, wie das neu entstehende Viertel wirken wird, wenn die kommenen Hochhausprojekte abgeschlossen und die letzten verbliebenen Lücken komplettiert sind. Aus heutiger Sicht wird klar, dass dem neuen Areal noch Seele und markante Orientierungspunkte fehlen. Nichtsdestotrotz finden sich in der Fülle der Neubauten auch gelungene Werke.

Eines wird beim Durchstreifen des Viertels deutlich: Ein Ende der Bautätigkeiten scheint längst nicht in Sicht zu sein. Viele Objekte sind noch im Bau, und einige wenige Baufelder sind noch unbebaut. Es wird sicher nicht lange so bleiben.

 

 

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1 Kommentar

  1. Steffen Mehnert Februar 4, 2021

    Am beeindruckendsten finde ich – neben den äußerst phantasievollen Bebauungsstilen – den unbedingten zukunftsweisenden Bezug zu ökologischem, nachhaltigem Gestalten, mit viel begrünten Fassaden, wohl gestalteten Parks, die diese Enge alten Bauens wohltuhend ablösen und in die Mottenkiste der Vergangenheit verweisen, wo sie hingehören…
    So oder ähnlich hätte man berichten können von einem ganzen Stadtteil neuer Bau-Projekte in der dt. Hauptstadt , die auch umfassend Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit der dort angesiedelten Unternehmen verkörpern. Genügend Projekte – Stichwort “Bosco Verticale” bieten Anschauungsmaterial, wie man sich auch noch bei 40°C im Sommer bewegen könnte, ohne ein eigenes Stadtteilkraftwerk für Klimaanlagen nutzen zu müssen.
    Stattdessen hausbackene Langeweile, grobschlächtige Anonymität und viel Nüchternheit, an die wir uns vielleicht gewöhnen sollten, wenn Unternehmen in Asien und anderswo an uns wirtschaftlich vorbeiziehen. Wenn das deutscher Städtebau der Zukunft sein soll, hätte man auch die Bundeswehr bauen lassen können.
    Wer das Museum für in Glas und Beton geklöppelte Denkblockade und Phantasielosigkeit besuchen möchte fahre bis Berlin-Ostbahnhof und steige dort aus…

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