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Ende 2022 eröffnet der Interims-Bahnhof der S21 am Hauptbahnhof

Ende 2022 soll der erste von drei Bauabschnitten des S-Bahnprojekts “S21” abgeschlossen werden. Der Hauptbahnhof wird damit an den Nordring angeschlossen. Komplizierter jedoch wird der Weiterbau nach Süden, unter dem Regierungsviertel entlang.

Station unter der Invalidenstraße: Bis 2026 werden die Fahrgäste der S21 an dieser Übergangsstation aussteigen.

 

Der Streckenbau der S-Bahnlinie 21 gehört zu den größten und wichtigsten Infrastrukturprojekten der Deutschen Bahn in der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Das Bauvorhaben, das in drei aufeinanderfolgenden Bauabschnitten umgesetzt wird, soll das gesamte Liniennetz der Berliner S-Bahn neu ordnen.

Die neue Strecke S 21 wird nach ihrer Fertigstellung vom Nordring über den Hauptbahnhof und den Potsdamer Platz bis hinunter zur Yorckstraße führen. Damit werden die nördlichen und südlichen S-Bahn-Linien sowie die Ringbahn an den Hauptbahnhof angeschlossen und ein neuer S-Bahn-Knoten soll entstehen.

Vom Nordring bis zur Yorckstraße: “S21” soll Liniennetz völlig neu ordnen

Für Fahrgäste sollen sich damit komfortable Umsteigemöglichkeiten zwischen wichtigen S-Bahn-Linien, fast allen Regional- und Fernbahn-Linien sowie verschiedenen U-Bahn-Linien ergeben. Das ist zumindest der Plan der Deutschen Bahn. Allein, die Umsetzung ist deutlich komplizierter, als es die Zielstellung vermuten lässt.

Schon die Fertigstellung des derzeit laufenden, ersten Bauabschnitts hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder verzögert. Immerhin: Nun soll der Brückenschluss zwischen nördlichem S-Bahnring und dem Hauptbahnhof Ende 2022 abgeschlossen sein. Gleichzeitig wird dann auch eine neue S-Bahnstation ans Netz gehen: Die Station der Linie S21 am Hauptbahnhof.

Übergangsbahnhof der S21 geht Ende 2022 ans Netz

Damit werden auch die S-Bahnhöfe Westhafen und Wedding an den Hauptbahnhof angeschlossen. Dafür werden drei Eisenbahnbrücken und ein 700 Meter langer Tunnel errichtet. Ein weiterer Tunnel zur westlichen Anbindung der Strecke sowie das östliche Kreuzungsbauwerk sind bereits im Rahmen von früheren Planungen als Rohbau errichtet worden und müssen “nur” noch ausgebaut werden.

Zunächst wird die neue S-Bahnlinie an einem Interimsbahnsteig unter der Invalidenstraße, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, halten. Die Station stellt eine Zwischenlösung dar, bis die finale Haltestelle – direkt daneben – planmäßig 2026 fertig wird. So können bereits vier Jahre früher die Fahrgäste der S-Bahn vom Bahnhof Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof gelangen. Eigentlich war die Fertigstellung schon für 2021 vorgesehen.

Fertigstellung der finalen Haltestelle ist für 2026 geplant

Die Übergangsstation soll in einigen Jahren wieder zurückgebaut werden. Dort, wo sich derzeit der Bahnsteig befindet, soll zukünftig eine Weichenanlage installiert werden. Der Bahnsteig ist deshalb auch simpel konstruiert, bestehend aus Betonelementen und einer darauf liegenden Platte. Trotz seiner nur kurzen Lebensdauer wird der Bahnhof aber einen direkten Übergang zur U-Bahnlinie 5 enthalten (siehe Grafik oben).

Die Gestaltung immerhin scheint ansprechend zu werden. Farblich orientiert sich die Station offensichtlich am Design der Hamburger Haltestelle “Hafencity-Universität” der dortigen U-Bahnlinie 4. Das maritime Design sei nach Angabe der Deutschen Bahn auf die Nähe zum Humboldtfahren zurückzuführen. Trotz seiner Kurzlebigkeit wird der Bahnhof also kreativ gestaltet.

Verlängerung nach Süden unter dem Regierungsviertel entlang

Nach erfolgtem Anschluss des Hauptbahnhofs an den Nordring wird der Blick der Projektplaner*innen aber schnell wieder nach vorn, besser gesagt, nach Süden gerichtet. Denn der zweite Bauabschnitt, die Weiterführung der Linie unter dem Regierungsviertel, wird noch deutlich komplexer als der erste Teil des Projekts.

Denn über die Weiterführung der S21 in südlicher Richtung vom Hauptbahnhof bis zum Potsdamer Platz wurde in den vergangenen Jahren zwischen Bundestagsverwaltung und Deutscher Bahn intensiv debattiert, da die Bundestagsverwaltung durch den notwendigen Tunnel, der dafür unter dem Regierungsviertel gegraben werden muss, Schäden am Reichstagsgebäude befürchtete.

30 Streckenverläufe wurden analysiert

Daher wurden mittlerweile 30 Varianten überprüft. Der Bau der Tunnelröhre unter dem Regierungsviertel soll 2026 starten, also sobald die finale Station der “S21” ans Netz gegangen ist.

Problematisch bei der nun favorisierten Variante ist allerdings, dass sie das bestehende Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma tangieren würde und bauliche Maßnahmen auch auf dem Gelände des Denkmals notwendig wären. Allem Anschein nach wird der unterirdische Streckenverlauf aber trotzdem an dieser Stelle entlangführen.

© Grafiken: Deutsche Bahn AG

 

So soll der Tunnelröhrenverlauf unter dem Regierungsviertel verlaufen. Um das Reichstagsgebäude nicht zu gefährden, sollen die Röhren links und rechts vom Parlamentsgebäude verlaufen.

Vision oder Utopie? Das Architekturbüro “Graft” visualisiert den Bau einer Magnetbahn am Hauptbahnhof. © GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH

 

Die unerfüllte Vision: Berlin und die Magnetbahn-Technologie.
Ein weiteres Infrastrukturthema in Berlin ist die mögliche Verlängerung mehrerer U-Bahnlinien.
Ausschreibung: Neuer Betreiber für die S-Bahn ab 2027 gesucht.

 

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