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Friedrichshain: Neuer Ort für Kulturzentrum „Zukunft“

Die Betreiber des Kulturzentrums „Zukunft“ am Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain haben nach intensiver Suche vorerst einen neuen Standort für ihren Kulturbetrieb gefunden. Die Langfristigkeit des neuen Standorts hängt allerdings vom geplanten Weiterbau der A100 ab.

Text: Stephanie Engler
© Fotos: Wikimedia Commons

 

Die Betreiber des kulturellen Zentrums „Zukunft“ am Ostkreuz haben einen neuen Standort gefunden. Das schon angemietete Gelände ist allerdings eine Vorratsfläche für die geplante Bundesautobahn A100.

 Schon seit März 2022 ist der Mietvertrag für den alternativen Kulturstandort ausgelaufen. Gekündigt wurde er schon 2021. Seitdem gab es durch den Grundstückseigentümer mehrere Male erst kurz vor dem Stichtag eine kurzzeitige Vertragsverlängerung.

kurzfristige Vertragsverlängerungen durch den Vermieter

Daher gehörte eine Abschiedsparty schon fast zum Wochenendplan des Zentrums. Die „Zukunft“ in der Laskerstraße nahe dem Ostkreuz beherbergt viele kulturelle Angebote wie ein Kino, einen Biergarten sowie Räume für Theater und Konzerte.

 Was genau auf dem Gelände nun entstehen soll, ist bis heute nicht bekannt. Zu beiden Seiten des Kulturstandorts startet jedoch in den nächsten Wochen der Bau zweier Bürogebäude durch den Investor Trockland. Geplant ist der Bau des Projekts „A Laska“.

Ostkreuz: Kein Platz mehr für die alternative „Zukunft“?

Die neuen Investorenpläne im Laskerkiez sehen zumindest Büro- und Start-up-Neubauten oder Studierenden-Appartements vor, die für das antikommerzielle Projekt wohl keinen Platz mehr übrig lassen.

Das neue Gelände liegt in Alt-Stralau, zwischen dem Club Wilde Renate und den S-Bahn-Gleisen. Die Verhandlungen zogen sich länger als ein Jahr hin und seien erst im Dezember zum Abschluss gekommen, so Andi Sommer vom Kollektiv der „Zukunft“-Beschäftigten. 

Die Zukunft für die „Zukunft“ liegt zwischen „Wilder Renate“ und S-Bahn

Zudem wurden die Verhandlungen intensiv durch die Bezirks- und Landespolitik begleitet. Am vergangenen Freitag veröffentlichte die „Zukunft“, die zum Betreiber der Tilsiter Lichtspiele und des Kinos Intimes gehört, die Nachricht, ein „neues Zuhause“ gefunden zu haben.

Gleichzeitig ging ein Crowdfunding-Projekt an den Start. Darüber sollen mindestens 50.000 Euro für die erforderlichen Baumaßnahmen eingetrieben werden. Am ersten Wochenende konnten bereits rund 13.000 Euro gesammelt werden. So sagte Sommer gegenüber der taz: „Wir hoffen, dass wir spätestens im Sommer den Biergarten eröffnen können.

Der Haken an der Sache: Das Grundstück ist eine Vorratsfläche für die A100

Der Vermieter des Geländes ist wieder die Groß-Berliner-Damm GmbH. Die wiederum hat das Grundstück von der Deutschen Bahn AG, der eigentlichen Eigentümerin, gepachtet.

Wie üblich für Gewerbemieter erhält die „Zukunft“ einen mehrjährigen, aber zeitlich befristeten Mietvertrag. Diese Entscheidung ist liegt vor allem darin begründet, dass das Grundstück eine Vorhaltefläche für den geplanten 17. Bauabschnitt der A100 ist.

Ob dieser Bauabschnitt tatsächlich realisiert wird, ist derzeit noch offen und wird gesellschaftlich wie politisch intensiv diskutiert. Für die „Zukunft“ beginnt mit dem Neustart also gewissermaßen von Beginn an ein Spiel auf Zeit. Aber darin sollten die Betreiber mittlerweile ja genug Übung haben. Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch.

 

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Quellen: „Zukunft“ am Ostkreuz, taz, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, Der Tagesspiegel

 

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