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Bau des Exilmuseums: Beteiligung der Öffentlichkeit startet

Die Vorentwurfsphase für den ambitionierten Museumsneubau an der historischen Portalruine des einstigen Anhalter Bahnhof ist mittlerweile abgeschlossen. Nun startet die Öffentlichkeitsbeteiligung für das Kulturprojekt.

Vision für den Askanischen Platz in Kreuzberg: Direkt an der historischen Portalruine des Anhalter Bahnhofs soll der Neubau des Exilmuseums entstehen.

© Visualisierungen: Stiftung Exilmuseum Berlin

 

Bereits im August 2020 berichteten wir über die Pläne, an der historischen Portalruine des einstigen Anhalter Bahnhofs am Askanischen Platz in Kreuzberg den Neubau eines Exilmuseums zu realisieren. Das Vorhaben geht zurück auf die private Initiative einer Gruppe rund um die Autorin Herta Müller.

2018 entstand daraus die bürgerliche Initiative Stiftung Exilmuseum Berlin. Nobelpreisträgerin Herta Müller hatte sich bereits 2011 für ein „Museum des Exils“ in einem offenen Brief an die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzt.

Die Stiftung Exilmuseum Berlin treibt das Vorhaben seit 2018 voran

Das Vorhaben ist heute längst über den Status eines originellen Nutzungskonzepts für den Platz an der Stresemannstraße hinaus. Derzeit läuft das Bebauungsplanänderungsverfahren für den Museumsneubau, der unterschiedliche Phasen für die Realisierung des Projekts vorsieht.

Im Rahmen des Verfahrens steht nun der nächste Schritt an: die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Seit der vergangenen Woche hängen die Entwurfspläne für das Projekt im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg aus und können kommentiert werden. Die Eingaben sollen dann in die weitere Planung einfließen.

Neubau soll nach Plänen von Architektin Dorte Mandrup entstehen

Realisiert werden soll das Museum nach Plänen der dänischen Architektin Dorte Mandrup, die sich in einem internationalen Architekturwettbewerb gegen neun weitere Mitbewerber durchgesetzt hatte. Der Wettbewerb wurde Mitte August 2020 abgeschlossen. Das dänische Büro erhält mittlerweile Unterstützung vom Ingenieursbüro Höhler+Partner. Ebenfalls involviert in das Projekt ist das Projektsteuerungsteam von Teamproject.

Der hinter dem zukünftigen Neubau liegende Fußballplatz wird übrigens erhalten bleiben. Dies war eine der Vorgaben für die Architektenbüros, denn der Mangel an Sportflächen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist eh schon groß genug.

Wer mehr über die Arbeit der im Wettbewerb erfolgreichen Architektin Dorte Mandrup erfahren will, hat die Möglichkeit, sich eine Auswahl ihrer bisherigen Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung im Aedes Architekturforum in der Christinenstraße 18-19 in Prenzlauer Berg anzusehen. Auch ihr Entwurf für das Exilmuseum wird hier zu sehen sein.

Pläne zum Wiederaufbau des Anhalter Bahnhofs sind nicht realistisch

Das Vorhaben, am Askanischen Platz den Neubau eines Exilmuseums zu realisieren, ist nicht das einzige Planspiel, welches im Umfeld der Bahnhofsruine diskutiert wird. So fordert der Verein Anhalter Bahnhof i.G. bereits seit mehreren Jahren die bauliche Rekonstruktion des historischen Bahnhofsgebäudes, allerdings mit vollkommen neuer Nutzung.

Von politischer Seite jedoch gibt es für das Vorhaben keine Unterstützung, im Gegensatz zum Exilmuseum-Projekt. Daher ist der Bau des Exilmuseums aus heutiger Sicht sehr viel wahrscheinlicher als eine bauliche Rekonstruktion des historischen Anhalter Bahnhofs.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

So stellt sich Architektin Dorte Mandrup den Neubau des Exilmuseums am Askanischen Platz in Kreuzberg vor.

Weitere Projekte in Kreuzberg findet Ihr hier

 

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1 Kommentar

  1. Andre März 28, 2023

    Rufen Sie doch einfach mal bei der Hotline 115 an und hören sich eine halbe Stunde die Wartemusik (“Wir lieben Fragen”) an — bis sie dann aus der Warteschlange gekegelt werden. Dann wissen Sie, was in Berlin schief liegt.

    Das Elementare funktioniert überhaupt nicht in der Stadt: Bürgerämter, Standesämter, Behördentermine usw. Und das auch nicht erst seit gestern. Und das auch schon vor Corona, während Corona und heute.

    Da klingt es dann absurd und entwürdigend, wenn öffentliche Gelder für solche Prestigeprojekte und anderes Gedöns rausgekachelt werden sollen.

    Darüber können wir reden, wenn es möglich ist, sich ohne 2 Monate Wartezeit eine Wohnung umzumelden (die innerhalb von zwei Wochen erfolgen soll nach Gesetz). Wenn es keine Wartemarken in Behörden mehr gibt. Wenn man in Berlin ohne Klage gemischt national und zeitnah heiraten kann ohne nach Dänemark zu gehen und dann zuzusehen wie das Amt über ein Jahr braucht, um es in Berlin nachzubeurkunden (ein Stempel).. Wenn man nicht mehr als Ausländer um 4 Uhr morgens anstehen muss für sein Visum.

    Solange diese Stadt so kaputt ist beim Elementaren ist das alles der reinste Hohn. Man sollte alle Behördenmitarbeiter, die sich mit solchen Projekten beschäftigen, abziehen und dort einsetzen, wo die Zustände weiterhin unerträglich sind.

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