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Verdichtung und Neubau in Neukölln: Zwei Wohnprojekte in Buckow

Am südlichen Rand Berlins, im Neuköllner Ortsteil Buckow, werden derzeit zwei Wohnungsbauprojekte in direkter Nachbarschaft entwickelt. Während das bereits bestehende, aus den 1970er Jahren stammende Quartier „Buckower Höfe“ modernisiert und verdichtet wird, ist auf den nahegelegenen „Buckower Feldern“ ein gänzlich neues Quartier geplant.

So soll die Fläche „Buckower Felder “ am südlichen Stadtrand entwickelt werden.

© Visualisierungen: STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH

 

Vor zwei Wochen berichteten wir über den geplanten Neubau des Märkischen Zentrums im Berliner Bezirk Reinickendorf. Dieser soll in einer der bekanntesten Siedlungen der Berliner Moderne entstehen, im Märkischen Viertel. Das im Volksmund “MV” genannte Quartier war die erste, große Neubausiedlung im damaligen West-Berlin und liegt im Norden der Hauptstadt.

Im Süden Berlins ist ab 1962 ein weiteres, sehr ähnlich konzipiertes Wohnquartier entstanden, die „Gropiusstadt“, die heute Heimat von knapp 38.000 Menschen ist. Südlich der Gropiusstadt entstand ab Anfang der 1970er Jahre dann eine weitere Wohnsiedlung, die heute unter dem Namen „Buckower Höfe“ zum Wohnungsbestand des landeseigenen Wohnungsbauunternehmens GEWOBAG gehört (ehemals „Quartier Ringslebenstraße“).

Das Quartier „Buckower Höfe“ wird modernisiert und verdichtet

Das Unternehmen ist derzeit dabei, das bestehende Quartier zu modernisieren und baulich zu erweitern. Bis 2027 wird die gesamte Wohnanlage modernisiert, neu gestaltet und ergänzt. Einige der Bestandsgebäude werden um ein Geschoss aufgestockt.

Nach Abbruch eines alten Parkhauses sowie einer eingeschossigen Ladenzeile entstehen auch fünf neue Mehrfamilienhäuser. Zu den 994 Bestandswohnungen kommen dadurch 255 neue Mietwohnungen hinzu. Der Außenraum der Wohnanlage soll zudem unter weitgehender Erhaltung des bereits bestehenden Baumbestands neu gestaltet werden.

Giffey und Geisel besuchten das Quartier „Buckower Höfe“ persönlich

Sogar Bürgermeistern Franziska Giffey und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel statteten dem laufenden Modernisierungs- und Erweiterungsprojekt einen Besuch und nannten das Projekt vorbildlich für andere Wohnungsbauprojekte in Berlin.

Andreas Geisel äußerte sich angetan vom Baufortschritt: „Die Entwicklung des Quartiers Ringslebenstraße ist vorbildlich. Rund 1.000 Bestandswohnungen werden energetisch saniert, Neubau entsteht durch Nachverdichtung und Dachgeschossausbau (…).

900 neue Wohnungen entstehen auf den „Buckower Feldern“

Deutlich großformatiger wird in unmittelbarer Nachbarschaft der „Buckower Höfe“ geplant. Auf einem bislang landschaftlich genutzten Feld, dem Baufeld „Buckower Felder“, plant das landeseigene Wohnungsbauunternehmen STADT UND LAND, ein komplett neues Wohnquartier mit insgesamt 900 Wohnungen zu errichten.

Die Entwicklungshoheit für das Gebiet liegt nicht beim Bezirk Neukölln, sondern bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Diese möchte auf der rund 16 Hektar großen, bislang unbebauten Fläche ein „attraktives und lebendiges Stadtquartier mit großzügigen öffentlichen Freiräumen“ schaffen.

50 Prozent der neuen Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein

Etwa die Hälfte der geplanten Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein und für einen Mietpreis von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Der Bebauungsplan lässt auf der Fläche eine Wohnbebauung mit drei- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern zu.

Auch sogenannte „Sonderwohnformen“, beispielsweise für Senioren oder Geflüchtete, sollen in dem Quartier untergebracht werden. Geplant sind Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt werden sollen die Wohnhäuser durch eine bedarfsorientierte Freiflächengestaltung.

Freizeit- und Jugendangebote sollen entstehen

So soll im Landschaftspark ein rund 1.700 Quadratmeter großer, öffentlicher Spielplatz für Kinder von 0-12 Jahren entstehen. Im Grünflächenband entlang des Buckower Damms sind weitere Sport- und Freizeitangebote geplant. Zudem soll im nordwestlichen Teil der Anlage eine Jugendfreizeiteinrichtung entstehen.

Das Quartier wird, wie die meisten, landeseigenen Wohnungsprojekte, autoarm und verkehrsberuhigt geplant. Für das gesamte Quartier sollen PKW-Stellplätze in zwei Quartiersgaragen zur Verfügung gestellt werden. An der größeren der beiden Garagen soll zudem eine Mobilitätsstation angedockt sein, die umweltfreundliche Verkehrsangebote als Service für die Bewohnerinnen und Bewohner bereitstellen soll.

Die ÖPNV-Anbindung des Quartiers ist die große Schwachstelle

Das Mobilitätskonzept zielt natürlich darauf ab, den CO2-Austoß innerhalb des Quartiers zu reduzieren. Dennoch ist die Erreichbarkeit das große Manko des zukünftigen Quartiers. Anders als bei vergleichbaren Quartiersentwicklungen wie etwa der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf oder dem Pankower Tor in Pankow ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nur unzureichend gewährleistet.

Das zukünftige Wohnquartier wird – das Auto ausgenommen – zukünftig vor allem mit dem Bus erreichbar sein, da U- oder S-Bahnstationen zu weit entfernt liegen. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass die Nachfrage nach Wohnungen im neuen Quartier – ebenso beim Projekt „Buckower Höfe“ – nicht ganz so stark ist wie bei anderen Wohnungsbauprojekten der Stadt.

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So wird die Verdichtung und Modernisierung des Quartiers „Buckower Höfe“ umgesetzt: 

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