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Karstadt in der Wilmersdorfer Straße: Abriss und Neubau geplant

Die Karstadt-Filiale in der Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg soll voraussichtlich ab 2024 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Bezirk will an das geplante Neubauprojekt konkrete Bedingungen knüpfen.

© Fotos: Wikimedia Commons
Text: Stephanie Engler

 

Die Karstadt-Filiale an der Wilmersdorfer Straße soll im nächsten Jahr geschlossen werden. Der Grundstückseigentümer, das Unternehmen Cofra Holding, will es für Gewerbe, Büros und Wohnen neu bebauen.

Seit über 115 Jahren gibt es das heutige Galeria Karstadt Kaufhof in der Wilmersdorfer Straße 118. Anfang 2024 läuft nun der Mietvertrag aus. Sofern das Warenhaus wirklich schließen sollte, droht dem Gebäude der Abriss.

Karstadt in der Wilmersdorfer Straße:  der Mietvertrag läuft aus

Denn aus einer Antwort des Bezirksamtes auf eine Anfrage der Grünen geht hervor, dass der Eigentümer des Grundstückes anstelle des Kaufhauses neue Wohn- und Geschäftshäuser bauen will. Einen entsprechenden Antrag auf einen Bauvorbescheid hat die Eigentümerin schon gestellt.

 Laut dieser Unterlagen soll der Investor ein „nachhaltiges und zukunftsorientiertes Areal“ aus Holz- und Holz-Hybrid-Konstruktionen mit hohem Biodiversitätsfaktor und nachhaltigem Energiekonzept planen. 

Auf dem Grundstück soll ein nachhaltiges Gebäude in Holz-Hybridbauweise entstehen

Stadtentwicklungsstadtrat Fabian Schmitz-Grethlein (SPD) sagte, dass das Bezirksamt „eine weitergehende ökologische Qualität der geplanten Gebäude vereinbaren und vertraglich absichern“ wolle. 

 Um sich abzusichern, ist daher auch der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages vorgesehen. Da an der Pestalozzistraße und Goethestraße neue Wohnneubauten entstehen sollen, werden auch eine Grundschule und Kita notwendig.

Wilmersdorfer Straße: Städtebaulicher Vertrag soll Eigentümerin binden

Der Vertrag soll die Grundstückseigentümer unter anderem zur Finanzierung dieser Infrastrukturen verpflichten. Das Bezirksamt plant außerdem, einen Anteil mietpreisgebundener Wohnungen durchzusetzen.

 Des Weiteren soll geprüft werden, ob öffentliche Nutzungen und Orte im Sinne des Gemeinwohls integriert werden können. Im Grunde solle das Grundstück jedoch auch weiterhin „eine attraktive Magnetfunktion für die Wilmersdorfer Straße“ haben.

Das Grundstück soll weiterhin dem Gemeinwohl dienen

Der nächste Schritt sieht nun vor, dass sich das Bezirksamt mit dem Investor weiter abstimmt. Denn sobald die vertraglichen Inhalte stehen, soll das Bauprojekt im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt werden. 

Eigentümer der Karstadt-Immobilie ist seit 2016 das Unternehmen Cofra Holding. Nach Angaben des Bezirksamtes ist das Unternehmen keine Tochtergesellschaft der österreichischen Signa-Gruppe. Diese wird zumindest an der Wilmersdorfer Straße nicht in den planerischen Prozess eingreifen. 

Karstadt an der Müllerstraße wird nicht geschlossen, sondern umgebaut

Anders sieht dies beim geplanten Umbau der Karstadt-Filiale am Leopoldplatz im Stadtteil Wedding aus. Signa, welches auch die Verkaufsstandorte am Hermannplatz, am Kurfürstendamm sowie am Alexanderplatz um- und ausbauen möchte, plant nach eigenen Angaben keine Schließung des Standorts an der Müllerstraße.

Am Standort im Wedding soll keine neue Büro-Immobilie entstehen, wie es bei einem vergleichbaren Projekt am Ostbahnhof umgesetzt wurde, sondern das „Kaufhaus der Zukunft„, wie es der Investor ambitioniert benennt. Für den Bezirk Mitte und die Anwohner ist dieses Vorhaben natürlich grundsätzlich eine sehr gute Nachricht.

Wie die Bewertung des Neubauprojekts durch Anwohner und Geschäftsleute an der Wilmersdorfer Straße ausfallen wird, ist hingegen noch nicht abzusehen. Denn noch sind keine konkreten Pläne zum Neubau bekannt.

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Quellen: Berliner Woche, Cofra Holding, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Berliner Morgenpost, Signa Real Estate

 

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