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Senat plant neue Wohnungen in Karow Süd für bis zu 10.000 Menschen

Im Süden des Pankower Ortsteils Karow könnte es in den kommenden Jahren eine starke Verdichtung durch den vom Berliner Senat beabsichtigten Wohnungsbau geben. Laut einer Senatsstudie könnten in Karow bis zu 5.000 neue Wohnungen errichtet werden.

Berlin-Karow, im Nordosten von Pankow gelegen, aus der Luft gesehen. Hier plant der Berliner Senat eine deutliche Nachverdichtung und den Bau von bis zu 5.000 neuen Wohnungen. / © Foto: Wikimedia Commons / Olaf Tausch

© Foto: Wikimedia Commons / Olaf Tausch
© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Text: Björn Leffler

 

Knapp 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben im beschaulichen Ortsteil Karow im Nordosten des Berliner Bezirks Pankow. Diese Zahl könnte sich jedoch bald deutlich erhöhen, denn der Berliner Senat möchte in Karow den Bau neuer Wohnungen vorantreiben.

Nach einer Studie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen kann durch eine bauliche Nachverdichtung neuer Wohnraum für bis zu 10.000 Menschen entstehen – ein aufsehenerregendes Szenario.

Neubau in Karow Süd: Wohnungen für bis zu 10.000 Menschen?

Die Berliner Morgenpost berichtet, dass das Bauvorhaben rein zahlenmäßig zu einem der größten, landeseigenen Wohnungsbauvorhaben Berlins avancieren würde. Offiziell wurden die Pläne von der Senatsverwaltung bislang aber nicht bestätigt.

Zwei Varianten wurden durch Expertinnen und Experten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung analysiert. Beide Varianten beinhalten demzufolge den Bau von deutlich über 4.500 Wohneinheiten (Variante 1: 4.696 Wohnungen, Variante 2: 4.947 Wohnungen).

Bis zu 5.000 neue Wohnungen könnten im Nordosten von Pankow errichtet werden

Das wäre weit mehr, als das vom Bezirksamt Pankow bisher untersuchte Maximalszenario von 3.542 zusätzlichen Haushalten. Und es wäre vor allem mehr als doppelt so viel, wie der Konsens für rund 2.000 Wohnungen, auf die sich Pankows Bezirkspolitiker mit Karows Bürgergruppen geeinigt hatten.

Die Pläne könnten also für reichlich Zündstoff sorgen, kommen aber nicht gänzlich unerwartet. Es ist kein Geheimnis, dass Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel nicht zimperlich bei der Planung neuer Wohnungsbauvorhaben oder der Nachverdichtung bereits bestehender Quartiere ist – was aus seiner Sicht verständlich ist.

Andreas Geisel sucht geeignete Flächen für den dringend benötigten Wohnungsbau

Denn irgendwo müssen die dringend benötigten Wohnungen ja schließlich herkommen. Vor allem die Flächen im Norden Berlins gehören zu den großen Potenzialflächen für den landeseigenen Wohnungsbau. Gegen die Pläne, in Pankow das Wohnprojekt „Elisabeth-Aue“ zu realisieren und 5.000 Wohnungen auf einer heute noch unversiegelten Grünfläche zu errichten, hatten sich zuletzt die Grünen positioniert.

Die von der SPD geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hält an diesen Plänen jedoch weiter fest. Und in Karow soll allem Anschein nach nun noch ein weiteres, ähnlich dimensioniertes Projekt hinzukommen.

Senatsverwaltung zieht Planungsvorhaben für Karow Süd an sich

Denn dem Stadtentwicklungssenator war das Vorgehen für die geplanten Wohnungen in Karow offensichtlich zu zaghaft, weshalb die Senatsverwaltung das Planungsverfahren an sich gezogen hat. Geisel betont, dass die landeseigenen Flächen dichter und höher bebaut werden müssen: „Bei einer Dreigeschossigkeit haben wir einen Flächenverbrauch, den wir uns schon aus ökologischen Gründen nicht leisten können. Dafür haben wir in Berlin zu wenig Fläche.

So soll in Karow also nicht nur dichter, sondern auch höher gebaut werden. Den Charakter des Quartiers würde dies vollkommen verändern. Anwohner reagierten bislang sehr skeptisch auf die Pläne der Senatsverwaltung.

Infrastruktur: Neuer Bahnhof, Buslinie und Quartiersgaragen sollen kommen

Vor allem die infrastrukturelle Anbindung des Quartiers stellt für viele Bewohner bei einem so großen Bevölkerungswachstum ein Problem dar. Die Verkehrserschließung des Quartiers soll über den künftigen Turmbahnhof Karower Kreuz erfolgen, die verlängerte S-Bahnlinie S-75. Zudem sollen eine Kiezbus-Linie und zwei Quartiersgaragen für Autos eingerichtet werden.

Am zukünftigen Bahnhof sollen auch die geplanten Hochpunkte des neuen Quartiers errichtet werden. Zwei Gebäude mit bis zu zehn Geschossen sind vorgesehen. Auch der Bau einer neuen, vierzügigen Grundschule ist geplant.

Wohnquartier Karow Süd: Frühester Baustart ab 2027

Ein Baustart für das Projekt könnte frühestens ab 2027 erfolgen, wenn das Planungsvorhaben ohne Verzögerungen durch alle Prozessphasen kommt, inklusive der Beteiligung der Öffentlichkeit.

Ein Widerstand von Bürgern und auch der Bezirkspolitik ist jedoch sehr wahrscheinlich. Ob die Pläne für das Quartier Karow Süd also tatsächlich so umgesetzt werden wie sie derzeit von der Senatsverwaltung geplant werden, ist derzeit noch alles andere als sicher.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Weitere Projekte in Pankow findet Ihr hier

Quellen: Berliner Morgenpost, Bezirksamt Pankow, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, Wikipedia

 

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