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Uhlandstraße in Wilmersdorf ist zu laut: Umgestaltung ist geplant

Der 400 Meter lange Abschnitt der Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf zwischen Blissestraße und Berliner Straße wird täglich von bis zu 16.000 Fahrzeugen durchquert. Für die Anwohner bedeutet dies eine hohe Lärmbelästigung. Ein Umbau der Straße soll nun zur Beruhigung des Streckenabschnitts führen.

© Fotos: depositphotos.com
Text: Björn Leffler

 

Der 400 Meter lange Abschnitt der Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf zwischen der Blissestraße und der Berliner Straße wird täglich von bis zu 16.000 Fahrzeugen durchquert, was eine hohe Lärmbelästitung erzeugt.

Die knapp drei Kilometer lange Uhlandstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf durchquert den Bezirk parallel zur Bundesallee in Nord-Süd-Richtung. Die Straße ist, abgesehen von einem kurzen Stück zwischen Berliner Straße und Blissestraße, für den Verkehrsfluss, also ohne Parkstreifen, nur zweispurig ausgebaut, wird aber südlich der Lietzenburger Straße deutlich breiter.

Uhlandstraße: 400 Meter langer Abschnitt soll verkehrsberuhigt werden

Jener Streckenabschnitt zwischen Blissestraße und Berliner Straße sorgt seit Jahren für Ärger, denn für die Anwohnerinnen und Anwohner führt das hohe Verkehrsaufkommen vor allem nachts zu massiven Störungen durch Autos und Lkws. Zwar gilt zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Tempo 30, jedoch wird das Tempolimit nur sporadisch eingehalten, von vielen Verkehrsteilnehmern gar nicht.

Nun will die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz diesen Status verbessern und hat hierfür das externe Planungsbüro LK Argus mit der Analyse der Verkehrssituation beauftragt. Dieses hat im Zuge der Untersuchungen eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des Straßenabschnitts erarbeitet.

„Berliner Lärmaktionsplan“: Weniger Fahrspuren sollen Besserung bringen

Dem Berliner Lärmaktionsplan folgend soll die Belastung für die Anwohnerschaft zukünftig deutlich gesenkt werden. Etwa 80 Anwohnende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Bezirkspolitik kamen in der letzten Woche zur Präsentation in die Aula des Friedrich-Ebert-Gymnasiums an der Blissestraße.

Bisher gibt es im untersuchten Teil der Uhlandstraße pro Richtung zwei Fahrstreifen und jeweils rechts eine Parkspur. „Eine Reduktion auf einen Kfz-Fahrstreifen je Richtung ist möglich„, sagte einer der Gutachter. Sein Büro empfiehlt eine kurzfristige und eine langfristige Variante.

Uhlandstraße: Zwei Varianten zur Verkehrsberuhigung werden geprüft

Erstere Variante sähe eine geschützten Radspur auf der Fahrbahn vor und die zweite einen Radweg im sogenannten „Seitenraum“, zu dem auch die Gehwege gehören – also außerhalb des Straßenraums.

In Höhe des Volksparks Wilmersdorf schlagen die Planerinnen und Planer einen besonders breiten Zweirichtungs-Radweg vor, wie es ihn heute unter anderem bereits am Kreisverkehr der Siegessäule gibt. Diese Idee stieß beim Informationsabend jedoch auf Kritik. Auch gegen den möglichen Verlauf einer Fahrrad-Vorrangroute durch den Volkspark und die Uhlandstraße gab es deutliche Vorbehalte der Teilnehmer.

Teilnehmer: Verkehrskonflikte nicht auf Radfahrer und Fußgänger abwälzen

Denn so würden vor allem Konflikte zwischen Radfahrenden und Fußgängern entstehen, was kürzlich auch beim letztlich gescheiterten Verkehrsversuch in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte zu beobachten gewesen sei. Matthias Reich, Vorsitzender der Bürgerinitiative Wilmersdorfer Mitte, sah diese Planungsvariante auch eindeutig kritisch und schlug eine Alternativroute durch die Durlacher Straße und Hildegardstraße vor.

Grundsätzlich jedoch begrüßten er und seine Initiative die vorgestellten Pläne, forderten aber gleichzeitig noch mehr als das nun vorgestellte Verkehrskonzept. Langfristig sollte der Durchgangsverkehr aus Sicht der Initiative grundsätzlich aus der Uhlandstraße herausgeführt werden. Und um die notorischen Raser auszubremsen, schlägt sein Verein zudem einen Kreisverkehr an der Kreuzung zur Wilhelmsaue vor.

Umsetzung frühestens ab 2026, Kosten in Höhe von bis zu 12 Millionen Euro

Auch neue Lieferzonen und bessere Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger sind Teil des Konzepts, welches im Anschluss der Veranstaltung vom Büro LK Argus noch einmal überarbeitet werden soll, unter Einbeziehung der von den Teilnehmern vorgebrachten Einwände und Anregungen.

Bezirks-Verkehrsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Die Grünen), der ebenfalls anwesend war, sagte, er rechne frühestens in 12 bis 18 Monaten mit einer beschlussfähigen Planungsvorlage. Ab frühestens 2026 könne dann mit der Umsetzung der Planungen begonnen werden. Die Kosten belaufen sich – je nach gewählter Variante – auf knapp zehn bis zwölf Millionen Euro, Stand heute.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Die Uhlandstraße wird von einer innenstadttypischen gemischten Wohn- und Gewerbebebauung geprägt. Die Straße ist, abgesehen von einem kurzen Stück zwischen Berliner Straße und Blissestraße, für den Verkehrsfluss, also ohne Parkstreifen, nur zweispurig ausgebaut. /

Weitere Projekte in Charlottenburg-Wilmersdorf findet Ihr hier

Quellen: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Der Tagesspiegel, Wikipedia, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, LK Argus

 

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