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Friedrichshain sucht Fläche für dringend benötigten Schul-Neubau

In Friedrichshain soll der Neubau für eine zweizügige Grundschule entstehen. Dieser sollte nach ursprünglichen Plänen auf einer Freifläche an der Andreasstraße entstehen. Aber auch das SEZ-Areal an der Landsberger Allee ist eine mögliche Option.

Brachfläche: Hinter dem Julius-Pintsch-Gebäude erstreckt sich eine große, ungenutzte Fläche, die der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gern für einen Schul-Neubau nutzen würde.

 

In Friedrichshain gibt es kaum noch großformatige Flächen, die für den Bau von Schulen, Sportanlagen oder öffentlichen Einrichtungen genutzt werden können. Der Bezirk sieht jedoch aufgrund der anhaltenden Verdichtung und des starken Zuzugs einen dringenden Bedarf für den Bau einer neuen Grundschule.

Diese zweizügige Grundschule hatte der Bezirk eigentlich auf einer seit Jahrzehnten brach liegenden Freifläche zwischen Andreasstraße, Krautstraße und Lange Straße geplant. Die Fläche befindet sich direkt hinter dem Julius-Pintsch-Gebäude, welches in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und modernisiert wurde.

Schul-Neubau soll auf einer Brachfläche an der Andreasstrasse entstehen

Während im Julius-Pintsch-Gebäude aber Flächen für Büro und Gewerbe entstanden sind, ist der Baugrund für die Errichtung der neuen Schule nicht so einfach zu finden. Die Pläne, auf dem Gelände eine Grundschule zu errichten, gehen bereits auf das Jahr 2019 zurück. Trotzdem ist das Bauvorhaben ein ausgesprochen zähes Projekt.

Das Land Berlin scheut das Projekt nämlich, und zwar aus Kostengründen. Denn das Projekt an der Andreasstraße ist in seiner Grundkonzeption ungewöhnlich, da es auf einem Grundstück in Privatbesitz umgesetzt werden soll.

HOWOGE war als Projektpartner für die Umsetzung vorgesehen

Geplant war ursprünglich, dass die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE Schule und Grundstücksanteil für einen zweistelligen Millionenbetrag kauft und an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vermietet. Dieses Konstrukt hätte jeden Schulplatz jedoch doppelt so teuer gemacht als üblicherweise.

Der Bezirk beschwerte sich nun darüber, dass die Unterstützung, die das Projekt noch beim Vorgänger-Senat erhalten hatte, nun nicht mehr zu spüren sei. Peter Heckel, Vorsitzender des Bezirksschulbeirates und Uwe Berlo, Vorsitzender des Bezirkselternausschusses, fordern aber weiterhin mit Nachdruck, den Neubau zu ermöglichen. Allein im Ortsteil Friedrichshain fehlten nach ihren Einschätzungen bis 2026 rund 1.200 Schulplätze an den Grundschulen.

Das Land Berlin setzt auf eine Alternativ-Option: Das SEZ-Gelände

Das Land Berlin jedoch scheut sich derzeit davor, eine Entscheidung für den Standort an der Andreasstraße zu treffen und möchte das Thema noch vertragen, da sich womöglich noch eine andere Option auftut. Denn in den kommenden Tagen wird die Gerichtsentscheidung über die Zukunft eines weiteren, geplanten Schulstandorts im Bezirk erwartet: Die Fläche des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) an der Landsberger Allee.

Berlin will das vor 19 Jahren an einen Privatinvestor veräußerte Areal an der Landsberger Allee wieder in den Landesbesitz bekommen. Ob das gelingt, hängt jedoch davon ob, wie die juristische Entscheidung in der jahrelangen Hängepartie um das Grundstück ausgeht.

Möglicher SEZ-Rückkauf hängt von juristischer Entscheidung ab

Der Senat jedenfalls steht in den Startlöchern, um das Areal neu zu entwickeln, sollte der den Zuschlag dafür erhalten. Auf dem SEZ-Gelände sollen nach den Wünschen der Landesregierung Voraussetzungen für die Errichtung einer urbanen, gemischt genutzten Bebauung mit hohem Wohnanteil geschaffen werden. Auch Gemeinbedarfsflächen und die besagten Schul- und Kitaflächen sowie eine öffentliche Grünfläche sind vorgesehen.

Eine Entscheidung über den zukünftigen Standort der neuen Grundschule soll also erst fallen, wenn das Gerichtsurteil zum SEZ-Gelände amtlich ist. Wie lange es dann mit der Umsetzung des Schul-Neubaus noch dauert, ist schwer zu beantworten. Aber man kann das Vorhaben durchaus als schwierig bezeichnen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Standort-Option 1: Die Brachfläche an der Andreasstraße

Standort-Option 2: Die Fläche des „SEZ“ an der Landsberger Allee

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