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Wohnquartier “Buckower Felder”: Erste Mieter ziehen ab Sommer ein

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND realisiert im Süden Neuköllns auf den “Buckower Feldern” rund 900 Mietwohnungen. Die ersten dieser Wohnungen werden ab Sommer 2024 bezugsfertig sein. Das Wohnungsunternehmen testet im Zuge des Bauprojekts nachhaltige und innovative Bauformen, die als Vorbild für den Wohnungsbau von morgen funktionieren könnten.

So soll das Quartier “Buckower Felder” im Süden Neuköllns ein wenigen Jahren einmal aussehen. / © Visualisierung: bollinger fehling architekten

© Fotos: Christian Kruppa / STADT UND LAND
Text: Björn Leffler

 

Im Süden Berlins entsteht im Bezirk Neukölln mit dem Bauvorhaben “Buckower Felder” eines der größten Wohnungsbauvorhaben der Stadt, bei dem insgesamt rund 900 Wohnungen von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND errichtet werden.

Die Entwicklungshoheit für das Gebiet liegt nicht beim Bezirk Neukölln, sondern bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Diese möchte auf der rund 16 Hektar großen, bislang unbebauten Fläche im Ortsteil Buckow ein “attraktives und lebendiges Stadtquartier mit großzügigen öffentlichen Freiräumen” schaffen.

“Buckower Felder”: Rund 900 Mietwohnungen baut die STADT UND LAND

Etwa die Hälfte der geplanten Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein und für einen Mietpreis von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Der Bebauungsplan lässt auf der Fläche eine Wohnbebauung mit drei- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern zu.

Auch sogenannte “Sonderwohnformen”, beispielsweise für Senioren oder Geflüchtete, sollen in dem Quartier untergebracht werden. Geplant sind Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt werden sollen die Wohnhäuser durch eine bedarfsorientierte Freiflächengestaltung.

Buckow: Der Manko des Quartiers ist bislang die ÖPNV-Anbindung

So soll im Landschaftspark ein rund 1.700 Quadratmeter großer, öffentlicher Spielplatz für Kinder von 0-12 Jahren entstehen. Im Grünflächenband entlang des Buckower Damms sind weitere Sport- und Freizeitangebote geplant. Zudem soll im nordwestlichen Teil der Anlage eine Jugendfreizeiteinrichtung entstehen.

Das Quartier wird, wie die meisten, landeseigenen Wohnungsprojekte, autoarm und verkehrsberuhigt geplant. Für das gesamte Quartier sollen PKW-Stellplätze in zwei Quartiersgaragen zur Verfügung gestellt werden. An der größeren der beiden Garagen soll zudem eine Mobilitätsstation angedockt sein, die umweltfreundliche Verkehrsangebote als Service für die Bewohnerinnen und Bewohner bereitstellen soll.

PKW-Stellplätze sollen in zwei Quartiersgaragen zur Verfügung stehen

Das Mobilitätskonzept zielt natürlich darauf ab, den CO2-Ausstoß innerhalb des Quartiers zu reduzieren. Dennoch ist die Erreichbarkeit das große Manko des zukünftigen Quartiers.

Anders als bei vergleichbaren Quartiersentwicklungen wie etwa der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf oder dem Pankower Tor in Pankow ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nur unzureichend gewährleistet.

Das zukünftige Wohnquartier wird – das Auto ausgenommen – zukünftig vor allem mit dem Bus erreichbar sein, da U- oder S-Bahnstationen zu weit entfernt liegen.

STADT UND LAND testet den Bau von sogenannten “Typenhäusern”

Die STADT UND LAND hat nun angekündigt, dass die ersten 270 Wohnungen auf den “Buckower Feldern” voraussichtlich ab Sommer 2024 bezugsfertig sein sollen. In der Zeit von Juli bis Oktober sollen demnach die ersten Mieterinnen und Mieter die neuen Wohnungen beziehen können.

Rund 400 der neu entstehenden Wohnungen werden nach einem besonderen Verfahren gefertigt, wie das Wohnungsbauunternehmen mitgeteilt hat. Zum Einsatz kommt ein sogenanntes “Typenhauskonzept”.

Vorgefertigte Häuser aus Brettsperrholz, Lärche und Stahlbeton

Dieses standardisierte “Typenhaus” hat tragende Außen- und Innenwände als Holzständerwerk mit Holzunterzügen mit einem aussteifenden Stahlbeton-Kern, die Decken und das Dach sind aus Brettsperrholz, die Holzaußenwandverkleidung wird aus Lärche sein. Alle sonstigen Innenwände werden in herkömmlicher Trockenbauweise errichtet.

Alle Wohnungen verfügen demnach über einen zentralen Wohnbereich, einen Freisitz, geringe Flächen für Flurzonen, einen Abstellraum sowie eine gute Belichtung aufgrund offen gestalteter Grundrisse.

Wohnhäuser können in wenigen Wochen fertig montiert werden

Die Gebäudehülle wird mit 70 vorgefertigten, zweiseitig geschlossenen Wandelementen mit Fenstern und Fassadenschalung in Holztafelbauweise gebildet. Die Anlieferungen sollen sukzessive und “just in time” mit den Montagen erfolgen.

Je Geschoss liefern zwei LKWs die Holzrahmenbau-Elemente und ein weiterer LKW die Deckenelemente. Die Decken werden mit Hilfe von 49 Brettsperrholz-Deckenelementen errichtet. So können die einzelnen Häuser innerhalb von wenigen Wochen vollständig montiert werden.

Schadstoffreduziertes und zeitoptimiertes Bauen mit nachhaltigen Baustoffen

Die Ausgestaltung dieser “Typenhäuser” sowie die Art und Weise der Montage soll im Vergleich zu üblichen Bauprojekten deutlich schadstoffreduziert sein – und zudem erheblich schneller. Für das Projekt auf den Buckower Feldern kooperiert die STADT UND LAND dabei mit der mib -Märkische Ingenieur Bau GmbH sowie der Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung GmbH.

Neben dem Projekt der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft sind auf dem Baufeld in Buckow aber auch noch andere Bauträger aktiv. So setzt etwa die Genossenschaft UCK Rot Buckow eG ein “Sonderwohnformen”-Projekt um, auf einem weiteren Teilstück des Geländes.

Nachhaltig: Genossenschaft baut Wohnhäuser aus Holz und Zellulose

Federführend für die architektonische und bauliche Planung dieses Teilprojekts ist das in Berlin ansässige Architekturbüro DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH. Auch hier steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund.

In insgesamt drei Wohngebäuden soll in Buckow Wohnraum entstehen, in dem gemeinschaftliches, ökologisch nachhaltiges und sozial verantwortungsvolles Wohnen aller Generationen möglich sein soll. Die Häuser werden zum Großteil aus Holz und Zellulose gebaut, Dach und Fassaden begrünt, Strom aus Sonnenenergie gewonnen.

Das Wohnprojekt “Buckower Felder” zeigt also auf vielfältige Weise, wie zeitoptimierter und klimaorientierter Wohnungsbau in Berlin in den kommenden Jahren aussehen könnte. Auf die praktischen Ergebnisse, die ab Sommer 2024 zu bestaunen sein werden, darf man in jedem Fall gespannt sein.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

So sieht das “Typenhaus”-Konzept der STADT UND LAND in der Praxis aus. / © Foto: Christian Kruppa / STADT UND LAND

© Foto: Christian Kruppa / STADT UND LAND

© Open Street Map

Quellen: bollinger fehling architekten, Berliner Woche, Planungsbüro Drobka, UCK Rot Buckow eG, STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, mib -Märkische Ingenieur Bau GmbH, Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung GmbH, DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH

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2 Kommentare

  1. Krüger April 25, 2024

    Wie geht das mit dem Bezug der Wohnungen, ich hatte keine Chance mich irgendwie einzuloggen, bin immer wieder im Nichts gelandet und es hieß, noch kann man sich nicht registrieren. Traurig für die Bürger

    • admin April 25, 2024 — Autor der Seiten

      Die Bewerbungen können bei der Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND vorgenommen werden.

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