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Dokumentation: Asbest, eine unendliche Geschichte

Asbest brennt nicht, wehrt Nässe ab, lässt sich mit Zement mischen und zur Textilie verspinnen. Der Stoff isolierte jahrzehntelang die Stahlskelette von Hochhäusern, steckte in Autoreifen, Fußböden oder Haarfönen. Obwohl Asbest in der EU seit 2005 weitgehend verboten ist, legt eine aktuelle arte-Dokumentation offen, wie das gesundheitsgefährdende Material dennoch produziert und vermarktet wird.

Asbest wurde auch „Wunderfaser“ genannt, weil der Baustoff eine große Festigkeit besitzt, hitze- und säurebeständig ist und hervorragend dämmt. So konnte sich Asbest in der Werftindustrie für die Schifffahrt, in der Wärmedämmung, der Bauindustrie oder der Autoreifenindustrie durchsetzen.

© Fotos: depositphotos.com
Text: Björn Leffler

Ein Dokumentarfilm von Thomas Dandois und Alexandre Spalaïkovich (Frankreich 2022, 90 Minuten)

 

Asbest brennt nicht, wehrt Nässe ab, lässt sich mit Zement mischen und zur Textilie verspinnen. Der Stoff isolierte jahrzehntelang die Stahlskelette von Hochhäusern und Gebäuden, steckte in Autoreifen, Fußböden oder Haarfönen. Asbest war für viele Jahre die Allround-Lösungen für viele industrielle Anwendungsfälle.

Obwohl Asbest in der EU seit 2005 weitgehend verboten ist, legt die Dokumentation offen, wie das gesundheitsgefährdende Material dennoch produziert und vermarktet wird. Mit zunehmendem Asbestverbrauch stiegen jedoch auch die Gesundheitsbelastungen.

Seit über hundert Jahren ist die gefährliche Wirkung von Asbest bekannt

Bereits zur Jahrhundertwende wurde die Asbestose als Krankheit entdeckt. Im Jahre 1943 wurde Lungenkrebs als Folge von Asbestbelastungen in vielen Ländern als Berufskrankheit anerkannt, und seit 1970 wird die Asbestfaser offiziell als krebserzeugend bewertet.

Obwohl das Asbestrisiko in den Industrieländern also seit vielen Jahrzehnten bekannt ist, ist die Gefahr noch längst nicht gebannt. Mediziner warnen davor, dass Folgeerkrankungen weiter ansteigen könnten. In der EU besteht seit 2005 für Asbest ein weitgehendes Herstellungs- und Verwendungsverbot. In Deutschland gilt dieses Verbot bereits seit November 1993.

Beseitigung von Asbest dauert 100 Jahre und kostet mehrere Milliarden Euro

In Europa stellt die Asbestsanierung die Gesellschaft aber vor eine enorme Herausforderung: Experten zufolge wird es rund 100 Jahre dauern und mehrere Milliarden Euro kosten, den krebserregenden Stoff vollständig loszuwerden.

Ein prominentes Berliner Beispiel ist das sanierungsbedürftige ICC, in dem in den 1970er Jahren auch Asbest verbaut worden ist. Gleichzeitig fördert Russland weiterhin Jahr für Jahr 600.000 Tonnen des Minerals in der größten Asbestmine der Welt, um den Bau- und Produktionsstoff zu exportieren.

Europäische Unternehmen verwendeten Asbest, obwohl es in der EU verboten war

In Bangladesch erkranken Arbeiter, weil sie europäische Frachtschiffe und Supertanker mit tausenden Tonnen Asbest abwracken, und in Lateinamerika wächst die Wut auf europäische Unternehmen, die weiterhin Asbest verwendeten, obwohl das Material in Europa längst verboten war.

Die weltweite Recherche der beiden Filmemacher Thomas Dandois und Alexandre Spalaïkovich rüttelt an den gängigen Vorstellungen über Asbest und zeigt, dass niemand völlig sicher davor ist, zumal Großindustrie und multinationale Konzerne noch lange Geschäfte damit machen werden.

Hier könnt Ihr die vollständige Dokumentation sehen: 

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Obwohl das Asbestrisiko in den Industrieländern schon lange bekannt ist, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Mediziner warnen davor, dass Folgeerkrankungen weiter ansteigen.

Weitere Filme und Dokumentationen findet Ihr hier

Quellen: arte, Wikipedia, Umweltbundesamt

 

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