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Friedrichstraße: „Dreispitzpassagen“ sollen Wohnungsprojekt weichen

Die in den 1990er Jahren errichteten „Dreispitzpassagen“ an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte haben seit Jahren mit hohem Leerstand zu kämpfen. Nun erwägt der Bund, Eigentümer der Immobilie, das Gebäude abzureißen, um an gleicher Stelle Wohnungen zu realisieren.

Unbeliebtes Einkaufszentrum: Die „Dreispitzpassagen“ an der Friedrichstraße wurden in eine bestehende Wohnanlage hinein gebaut. Nun droht der Abriss.

Text: Björn Leffler

 

An der Berliner Friedrichstraße, direkt neben dem populären Friedrichstadtpalast, entsteht derzeit Großes. Das Sanierungs- und Neubauprojekt „Am Tacheles“ wirft längst seine Schatten voraus und definiert den Stadtraum zwischen Oranienburger Tor und Johannisstraße vollkommen neu.

Während auf der einen Seite der Friedrichstraße also eines der aktuell größten Immobilienprojekte in der Berliner Innenstadt heranwächst, ist auf der anderen Seite seit vielen Jahren Stillstand zu verzeichnen. Zumindest, wenn man sich die Situation des Einkaufszentrums „Dreispitzpassagen“ ansieht.

„Dreispitzpassagen“: Berlins unbeliebtestes Einkaufszentrum

Unter den knapp 70 Berliner Einkaufszentren schneidet die „Dreispitzpassage“ bei der Bewertung durch die Besucherinnen und Besucher mit Abstand am schlechtesten ab. Die Passage leidet seit fast zehn Jahren unter anhaltend hohem Leerstand und hat Besucherinnen und Besuchern daher auch nur wenig zu bieten.

In den vergangenen Jahren wurde mehrfach erfolglos versucht, das Einkaufszentrum neu zu beleben. So versuchte ab 2015 die Regisseurin Ila Schöppe die Passagen zu reaktivieren, indem sie einen Theaterbetrieb installierte. Nach wenigen Monaten scheiterte das Projekt allerdings. Zu gering war die Nachfrage, zu unattraktiv der Standort.

Das Gebäude wurde Mitte der 1990er Jahre errichtet

Bereits vor der Corona-Pandemie verlor sich selten ein Tourist in die leerstehenden Passagen zwischen Reinhardtstraße und Claire-Waldoff-Straße. Errichtet wurde das Gebäude Mitte der 1990er Jahre. Es wurde in eine bestehende, ehemalige DDR-Wohnanlage hinein gebaut.

Eigentümer der ungeliebten Immobilie ist der Bund. Es ist das einzige aller Berliner Einkaufszentren, die sich in Bundesbesitz befinden. Der Eigentümer hat sich nun Gedanken zur Zukunft des Gebäudes gemacht. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) kündigte gegenüber dem Tagesspiegel an, über die Bebauung des Grundstücks neu nachzudenken.

Die Passage soll abgerissen und durch Wohnungen ersetzt werden

So soll das schmucklose Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, in dem Wohnungen realisiert werden können, so der aktuell Planungsstand. Die bestehenden Wohnungen sollen erhalten und durch einen Neubau ergänzt werden.

So würde eine Verdichtung der bestehenden Wohnanlage erfolgen und auch der Hofbereich, in den die heutige Passage hineinreicht, vollkommen neu gestaltet werden. Welcher Art die zukünftigen Wohnungen sein sollen, war bislang jedoch nicht zu erfahren.

Mit dem Abriss der „Dreispitzpassagen“ würde jedoch ein wahrlich unrühmliches Kapitel Berliner Nachwende-Architektur ihr Ende finden. Ein potenzieller Neubau darf denn auch gern etwas kreativer in der Ausgestaltung sein. Man wird sehen.

 

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Quellen: Berliner Woche, Der Tagesspiegel, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, euroluftbild.de

 

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