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Die Stadt, die immer wird und niemals ist: Berlin wird niemals aufhören, sich fortwährend neu zu erfinden. Darüber berichten wir jeden Tag neu.

Berlins Next Big Thing: Das “Museum der Moderne” im Kulturforum

Es ist ja nicht so, dass Berlin arm an Museen oder Kultureinrichtungen wäre. Berlin ist die einzige Stadt der Welt, die sich drei Opernhäuser leistet und bietet seinen Einwohnern und Besuchern mit der Museumsinsel schon heute einen der bedeutsamsten Museumsstandorte der Welt an.

Damit aber nicht genug. Direkt nebenan entsteht schon der nächste Kulturtempel, das Humboldt-Forum im Mantel der einstigen Stadtschloss-Fassaden. Trotz Corona-Krise und Brand-Zwischenfall geht man noch immer von einer Eröffnung dieses prestigeträchtigen sowie umstrittenen Projekts bis Ende 2020 aus.

Umstrittenstes Kulturprojekt der letzten Jahre

Umstritten sind in Berlin viele Bauprojekte, womit hier ausdrücklich nicht der allzu oft bemühte “BER”-Neubau in Schönefeld gemeint ist.  Es ist vielmehr die Rede vom “Museum der Moderne”, welches sich anschickt, Berlins nächstes Mega-Kulturprojekt zu werden. Wenn das Humboldtforum nach jahrzehntelanger Planung im Herbst 2020 endlich eröffnen wird, wird einige Kilometer weiter – auf dem Kulturforum, direkt hinter dem Potsdamer Platz – der Bau des nächsten Museums der Superlative in Angriff genommen.

Geplant ist, im zukünftigen “Museum der Moderne” international bedeutende Bestände erstmals dauerhaft und gemeinsam zu präsentieren: die Bestände der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts, die Sammlungen Marx und Pietzsch, Teile der bei den Staatlichen Museen verankerten Sammlung Marzona sowie Werke aus dem Kupferstichkabinett.

Der Neubau wird als Ergänzung der Neuen Nationalgalerie funktionieren

Dabei sollen die Werke sowohl im Sockelgeschoss der Neuen Nationalgalerie (die noch in diesem Jahr nach fünfjähriger Grundsanierung wiedereröffnet wird) als auch und vor allem in den Ausstellungsräumen des Neubaus ausgestellt werden.

Der Neubau, der vom Architekturbüro Herzog de Meuron konzipiert wurde, fungiert also gewissermaßen als Erweiterung der von Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Neuen Nationalgalerie, die als einer der bedeutendsten Museumsbauten der Nachkriegszeit gilt.

Herzog de Meuron gewann den Architekturwettbewerb

Der flache Entwurf von Herzog de Meuron, die in Berlin unter anderem das neue Viertel “Am Tacheles” entworfen haben, welches aktuell gebaut wird, wurde in den Medien und der Öffentlichkeit heftig diskutiert.

Das Büro selbst äußert sich zum Projekt wie folgt: “Das Museum der Moderne wird die Neue Nationalgalerie ergänzen. Beide Häuser werden in Zukunft ein angemessen großer Standort für die Kunst des 20. Jahrhunderts sein. Mit dem Neubau werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die international bedeutenden Bestände der Nationalgalerie gezeigt (…) werden können.”

Inzwischen hat auch der Künstler Gerhard Richter zugesagt, eine große Zahl an Werken für einen eigenen Richter-Saal im neuen Museum zur Verfügung zu stellen, was dem Projekt zusätzlichen Aufwind gibt.

Diskutable Kostenplanung – Fertigstellung bis 2026

Um die Kostenplanung für das Museum hatte es lang anhaltende Diskussionen gegeben, da die ersten Kostenschätzungen deutlich zu gering angesetzt waren. Die jetzt vorliegende Berechnung geht von Baukosten in Höhe von 364 Mio. Euro für den Neubau aus. Auf Basis dieser Planungen ist die Fertigstellung des Gebäudes für das Jahr 2026 vorgesehen. Der erste Spatenstich ist im Herbst 2019 erfolgt.

Mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie des Architekturbüros Herzog de Meuron zeigen wir hier eine ausführliche Visualisierung des zukünftigen Museumsbaus, der das bis heute unvollendet und unstrukturiert wirkende Kulturforum komplettieren soll.

 

© Sämtliche Grafiken: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Herzog de Meuron

 

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