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Jahnsportpark: Senat entscheidet sich für Stadion-Abriss und Neubau

Nach jahrelangem Tauziehen um die Zukunft des Stadions am Jahnsportpark ist die Entscheidung nun gefallen: Wie bereits ursprünglich vorgesehen, wird das alte Leichtathletik-Stadion vollständig abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

 

Bereits Ende Januar hatten wir über die schwierigen Sportstätten-Projekte berichtet, die in Berlin derzeit eher diskutiert als umgesetzt werden. Immerhin: bei einem der drei Projekte ist die Diskussion nun zu einem Ende gekommen. Es betrifft das Bauvorhaben im Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark in Prenzlauer Berg

Die Senatssportverwaltung gab am Mittwoch bekannt, dass das Leichtathletik-Stadion im Jahnsportpark durch einen kompletten Neubau ersetzt und demnach abgerissen werden soll.

Ein Neubau soll das alte Stadion ersetzen

Damit wendet sich Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) gegen die intensiv diskutierte Option, die baufällige, noch bestehende Arena zu sanieren und zu erhalten. Eine Forderung, die von einer Anwohnerinitiative vehement vorangetrieben und auch von Grünen und Linken im Bezirk offen unterstützt wurde.

Das heute bestehende Jahnstadion, direkt angrenzend an den populären Mauerpark im Prenzlauer Berg, wurde Anfang der 50er Jahre errichtet und 1987 um eine vierstöckige Haupttribüne ergänzt. Mittlerweile ist das Stadion jedoch völlig überaltert.

Es war der ursprüngliche Plan, das Stadion aus den 1950er Jahren abzureißen

Der Abriss des Stadions war eigentlich schon vor über sieben Jahren der Plan des Berliner Senats, im Jahr 2020 sollte ursprünglich der Abriss erfolgen. Aufgrund der massiven Widerstände der Anwohnerinnen und Anwohner wurde das Projekt im März 2021 dann überraschend gestoppt. Das Planungsverfahren wurde noch einmal neu justiert, mit völlig offenem Ausgang. Vor allem das Thema Stadion-Neubau wurde noch einmal gänzlich neu bewertet.

Trotz der Argumente der Abriss-Gegner, eine Sanierung sei verträglicher und klimafreundlicher als Abriss und Neubau, kommt es nun zur ursprünglich geplanten Variante – mit dem Abbruch des Bestandsbaus und der Neuerrichtung des Stadions nach modernsten Standards der Inklusion.

Ein Realisierungswettbewerb soll noch im Frühjahr 2022 ausgelobt werden

Die Senatssportverwaltung äußert sich wie folgt zum Projekt: „Vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit, dem Raumprogramm, der städtebaulichen Rahmenbedingungen und den besonderen Anforderungen an einen Inklusionsportstandort hat das Lenkungsgremium entschieden, das Stadion unter Einbeziehung der wesentlichen identitätsstiftenden Merkmale des Jahnsportparks neu zu bauen“.

Über die Gestaltung des zukünftigen Stadions soll nun im Rahmen eines Architekturwettbewerbs entschieden werden. Der Wettbewerb soll noch im Frühjahr 2022 ausgelobt werden. Die Bürgerinitiative, die gegen die Errichtung eines Neubaus ist, kritisierte die Entscheidung vor allem deshalb, weil aus ihrer Sicht die Erkenntnisse aus dem Werkstattverfahren überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Es gibt deutliche Kritik an der Entscheidung

Unzufrieden äußert sich auch der Pankower Grünen-Abgeordnete Andreas Otto, der mit seiner Fraktion Einspruch gegen die Entscheidung erheben will. „Die Koalition hat klar verabredet, eine breit getragene Lösung zur Erneuerung des gesamten Sportparks zu erarbeiten. Die Sportverwaltung scheint jetzt wieder ausschließlich auf Abriss und Neubau des Stadions zu zielen.“

Bei der Sportverwaltung hingegen hebt man die Tatsache hervor, dass im weiteren Planungsverfahren Forderungen nach einem Erhalt bestimmter Elemente des heutigen Stadions Beachtung finden werden. Man wird jedoch den Eindruck nicht los, dass bei diesem Thema das letzte Wort – nach all den Jahren – noch immer nicht gesprochen ist.

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