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Bauminseln in der Spree: Architekt Mario Lindner im Gespräch

Gestern berichteten wir über die Idee der beiden Berliner Architekten, Mario Lindner und Philipp Kleihues, Bauminseln zur Reinigung des Spreewassers im Umfeld der Mierendorff-Insel in Charlottenburg zu installieren. Mit Mario Lindner konnten wir zu diesem Vorhaben noch einmal etwas ausführlicher sprechen.

© Visualisierungen: Lindner Planungsbüro UG

 

Das innovative Projekt, über das wir gestern erstmals berichteten, trägt den Namen „Spreekreuz Inselpark“ und soll nach den Vorstellungen der beiden Berlinre Architekten Mario Lindner und Philipp Kleihues am Uferbereich der Mierendorff-Insel im Berliner Stadtteil Charlottenburg umgesetzt werden.

Lindner und Kleihues wollen insgesamt rund 45 Bauminseln in die Spree setzen. Neben der reinigenden Wirkung sollen sie gleichzeitig auch eine optische Bereicherung des Spree- und Uferbereiches werden.

Die Berliner Architekten sehen das Projekt als optimale Ergänzung der bereits laufenden Neugestaltung des Rundwegs rund um die Mierendorff-Insel, der nach Vorstellungen des Bezirks als Kunst- und Bewegungsparcours konzipiert werden soll.

Wir konnten mit einem der beiden Protagonisten, Mario Lindner, zu diesem Thema etwas ausführlicher sprechen.

 

ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN: Sehr geehrter Herr Lindner, vielen Dank, dass Sie uns Ihre Zeit für ein kurzes Interview widmen. Zu Beginn würden wir gern etwas zum Lindner Planungsbüro erfahren. Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihren Projekten?

Antwort Mario Lindner: Sehr gern und vielen Dank für Ihre Anfrage.
Neben dem „Alltagsgeschäft“ betrachten wir es als unsere Aufgabe, nach weiteren Potenzialen innerhalb des direkten Umfelds zu suchen und diese mit progressiven Ansätzen für die Stadt Berlin nachhaltig zu entwickeln sowie für zukünftige Generationen nutzbar zu machen. Berlin bietet hierzu eine Menge an unerschöpften Möglichkeiten. Von Initiativentwürfen zu einer Autobahnüberbauung der A100 zu Wohnzwecken (Neubau von 3.000 Wohnungen) zwischen Halensee und dem Hohenzollerndamm im Sinne der Stadtreparatur bis hin zu Nachnutzungskonzepten Berliner Architekturikonen – wie z.B. dem ICC Berlin durch eine kulturelle Nachnutzung – ist unser Leistungsspektrum weit gefächert.

Wie sind sie auf das Projekt an der Mierendorff-Insel in Charlottenburg gekommen? Gab es einen konkreten Auslöser?

Das Spreekreuz als Verbindung zwischen dem Spreebogen, dem Charlottenburger Verbindungskanal sowie dem Landwehrkanal, bietet sehr viel Fläche, außerdem wird der Rundweg um die Mierendorff-Insel in den nächsten Jahren ausgebaut und verbessert, somit haben wir eins und eins zusammen gezählt und uns entschlossen, die beiden am weitesten entfernten Uferkanten aufzubrechen und ein weiteres, städtebauliches Highlight an dieser Stelle zu setzen.

“Einerseits birgt das Projekt ökologische Vorteile (…), anderseits sollen die Inseln natürlich ansprechend sein.”

Wo liegt der Schwerpunkt Ihres Vorhabens? Eher im ökologischen, oder im ästhetischen Bereich?

Unser Konzept „Spreekreuz Inselpark“ ist ganzheitlich zu betrachten. Einerseits birgt es ökologische Vorteile durch Filtration des Wassers sowie die Aufforstung und das Aufmerksam machen auf das Baumsterben in und um Berlin, anderseits sollen die Inseln natürlich ansprechend sein, um Publikum bzw. Insulaner anzuziehen.

Wie kann, nach Ihren Vorstellungen, eine Finanzierung des Projekts aussehen?

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat im Jahr 2020 für Urban Greening 3,75 Millionen Euro erhalten. Diese Gelder könnten für solch ein Konzept eingesetzt werden. Ein weiterer Ansatz wäre es, über Patenschaften durch Unternehmen oder Privatpersonen die Finanzierung einzelner Inseln zu realisieren.

Könnten Sie sich ein solches Projekt auch noch an anderen Stellen in Berlin vorstellen? Wenn ja, wo genau?

Ein weiterer Standort könnten die Gewässer um den Westhafen darstellen. Mit Sicherheit gibt es noch einige Orte, an denen unser Konzept dargestellt werden könnte. Da die Spree jedoch ein öffentliches Verkehrsgewässer ist, muss einerseits der Bund dem zustimmen und andererseits darauf geachtet werden, dass der fließende Verkehr nicht durch die Besucher und Ruderboote gestört wird.

Sehr geehrter Herr Lindner, wir danken Ihnen für Ihre Zeit!

INTERVIEW MIT ALEXANDRA MEYER VOM VEREIN „CHANGING CITIES“
Im Interview: Oliver Schruoffeneger, Bündnis 90/Die Grünen
Podcast: Die Zukunft des ICC als Mobility Hub
WEITERE INTERVIEWS UND ALLE UNSERE PODCAST-FOLGEN GIBT ES AUF UNSERER „INTERVIEW“-SEITE.

So stellen sich Mario Lidner und Philipp Kleihues die Gestaltung des Uferbereichs an der Mierendorff-Insel vor.

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