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Modulbau-Schule in Prenzlauer Berg empfängt die ersten Kinder

Auf einem ehemaligen Parkplatz in Prenzlauer Berg entsteht eine Ausweichschule. 200 Schülerinnen und Schüler können in dem ersten Nebengebäude der 48. Grundschule in Pankow schon unterrichtet werden. Insgesamt werden 576 Schulplätze geschaffen.

© Visualisierungen: Gessert + Randecker Generalplaner GmbH
Text: Stephanie Engler

 

Am Velodrom in Prenzlauer Berg steht nun auf einem Parkplatz der Rohbau der 48. Grundschule von Pankow. Erst letzten September wurde die Grundsteinlegung gefeiert und nun schon das Richtfest. 

Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der daraus resultierenden Platznot musste 2020 für etwa 200 Kinder ein Ergänzungsbau errichtet werden. Er wird von einer bereits ausgelasteten Nachbarschule mitbetrieben. Die neue Grundschule sowie der Ergänzungsbau sollen nach ihrer Fertigstellung insgesamt 576 Schülern Platz bieten. 

Erster modularer Schulbau in Pankow

In Pankow handelt es sich bei der 48. Grundschule nun um den ersten Lernort, den Baufirmen ausschließlich aus Fertigteilen zusammengesetzt haben. Durch diese besondere Art der modularen Bauweise ist es dem Bezirk möglich, auf das schnelle Wachstum der Einwohnerzahlen zu reagieren. Ein vergleichbares Projekt entsteht derzeit in Berlin-Dahlem.

Die Bauart ist schnell, kostengünstig und vollständig recycelbar. Sie ist ideal für die derzeitige Zeit explodierender Baukosten und wachsender Schülerzahlen. In Berlin sollen mindestens neun weitere modulare Schulen erbaut werden, sagt Thomas Koller vom Generalunternehmer Goldbeck

Maßnahmen gegen die steigenden Baukosten

An der 48. Grundschule erfolgt nun noch die Endmontage der über 9.000 vorgefertigten Fassadenteile. Die 136 Außenelemente samt Fenstern und vier identischen Geschossdecken wurden in einer Fabrikhalle vorgefertigt. 

Joachim Bädelt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betont: „Es ist das, was wir den steigenden Baukosten entgegenzusetzen haben.“ Die Fertig-Schule am Velodrom kostet rund 41 Millionen Euro. Verantwortlich für den architektonischen Entwurf ist das Stuttgarter Büro Gessert + Randecker Generalplaner GmbH.

östliche Bezirke Berlins leiden unter Schulplatz-Not

Der „Vater des Projekts“, CDU-Politiker Torsten Kühne, fand nach seinem Wechsel nach Marzahn-Hellersdorf auch dort die Not nach ausreichend Schulplätzen vor. Bis Ende des Jahrzehnts brauche auch dieser Bezirk 7.000 neue Schulplätze. „Alle Berliner Ost-Bezirke geben sich bei diesem Thema die Klinke in die Hand“, so Kühne. 

Die Lösung solle auch hier der modulare Schulbau sein. Dies sei die schnellste Antwort auf den Zuwachs an Einwohnern und Schulkindern. 

Schulwege von mehr als 30 Minuten Fahrtweg sind traurige Realität

So groß die Not nach Grundschulen ist, umso größer scheint sie für die Sekundarstufen zu sein. Bei der Vergabe von Gymnasialplätzen ist Pankow weiterhin auf die Hilfe anderer Bezirke angewiesen. Denn mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler haben einen Schulweg von bis zu 45 Minuten. 

Für 100 Siebtklässler habe Pankow nun jedoch eine dauerhafte Lösung gefunden, so die Abteilung von Stadträtin Dominique Krössin. Durch Nachrückverfahren konnten die Schüler an Schulen in Pankow untergebracht werden. 

Bezirkselternausschuss befürchtet überfüllte Klassen


Selbst mit dem Minimum der 24 nötigen Schulen bis 2030 in Pankow werden die Klassen wohl auch weiterhin gut gefüllt sein. Auch mit dem modularen Bau und der schnellen Fertigstellung ist eine schnelle Entlastung der Schulsituation nicht zu erreichen.

Die Vorsitzende des Bezirkselternausschusses Pankow, Katja Ahrens, sagte dazu im Rahmen des Richtfestes am Velodrom: „Jedes Schulprojekt, das wir ans Netz bringen, ist extrem wichtig. Bis wir die 24 Schulen haben, wird es leider ein Weilchen dauern.

Quellen: Bezirksamt Pankow, Berliner Morgenpost, Gessert + Randecker Generalplaner GmbH

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