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Humboldt Forum: Altindisches Tor ergänzt Freiraumgestaltung

Im Umfeld des Humboldt Forums sind weitere Veränderungen geplant. So soll für 1,6 Millionen Euro der Nachbau eines altindischen Tores an der Lustgartenseite entstehen. Zudem steht am 17. September die vollständige Öffnung aller Bereiche des Kulturbaus bevor.

Im Umfeld des Humboldt Forums in Berlin-Mitte tut sich weiterhin sehr viel. Als nächstes ist die Errichtung eines altindischen Tores vorgesehen. Nur dessen Standort scheint noch nicht ganz klar zu sein.

© Fotos: depositphotos.com / Wikimedia Commons
Text: Björn Leffler

 

Während das Berliner Humboldt Forum kurz vor seiner vollständigen Eröffnung steht, ist die Gestaltung der Außenbereiche noch längst nicht abgeschlossen. Dies liegt aber nicht ausschließlich an den Diskussionen um die Realisierung der geplanten Freitreppe zur Spree oder der Verzögerung beim Bau des Einheitsdenkmals.

Denn die Stiftung Preußischer Kulturbesitz plant im direkten Umfeld des teilrekonstruierten Berliner Stadtschlosses noch ein weiteres Projekt: Den Bau eines altindischen Tores, welches das Ensemble an der nordöstlichen Seite des Gebäudes ergänzen soll.

„Sanchi Tor“ soll an der Lustgartenseite des Humboldt Forums errichtet werden

Das sogenannte „Sanchi Tor“ soll laut Hartmut Dorgerloh, dem Generalintendanten des Humboldt Forums, „an die Lustgartenseite“ gestellt werden, wie er kürzlich in einem Interview mit der Berliner Morgenpost ausführte. Rund 1,6 Millionen Euro soll der Nachbau kosten.

Die Idee ist nicht ganz neu, bereits 2017 formulierte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, diese Pläne: „Im einstigen Völkerkundemuseum in der Stresemannstraße schmückte ein maßstabsgetreuer Abguss des indischen Sanchi-Tors, dessen historische Formen bis heute erhalten und verwendbar sind, das Foyer des Gebäudes.

Neueröffnung zweier Museen im Humboldt Forum am 17. September

Passend zum Umzug des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst von Berlin-Dahlem ins Humboldt Forum in Mitte soll nach Wünschen der Projektbeteiligten auch in dort ein Nachbau des Sanchi-Tors entstehen.

Am Dahlemer Standort, der im Zuge des anstehenden Umzugs 2017 geschlossen wurde, war das Tor im Jahr 1970 anlässlich der Eröffnung des Berliner Museums für Indische Kunst nach alten, 1886 aus London angekauften Gipsformen aus Kunststein gegossen worden.

Hermann Parzinger befürwortet den Bau des „Sanchi Tors“ seit Jahren

Parzinger sah daher bereits früh auch für das Humboldt Forum die Chance, die Außengestaltung durch einen Nachbau aufzuwerten: „In Dahlem war das Tor ein Wahrzeichen, ein neuer Abguss stand vor der Tür des Ethnologischen Museums – in seinem Schatten haben unzählige Museumsbesucherinnen und -besucher ihren Kaffee getrunken. Mit den Objekten der beiden in das Humboldt Forum umziehenden Museen, sollten wir auch das Sanchi-Tor nach Mitte bringen.

Dies soll nun auch geschehen, allerdings ist der zukünftige Platz der Dauerinstallation noch nicht ganz klar. Während frühere Visualisierungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz das „Sanchi Tor“ noch frontal vor die modern gestaltete Ostfassade stellten, soll es laut Dorgerloh eher zum Lustgarten hin errichtet werden. Das lässt derzeit noch Platz für Spekulationen. Die oben gezeigte Visualisierung ist also nur ein Annäherungsversuch.

Ab Samstag: Das Humboldt Forum ist erstmals vollständig zugänglich

Ungeachtet dieses Projekts wird das Humboldt Forum am kommenden Samstag, den 17. September, seine vollständige Eröffnung mit einem 24-stündigen Programm feiern. Mit der bislang in Dahlem beheimateten Wiedereröffnung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst wird das Humboldt Forum erstmals vollständig nutzbar sein.

Damit ist zumindest die innere Gestaltung des Projekts abgeschlossen, welches vom Schweizer Baukultur-Verlag Espazium in einem Artikel aus dem vergangenen Jahr treffend als „Centre Pompidou im barocken Gewand“ bezeichnet wurde. Denn die Nutzung des Gebäudes ist so vielfältig wie die Projektbeteiligten, was die Zusammenarbeit in der Vergangenheit nicht immer einfach gemacht hat.

Humboldt Forum: „Centre Pompidou im barocken Gewand“

Dennoch gehörte das Humboldt Forum vom Start weg zu den beliebtesten Berliner Kultureinrichtungen. Im Rahmen der vergangenen Langen Nacht der Museen am 27. August war das Humboldt Forum der am stärksten besuchte Ort.

Mit der nun geplanten, vollständigen Öffnung des Hauses wird das Kulturangebot im Humboldt Forum noch einmal um zwei große, hochkarätige Sammlungen erweitert, die an ihrem bisherigen Standort in Berlin-Dahlem nicht die Aufmerksamkeit erhalten haben, die ihnen eigentlich zusteht. Man darf gespannt sein.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Ein Nachbau eines solchen, altindischen Torbaus stand für viele Jahre im Garten des Ethnologischen Museums in Berlin-Dahlem. Nun soll auch am Humboldt Forum ein ähnlicher Nachbau entstehen.

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier

Quellen: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Espazium, Berliner Morgenpost, Wikipedia, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, Berliner Zeitung, Deutsches Architekturforum

 

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