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Am BND: Wasserbetriebe bauen Auffangbecken für Starkregen

An der Chausseestraße in Berlin-Mitte, direkt neben der BND-Zentrale, bauen die Berliner Wasserwerke derzeit ein Auffangbecken für Starkregen, um die Kanalisation zu entlasten. Das Projekt bildet den Abschluss eines jahrzehntelangen Stauraumprogramms.

Knapp 40 Meter Durchmesser: Direkt neben dem Bundesnachrichtendienst bauen die Berliner Wasserbetriebe ein Wasserbecken, um Starkregen aufnehmen zu können.

© Fotos: Björn Leffler
Text: Henriette Schubert

 

Die Zunahme an Starkregenfällen in der Metropolregion Berlin/Brandenburg in den vergangenen Jahren und damit einhergehende Folgen veranlasste die Berliner Wasserbetriebe zu einem Umdenken hinsichtlich einer Entlastung von Kanalisation und Spree.

Ein riesiges Auffangbecken in der Chausseestraße im Berliner Innenstadtbezirk Mitte soll dabei zur Zwischenspeicherung werden. Mit der Fertigstellung des Projekts wird bis 2026 gerechnet. Das Projekt entsteht unweit der Grenze zwischen den Stadtteilen Wedding und Mitte.

Auffangbecken am BND: Entlastung der Kanalisation bei Starkregen

Wassermassen, die beispielsweise bei Starkregenereignissen und Gewittern immer häufiger auftreten, gelangen bislang ungebremst in die Kanalisation und die Flüsse der Hauptstadt. Die Mischung aus Straßen- und Haushaltsabwässern verursacht dabei immer wieder das Überlaufen der Kanalisation und die Verschmutzung der Flüsse und Seen.

Mit einem Stauraum, der die plötzlich auftretenden Wassermassen vorerst zwischenspeichert, soll dieses Problem nun behoben werden. Hierfür bauen die Berliner Wasserbetriebe an der Chausseestraße in der Nähe des Bundesnachrichtendienstes ein Becken mit knapp 40 Metern Durchmesser und einem Fassungsvermögen von 16.750 Kubikmetern.

Speicherung und Aufbereitung von Schmutzwasser an der Chausseestraße

In Zukunft soll in diesem Becken das Wasser aufgenommen und zwischengespeichert werden, bis es zeitverzögert und kontrolliert weitergegeben wird. Ein im Bauwerk integriertes Pumpwerk wird zudem das Wasser aufbereiten und klären, bis es zur weiteren Reinigung in verschiedene Klärwerke geleitet wird.

Die ungefilterte Weiterleitung von Schmutzwasser in Flüsse und Seen soll auf diesem Wege künftig vermieden werden. Durch die enorme Größe hat das Regenüberlaufbecken 2,2-mal so viel Platz für das Schmutzwasser wie der Stauraumkanal, der mit einem Fassungsvermögen von 7.300 Kubikmetern im vergangenen Jahr, ebenfalls von den Berliner Wasserbetrieben, im Mauerpark in Prenzlauer Berg installiert wurde.

Größtes Einzelprojekt schließt jahrzehntelanges Stauraumprogramm ab

 Hinsichtlich des seit Jahrzehnten laufenden Stauraumprogramms ist das Auffangbecken in der Chausseestraße zeitgleich das größte Einzelprojekt sowie der Abschluss des Programms. Das Programm wird im Verhältnis 60:40 vom Land Berlin und den Wasserbetrieben finanziert. 

Die Bauarbeiten für das Projekt sind zurzeit in vollem Gange. Derzeit fördern zwei Stahlseilbagger tonnenweise extra harten Mergel an die Oberfläche. Mit Beginn der Bauarbeiten vor zwei Jahren wurde das Sedimentgestein entdeckt, welches durch Ablagerungen entsteht und stark verfestigt ist. Im Anschluss an diese Arbeiten wird dann das riesige Becken etwa 30 Meter tief in die Erde eingesetzt werden. 

Bauprojekt an der Chausseestrasse: Ein Grünes Dach für das Speicherbecken

Nach Fertigstellung der Arbeiten wird das Becken mithilfe eines Betondeckels verschlossen und anschließend begrünt. Lediglich ein 30 Meter hoher Schornstein wird optisch an das Projekt erinnern. Sollte bei Starkregen oder Gewitter das Becken innerhalb von 30 Minuten geflutet werden, kann die verdrängte Luft durch diesen Schornstein nach außen entweichen.

Die begrünte Fläche wird zukünftig als Spielplatz genutzt werden können. Die Errichtung einer Spielanlage auf der Grünfläche ist bereits in Planung und wird vom Bezirksamt Mitte koordiniert.

Schwammstadtprinzip als Zukunftsschwerpunkt für Berlin

Nach Abschluss des Projektes bis 2026 erhält Berlin im Rahmen des Stauraumprogramms im Gesamten eine Stauraumkapazität von über 300.000 Kubikmetern in der Stadt, wie Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, mitteilte. In Hinblick auf zunehmende Starkregenereignisse und damit auch ansteigende Überschwemmungen und Wasserverschmutzungen ist dies ein großer Fortschritt für die Stadt.

Über lange Sicht bleibt jedoch noch einiges zu tun. Denn noch immer gelangt deutlich zu viel ungefiltertes Schmutzwasser in Flüsse und Seen. Die Wasserbetriebe sehen den Schwerpunkt daher in der Errichtung des Schwammstadtprinzips, wie es auch bei der Errichtung des Schumacher-Quartiers in Berlin-Tegel geplant ist.

Mehr entsiegelte Flächen zur Versickerung von Wasser bilden dabei einen zentralen Punkt dieses Prinzips. Für die Zukunft sei es wichtig, das Regenwasser in der Stadt zu halten und sukzessive mehr Flächen zu entsiegeln und so wenige Flächen wie möglich neu zu versiegeln.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Das Wasserbecken entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum BND an der Chausseestraße in Berlin-Mitte.

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Quellen: Berliner Wasserbetriebe, Bezirksamt Mitte, Berliner Woche

 

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