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Oranienstraße in Kreuzberg soll weitgehend autofrei werden

Der Autoverkehr soll in der engen Oranienstraße in Kreuzberg stark minimiert werden. Der Bezirk möchte eine “Flaniermeile” schaffen. Fußgänger und Radfahrer sollen zukünftig ohne Risiko auf der heute durch Autos notorisch verstopften Straße verkehren können.

Eng und vielbefahren: Die Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg. Ab 2024 soll der motorisierte Durchgangsverkehr wegfallen.

Sie ist seit vielen Jahren eine der am schwierigsten zu durchfahrenden Straßen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg: Die Oranienstraße, insbesondere der Abschnitt zwischen Moritzplatz und dem Kreuzungsbereich am Görlitzer Bahnhof.

Autofahrer, Busverkehr, Radfahrende und Fußgänger kommen sich hier regelmäßig in die Quere. Dabei ist die Straße in ihrer Ausprägung sehr eng, was häufig zu gefährlichen Konflikten im Straßenverkehr und auch Unfällen führt. Zudem ist die Buslinie M29, die sich durch die enge Straße quält, notorisch verspätet.

Umbaupläne für die Straße gibt es seit mehreren Jahren

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte bereits vor mehreren Jahren angekündigt, das infrastrukturelle Problem in der Oranienstraße angehen zu wollen. Derzeit laufen intensive Beteiligungsverfahren mit mit Anliegern und Gewerbetreibenden. Dabei hat sich bereits vor Abschluss des Verfahrens die Erkenntnis herauskristallisiert, dass die Straße in ihrer derzeitigen Form zu gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer ist.

Obwohl die Straße ein sehr hohes Radfahraufkommen hat, fehlt aufgrund des engen Straßenquerschnitts der Platz für eigene Radwege, da sich ansonsten keine Busse mehr kreuzen können. Links und rechts der Fahrbahn sind zudem durchgehend Parkplätze eingerichtet.

Zu wenig Platz: Motorisierter Durchgangsverkehr muss weichen

Aufgrund der hohen Zahl an Verkehrskonflikten sind die Arbeitsgruppen zum Ergebnis gelangt, dass für alle bisherigen Nutzungsformen gleichzeitig schlichtweg der Platz fehle. Einer der heute noch präsenten Verkehrsfaktoren müsse herausgenommen werden. Die Wahl fiel auf den Autoverkehr.

Dies betrifft einerseits den motorisierten Durchgangsverkehr sowie auch die bisherigen Parkplätze. Der Platz, der beispielsweise durch den Wegfall der parkenden Autos gewonnen werden soll, wird zukünftig auch dem Fußverkehr zu Gute kommen. Bislang müssen sich Fußgängerinnen und Fußgänger auf den schmalen Gehwegen der belebten Straße häufig aneinander vorbeidrängeln.

Die Oranienstraße soll zur Einkaufs- und Flaniermeile umgebaut werden

Angestrebt wird nun ein niveaugleicher Ausbau der Straße, und zwar ohne Gehsteigkanten. Die neu gestaltete Straße soll laut Bezirk einen offenen Charakter erhalten und zu einer Einkaufs- und Flanierstraße mit hohem Radverkehrsanteil und Busverkehr umgebaut werden.

Fest steht allerdings, dass Anlieger und Busse die Straße auch weiterhin durchfahren können sollen. Daher wird derzeit noch untersucht, wie der Durchgangsverkehr aus der Straße herausgehalten werden kann. Ein Problem, welches auch bei der Umsetzung der zahlreichen, neuen Fahrradstraßen in Berlin noch nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Bauarbeiten im Jahr 2024 starten.

Genug Zeit also, um den zukünftigen Charakter der Oranienstraße festzulegen. Wichtig ist, dass der Status Quo verändert und verbessert wird. Es wäre ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmer, denn auch als Autofahrer macht eine Fahrt durch das Kreuzberger Nadelöhr nur wenig Freude – und kostet sehr viel Geduld und Zeit.

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