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Adlershof: Gemeinschaftsschule für 1.400 Schülerinnen und Schüler

Auf dem aktuell noch brach liegenden Grundstück an der Hermann-Dorner-Allee in Berlin-Adlershof soll zukünftig eine neue Gemeinschaftsschule entstehen, am Rande eines ehemaligen Flugplatzes. Das Projekt übernimmt die HOWOGE, es ist ihr zweites großes Schulneubauprojekt.

So stellen sich die Architektenteams die Innengestaltung der neuen Gemeinschaftsschule in Berlin-Adlershof vor.

© Visualisierungen: AFF Architekten Berlin / Gruppe Planwerk / nhst Architekten
Text: Stephanie Engler

 

Das nächste Großprojekt in Sachen Schulbau und Schulsanierung geht demnächst an den Start. Treptow-Köpenicks Schulstadtrat Marco Brauchmann (CDU) und Jens Wadle von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE unterzeichneten dafür jüngst den Projektvertrag für die Gemeinschaftsschule in Adlershof.

Die HOWOGE baut oder saniert im Auftrag des Berliner Senats mehrere Schulen. Somit ist es für sie nun das zweite, große Neubauprojekt – nach dem Neubauprojekt Schulcampus an der Allee der Kosmonauten in Lichtenberg.

Die neue Schule entsteht am Eisenhutweg in Adlershof

Die in Adlershof dringend benötigte Schule soll auf dem Gelände der Wissenschaftsstadt (Wista) am Eisenhutweg entstehen. Bis 2026 wird hier ein Schulgebäude erbaut, welches bis zu 1.500 Schülerinnen und Schülern Platz bieten soll. Grundschule, Sekundarschule und gymnasiale Oberstufe sollen so unter einem Dach vereint werden. Durch große Wohnungsbauprojekte in der Umgebung wird in den kommenden Jahren viel Zuwachs erwartet.

Die Kosten für den Bau der Gemeinschaftsschule belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf 106 Millionen Euro. Laut Wadle ist dieser Kostensatz weiterhin aktuell, könnte jedoch im Laufe der Bauzeit noch ansteigen. Der Bauantrag soll im Sommer bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingereicht werden. Der Baustart soll im kommenden Jahr erfolgen.

Entwurf für neue Gemeinschaftsschule im Südosten Berlins steht

Im Laufe des Vergabeverfahrens der HOWOGE zu den Generalplanungsleistungen zur Gemeinschaftsschule Adlershof kam es nun zu einer Entscheidung. Unter insgesamt 18 teilnehmenden Architekturbüros gewann das Architekturmodell des Büros AFF Architekten aus Berlin.

Laut Jens Wadle hätte der Entwurf das Potenzial, eine starke Schulgemeinschaft auszubilden und sei geprägt durch den Leitgedanken des Berliner Lern- und Teamhauses. Es sei ein gutes Ergebnis für eine große Schule, die auf schwierigem Gelände erbaut werden soll. Denn der Neubau soll auf dem bisher noch brach liegenden Areal an der Hermann-Dorner-Allee Ecke Eisenhutweg entstehen.

Ein modernes Schulgebäude als „Gate“ zum Lernen soll in Adlershof entstehen

Die neue Schule in Adlershof glänzt schon vor Erbauung mit einigen Besonderheiten. So wurde laut Martina Schulz-Brüssel, Leiterin der pädagogischen Projektgruppe GAD, zum ersten Mal ein Teil der künftigen Nutzerinnen und Nutzer in die Entwicklung des Gebäudekonzepts mit eingebunden. So konnte das Grundgerüst des geplanten, pädagogischen Konzepts auf die Ausgestaltung der Architektur einwirken.

Das Gewinnermodell zeigt ein modernes Gebäude, welches die Geländetopografie optimal nutzen wird: Vor dem Haupteingangsbereich soll eine weitläufige Piazza entstehen, welche die Senke des Grundstückes überbrücken soll. Durch mehrere Löcher in der Brücke sollen Bäume ungehindert weiterwachsen können. Passend zum ehemaligen Flugplatz Johannisthal nennen die Planer den offenen Eingangsbereich „Gate“.

Mehrere Schulhäuser und begrünte Innenhöfe

Durch grüne Innenhöfe unterbrochen, reihen sich mehrere Schulhäuser aneinander. In drei oberirdischen Geschossen sollen die 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche untergebracht werden. Das Erdgeschoss wird alle Gemeinschaftsfunktionen beherbergen: Mensa, Aula, Verwaltung, Bibliothek, Werk- und Kunsträume.

Im Untergeschoss werden die zwei Sporthallen zu finden sein. Diese können durch verglaste Galerien von beiden Eingangshallen aus erreicht werden. Insgesamt verbinden fünf Treppenhäuser die Geschosse miteinander. Durch die hohe Lärmbelästigung der stark frequentierten Straßen an dem Grundstück sollen die Räumlichkeiten zusätzlich über die Innenhöfe belichtet und belüftet werden.

Das „Compartment-Konzept“ soll für Flexibilität und Spaß am Lernen sorgen

Das neue Schulkonzept ändert die Bauart und Optik der Schulen von Grund auf. So sollen Lernende und Lehrende zu den Klassen- und Fachräumen nicht mehr über lange Flure gelangen. Das so genannte „Compartment-Konzept“ sieht vor, dass sich die Unterrichtsräume rund um dezentrale Foren gruppieren. Diese werden einem bestimmten Schwerpunkt oder Jahrgängen zugeordnet. Für jedes Forum soll es zudem flexibel nutzbare Bereiche und Räume geben.

Da die neue Gemeinschaftsschule als ganztägiger Aufenthaltsort angedacht ist, sollen sich die Schülerinnen und Schüler hier zukünftig natürlich wohlfühlen. Die Schulräume sollen daher offen und hell gestaltet werden. Das Gebäude soll dazu einladen, dass die Kinder ihre Freizeit hier gern verbringen – sei es im Schulgarten, in der Bibliothek, bei Proben auf der Theaterbühne oder auf einem der Sportplätze.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

So soll der Schul-Neubau strukturiert werden: Mehrere Schulgebäude sollen von begrünten Innenhöfen unterbrochen werden.

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