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„Emmi Luebeskind“: Am Klosterviertel ist ein Jugendhilfe-Haus entstanden

In der Littenstraße in Berlin-Mitte ist am Rande des Klosterviertels der Neubau des „Emmi Luebeskind Hauses“ entstanden. Das privat finanzierte Stiftungsprojekt setzt an prominenter Stelle zwischen Klosterruine und Amtsgericht ein Jugendhilfe-Projekt um.

Vision: So wurde der Neubau der Emmi Luebeskind Stiftung in einer Architektur-Visualisierung dargestellt. Das tatsächlich realisierte Gebäude in der Littenstraße in Berlin-Mitte musste ohne Balkone errichtet werden. / © EmMi LuebesKind Stiftung

© Visualisierung: EmMi LuebesKind Stiftung
Text und Fotos: Björn Leffler

 

In der Littenstraße in Berlin-Mitte, direkt gegenüber des im 19. Jahrhunderts errichteten Amtsgerichts Berlin und unweit der historischen Klosterruine, ist das „Emmi Luebeskind Haus“ entstanden.

Bauherr ist die gleichnamige Stiftung, die an dieser prominenten Stelle im historischen Zentrum Berlins ein Jugendhilfe-Projekt umsetzt. Im April 2021 hatte das Bauvorhaben Richtfest gefeiert, nun ist das Gebäude fertiggestellt worden, letzte Arbeiten laufen derzeit. Die ersten Veranstaltungen im Haus sind aber bereits für das vierte Quartal 2022 geplant.

„Emmi Luebeskind Haus“: Jugendhilfe-Projekt in Berlin-Mitte

Aufgrund der umliegenden, historischen Gebäude wurde für die Fassadengestaltung des Gebäudes eine historisierende Oberfläche gewählt, damit sich das Gebäude harmonisch in die Umgebung einfügt. Ursprünglich sollte das Gebäude auch mehrere Balkone haben, diese wurden jedoch kurz vor Beginn der Bauarbeiten von der Berliner Denkmalbehörde verboten.

Um das Projekt dennoch zeitnah umsetzen zu können, verzichtete die Stiftung auf eine rechtliche Auseinandersetzung und realisierte das Bauvorhaben ohne Balkone. In der ursprünglichen Visualisierung sind die Balkone (s.o., die Red.) aber noch zu sehen. Auch weitere, historisierende Fassadenelemente, die in der Architektur-Visualisierung noch Bestandteil des Vorhabens waren, wurden im letztlich gebauten Gebäude nicht umgesetzt.

Littenstraße: Berliner Denkmalbehörde untersagte den Bau von Balkonen

Womöglich lag das Balkon-Verbot an den Vorbehalten des Landesdenkmalamtes: Aufgrund der exponierten Lage des Neubaus – direkt neben der Ruine der einstigen Klosterkirche – hatten die Berliner Denkmalschützer erhebliche Bedenken gegen die Realisierung des Neubaus publik gemacht, letztlich erfolglos. Das Projekt wurde zügig umgesetzt.

Dabei ist mit dem „Emmi Luebeskind Haus“ eine gesellschaftlich sehr relevante Institution entstanden. Im neuen Haus soll es Räume für Beratung und Beschäftigung geben, im Turm mehrere Wohngemeinschaften für junge Leute. Die Stiftung entwickelte das Gebäude komplett in privater Eigeninitiative und hat es ohne öffentliche Mittel errichtet.

„Emmi Luebeskind Haus“: Das soziale Projekt ist rein privat finanziert

Den Projektinitiatoren geht es um Kinder, die nicht in ihren Ursprungsfamilien, sondern in Pflegefamilien oder Wohngruppen aufgewachsen sind. Mit Erreichen des 18. Geburtstages enden für diese jungen Menschen zahlreiche Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Dann müssen sie, häufig sehr kurzfristig, ihr bisheriges Lebensumfeld verlassen.

Für eben diese Gruppe junger Menschen sollen im „Emmi Luebeskind Haus“ zusätzliche Angebote geschaffen werden. Ein wichtiges Bildungs- und Betreuungsangebot zur persönlichen und gesellschaftlichen Orientierung Jugendlicher und junger Erwachsener.

Das Projekt ist im Übrigen nicht der erste Neubau, der in diesem Umfeld entsteht und versucht, historische Gegebenheiten aufzugreifen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Parochialkirche ist das Wohnungsprojekt “Klostergärten” realisiert worden und bildet eine gut funktionierende Symbiose aus bestehenden und neuen Gebäudestrukturen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Prominenter Standort für ein Jugendhilfe-Haus: Der Neubau der Emmi Luebeskind Stifung ist in der Littenstraße am historischen Berliner Klosterviertel entstanden.

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier

Quellen: Emmi Luebeskind Stiftung, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN, Berliner Zeitung, Wikipedia, Landesdenkmalamt Berlin

 

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