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Nachhaltige Projekte in Berlin, Teil 5: Die Initiative „Stadtradeln“

Das Thema Nachhaltigkeit ist längst im Bereich der Stadtentwicklung angekommen. Auch in Berlin gibt es zahlreiche Initiativen und Projekte, die nachhaltige Produkte und Entwicklungen vorantreiben. Im Rahmen unserer Reihe “ENTWICKLUNGSSTADT bewegt BERLIN” stellen wir regelmäßig ein neues, nachhaltiges Produkt vor. Im mittlerweile fünften Teil der Serie beschäftigen wir uns mit dem Thema Radfahren in der Stadt, also mit dem „Stadtradeln“.

© Foto/Visualisierung: RADar / Stadtradeln

Text: Celine Hellriegel

 

In unserer Reihe ENTWICKLUNGSSTADT bewegt BERLIN stellen wir regelmäßig ein nachhaltiges Projekt aus Berlin vor. Im letzten Teil der Serie berichteten wir über das „Weltacker“-Projekt in Pankow, welches von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft 2015 ins Leben gerufen wurde.

Im fünften Teil berichten wir angesichts der fortschreitenden Verkehrswende über ein Stadtrad-Projekt namens STADTRADELN“. Es handelt sich hierbei genau genommen um einen Wettbewerb, der Berlinerinnen und Berliner dazu motivieren soll, möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das Projekt zielt außerdem darauf ab, die Radinfrastruktur der Stadt zu verbessern.

7,5 Millionen Tonnen Emissionen ließen sich vermeiden

Die vom Klima-Bündnis der europäischen Städte ins Leben gerufene Kampagne „STADTRADELN“ dient politischen Entscheidungsträgern der Kommunen sowie den Berlinerinnen und Berlinern vor allem in langfristiger Hinsicht. Denn die schlechte Luftqualität, kaputte oder nicht vorhandene Radwege sowie Verkehrslärm sind belastende Faktoren, die sich mittels dieses Projektes verbessern lassen.

Um das einmal kurz in Zahlen zu verdeutlichen: Das Umweltbundesamt berichtet, dass etwa ein Fünftel der in Deutschland verursachten, klimaschädlichen CO2-Emissionen dem Verkehrssektor zuzuordnen sind. Etwas 7,5 Millionen Tonnen dieser Emissionen ließen sich vermeiden, wenn etwa 30 Prozent der Kurzstrecken (bis zu sechs Kilometer) in den Innenstädten mit dem Fahrrad gefahren würden, anstatt mit dem Auto.

Autofreie Innenstädte wie in Barcelona, Wien oder Ljubljana

In Berlin wird daher mehr und mehr auf autofreie Zonen gesetzt. Viel mehr sind Fahrräder und Verkehrsmittel des Öffentlichen Nahverkehrs die Fortbewegungsmittel der Berliner Zukunft. Das macht sich auch bei vielen anderen Projekten und Visionen der Mobilitätswende bemerkbar.

Gemeinschaftliches Ziel sollte nach Ansicht der Projektinitiatoren im Idealfall eine autofreie Innenstadt sein. Dass das Möglich sein kann, zeigen Vorreiter-Städte wie Barcelona, Wien oder Ljubljana. Angetrieben von den Visionen und den Zielen der Verkehrswende aber auch den vielen, gesundheitlichen Vorteilen, die eine Minderung des Pkw-Verkehrs mit sich bringt, versucht die „STADTRADELN“-Kampagne, die Menschen vom Fahrradfahren zu überzeugen. 

Wettbewerbsdauer von 21 Tagen

Für eine Dauer von 21 Tagen sollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer so häufig wie möglich Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Für den Wettbewerb ist es dabei nicht von Relevanz, ob sie bisher schon tagtäglich oder eher selten mit dem Rad unterwegs waren.

Hier zählt jeder einzelne, mit dem Fahrrad gefahrene Kilometer. Denn jede Distanz, die sonst mit dem Auto gefahren würde, durch den Wettbewerb aber mit Rad zurückgelegt wird, ist eine Verbesserung – für die eigene Gesundheit und für das Klima.

Teilnahme über App oder Stadtradeln-Webseite

Um am Wettbewerb teilzunehmen, müssen sich Interessierte über die STADTRADELN-App“ oder über die Webseite registrieren. Dann geht es auf das Rad und los in die Stadt. Dementsprechend werden die mit dem Fahrrad absolvierten Distanzen getrackt und anonymisiert weitergeleitet.

Die Erkenntnisse, die aus den ermittelten Daten hervorgehen, werden schließlich von der Technischen Universität Dresden ausgewertet und für die Kommunen bereitgestellt. Entscheidungsträger bei Themen rund um die Radinfrastruktur sind die Kommunen. Daher sollen Daten über den Radverkehrsfluss oder die Häufigkeit der Fahrten an diese weitergeleitet werden.

Digitale plattform RADar: Schlaglöcher und schlechte Radwege melden

Die Beteiligungsplattform RADar bietet Radelnden zusätzlich die Möglichkeit, Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder eine unübersichtliche Verkehrsführung in einem digitalen Stadtplan einzutragen und die Missstände somit auf direkten Wegen der öffentlichen Verkehrsverwaltung zu melden.

RADar soll als Tool die „STADTRADELN“-Kampagne unterstützen und ermöglicht es zusätzlich all denen, die sich nicht für den Wettbewerb registrieren wollen, auf diesen Weg auf Gefahrenstellen aufmerksam zu machen.  

Europaweiter Austausch von Ideen und Anregungen

Die Aktion „STADTRADELN“ soll den Menschen in europäischen Metropolen Raum für einen Austausch von Ideen und Anregungen zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur bieten und zudem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer motivieren, verstärkt das Rad zu benutzen. 

Gleichzeitig klärt die Kampagne über die Vorteile des Fahrradfahrens und die damit verbundenen Chancen für eine gesündere und bessere Lebensqualität in der Stadt auf. Ihr wollt an dem Wettbewerb teilnehmen? Dann ladet euch entweder die App „STADTRADELN“ auf Euer Smartphone herunter oder schaut selbst einmal auf der Webseite STADTRADELN – Darum geht es! vorbei. Und nun – ab aufs Fahrrad!

 

 

Weitere Teile der Reihe „ENTWICKLUNGSSTADT bewegt BERLIN“ findet Ihr hier: 

Nachhaltige Projekte in Berlin, Teil 4: Der Weltacker in Pankow

Nachhaltige Projekte in Berlin, Teil 3: Nachhaltigkeit im Bahnhof

Nachhaltige Projekte in Berlin, Teil 2: Berliner bewässern Straßenbäume

Nachhaltige Projekte in Berlin, Teil 1: Der „BÖcher“ aus dem Bötzowkiez

Auf unserer Nachhaltigkeits-Seite findet Ihr alle Teile übersichtlich aufgelistet und erfahrt mehr zur Autorin Celine Hellriegel

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