-->
entwicklungsstadt berlin

Jede Zeit baut ihre Stadt.

„Sport findet Stadt“: Umbau des Sportforums Hohenschönhausen

Das „Sportforum Berlin“ in Alt-Hohenschönhausen soll grüner, offener und auch autofrei werden. Ein Berliner Architekturbüro konnte sich im Rahmen eines Wettbewerbs mit seinen Plänen durchsetzen. Sowohl der Breiten- als auch der Spitzensport sollen davon profitieren.

 

Das „Sportforum Berlin“ ist neben dem Olympiapark die zweitgrößte Sportanlage der Hauptstadt und ein bedeutendes Zentrum des Berliner Leistungssports. Das rund 45 Hektar große Areal wurde Anfang der 50er Jahre gebaut und umfasst heute etwa 35 Sportanlagen, die sowohl für den Spitzen- und Nachwuchssport als auch für den Breitensport genutzt werden.

Wenn man die Anlage heute betritt, findet man zum einen Teil moderne Sportstätten und Anlagen, zum anderen Teil aber auch völlig überalterte und marode Gebäude und Infrastrukturen vor. Dieser Zustand soll nun im Rahmen einer zweistufigen Modernisierung des Geländes behoben werden.

„Holzwarth Landschaftsarchitektur“ und „Yellow Z“ setzten sich durch

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte hierfür gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport einen entsprechenden Architekturwettbewerb durchgeführt, an dem sich mehrere Planungsbüros beteiligt hatten. Siegreich war hierbei das Berliner Architekturbüro Holzwarth Landschaftsarchitektur, gemeinsam mit dem Büro yellow z.

Ziel der Berliner Senatsverwaltung ist es, das „Sportforum Berlin“ zu einem nachhaltigen, nationalen Spitzensportzentrum weiterzuentwickeln und das gesamte Areal dabei gestalterisch aufzuwerten. Der Anfang des Jahres durchgeführte Wettbewerb diente dazu, eine bauliche und freiräumliche Grundlage für die Entwicklung des Sportforums zu schaffen.

Das gesamte Areal soll neu geordnet werden: „Sport findet Stadt“

Holzwarth und yellow z wollen das Areal nun neu ordnen und haben ihre Entwürfe mit dem Slogan „Sport findet Stadt“ überschrieben. Möglichkeiten für den Spitzensport sollen um Angebote des Freizeit- und Breitensportes ergänzt werden.

Viele der Anlagen sollen demnach abgerissen, neu gebaut oder baulich aufgewertet werden. Angelehnt an die 1954 angedachte Gesamtgestaltung des Areals soll es zukünftig drei Hauptachsen geben, die von den umliegenden Wohngebieten ausgehend über das Gelände führen.

Zentrum des neuen Sportforums: Der „Forum Park“

Diese Achsen führen an Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen vorbei zu den Sporthallen, Plätzen und Feldern. Die Planer*innen sehen dabei Sportflächen vor, die sich um einen sogenannten „Forum-Park“ gruppieren. Bei diesem „Forum Park“ handelt es sich um einen Gebäudekomplex der Sportarena, zwei Dreifachsporthallen sowie deren Funktionsbereiche und ein Bistro.

Das Nebeneinander von Spitzen- und Breitensport ist ein Kernelement dieses Konzeptes, welches von der Jury prämiert worden ist. Diese äußerte sich zum Entwurf wie folgt: „Die Struktur der Felder, eingebunden in ein engmaschiges Netz aus Erschließungswegen, macht die DNA des Entwurfs aus. (…) Durch die deutliche Ost-West-Achse entsteht eine Hierarchie, die eine klare Orientierung und gute Adressbildung ermöglicht. Ähnlich gilt dies für die Nord-Süd-Achse, welche das Areal des Sportforums in die Umgebung einbindet.

Das zukünftige Areal soll autofrei gestaltet werden

Damit die Anlage künftig ungestört genutzt werden kann, soll der bislang gestattete Autoverkehr im Sportforum zukünftig nicht mehr erlaubt sein. Für Autos soll eine zentrale Tiefgarage am Weißenseer Weg errichtet werden.

Das Areal kann zukünftig entweder zu Fuß, per Cargobike, E-Tretroller oder Fahrrad durchquert werden. In einem Mobilitätsstützpunkt sollen unter anderem Fahrradstellplätze, Ladesäulen für E-Bikes, ein Vermieter für Sportausrüstung sowie eine Fahrradreparaturwerkstatt unterbracht werden.

Das Gelände steht unter Denkmalschutz

Das gesamte, ab 1956 nach Entwürfen eines Architektenkollektivs unter Leitung von Walter Schmidt errichtete Gebäudeensemble „Sportforum Hohenschönhausen“ (heute „Sportforum Berlin“), einschließlich der von 1956 bis 1958 gebauten Dynamo-Sporthalle,  steht heute unter Denkmalschutz.

Der ursprüngliche Bau wurde vom VEB Industriebau Berlin für das Ministerium des Innern und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR ausgeführt. Auf dem Gelände befindet sich heute der Olympiastützpunkt Berlin.

© Visualisierungen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / Senatsverwaltung für Inneres und Sport / Holzwarth Landschaftsarchitektur / yellow z

Weitere Projekte in Lichtenberg findet Ihr hier
Jahnsportpark-Umbau in Pankow: Entscheidung erst nach den Wahlen
Trabrennbahn Karlshorst: Bebauung des historischen Areals oder nicht?
Interview mit Thomas Härtel zur Zukunft des Olympiaparks

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

3 Kommentare

  1. Stop Mietnomaden Oktober 19, 2021

    Der Ärger von Vermietern nimmt seit Jahren bedauerlicherweise dauernd zu.

    Ich möchte ganz bestimmt nicht sagen, dass früher alles besser war.
    Aber in diesen Tagen kann man bei keinem Mieter mehr treugesinnt
    sein. Trotz Schufa-Information, Mietnomaden-Verzeichnis und doppeltem Verdienst bleiben die Mietzahlungen schlichtweg aus.

    Bei den aktuellen Immobilienpreisen überlege ich mir,
    den Grundbesitz zu versilbern und das Geld alternativ anzulegen.

  2. Marian Februar 9, 2022

    Wo kann man genauere PLanungen sehen, geplante Sportstätten, welche Sportarten werden berücksichtigt…?

  3. Kulle Februar 19, 2022

    Ein Verein braucht (s)eine Heimat

    Der Verein BFC Dynamo e.V. bietet hunderten Kindern und Jugendlichen aus Berlin eine sportliche Entwicklung und Perspektive. Das Ziel vieler Jugendspieler des Vereins ist es, einmal im Profifußball gegen den Ball zu treten. Momentan wird dem Verein in Berlin- Hohenschönhausen im Sportforum eine Heimat geboten, in welchem auch die Regionalligamannschaft der Herren im Stadion seine Spiele austrägt. Zudem ist das Areal Olympia-, DFB – Stützpunkt und beherbergt eine große Sportschule.

    Das Areal des Sportforums soll nun neu gestalten werden, was nach jahrzehntelanger Missachtung dringend notwendig ist. Das Stadion selbst konnte die letzten Jahre nur durch viele Stunden ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder des BFC Dynamo und dessen Sponsoren überhaupt instand gehalten werden. Leider findet einer der größten Nutzer der Anlage in den zukünftigen Plänen des Senats jedoch kaum Beachtung, der Verein BFC Dynamo. Das Stadion selbst, als momentan zentraler Mittelpunkt der Anlage findet in den Planungen keine Berücksichtigung.

    Dem Verein wird damit seine Grundlage genommen, denn dieser lebt vom Miteinander, einem Austausch und gemeinsamen Schaffen/Erschaffen. Das Stadion steht dabei sinnbildlich als Mittelpunkt des Vereinslebens. Es beherbergt unter anderem auch das Vereinsheim, welches als Treffpunkt für Eltern oder auch Zuschauer dient. Ferner ist die Geschäftsstelle des Vereins und alle damit verbunden Versorgungsräume auf dem Areal untergebracht.

    Ein Verein braucht eine feste Heimat, in welcher sich dieser entwickeln, wachsen und gedeihen kann. Es kann in diesem Zusammenhang keine Lösung sein, dass der Verein zerpflückt an verschiedenen Orten der Stadt seine Spiele austrägt. Somit wird diesem seine Perspektive und das so wichtige Vereinsleben genommen, welches das zentrale Bindeglied darstellt. Einmal mehr entsteht der Eindruck, dass die Politik der Stadt an den Interessen der Menschen in dieser vorbeiplant.

    Ziel dieser Petition ist es, dass das Stadion als zentraler Mittelpunkt der Anlage in den Plänen eine Beachtung findet. Denn der Verein BFC Dynamo und dessen Mitglieder brauchen eine gemeinsame Heimat und die Stadt Berlin eine Infrastruktur, welche es ermöglicht, dass Vereine gleichberechtigt am Profisport teilnehmen können. Sinn kann es nicht sein, dass dies nur unter der Berücksichtigung finanzstarker Investoren ermöglicht wird.

    Mit Ihrer Unterschrift unterstützen Sie nicht nur einen Traditionsverein aus Berlin in seiner Entwicklung. Sie Bieten vielmehr vielen Menschen, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich wieder als ein gemeinsamer Verein zu empfinden und eine Perspektive zu erschaffen, die nur in einer gemeinsamen Heimat entsteht. Danke für Ihre Unterschrift!

    https://chng.it/hjJZSxB8hF

Antworten

© 2022 entwicklungsstadt berlin

Thema von Anders Norén