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Siemensstadt-Square: Verschiedene Bürger-Beteiligungsformate

Bis 2030 soll in Berlin-Spandau für 600 Millionen Euro ein neuer Stadtteil entstehen. Das Projekt „Siemensstadt-Square“ sieht vor, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Planungs- und Entwicklungsprozess einzubeziehen. Dafür wurde ein vierteiliges Beteiligungsverfahren gestartet.

Draufsicht: Am Saatwinkler Damm soll das neue Quartier „Siemensstadt Square“ in den kommenden Jahren entstehen. Nun werden verschiedene Formate zur Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht.

© Visualisierungen: Ortner & Ortner Baukunst
Text: Celine Hellriegel

 

Die Entwicklung des Siemensstadt-Areals in Berlin-Spandau, in die der Siemens-Konzern 600 Mio. Euro investieren wird, gehört zu den spannendsten und vor allem größten Entwicklungsprojekten der kommenden 2020er Jahre in Berlin. Der Name des Projekts: „Siemensstadt Square“.

Auf dem 70 Hektar großen Areal wollen Siemens und das Land Berlin gemeinsam ein völlig neues Stadtviertel begründen. Freiflächen und Gebäude für Wohnen, Arbeiten und Forschen sollen dabei ein attraktives Stadtareal aus der Taufe heben und dabei neuen, öffentlichen Raum schaffen. Denn das Gebiet, auf dem dieses gigantische Projekt umgesetzt werden soll, ist der Öffentlichkeit heute nicht zugänglich.

Das Areal rund um den Bahnhof Siemensstadt wird neu entwickelt

Konkret handelt es sich um das Areal rund um den S-Bahnhof Siemensstadt, der vermutlich bis 2029 komplett runderneuert sein wird. Das riesige Gelände soll nun mit Hilfe von Bürgerbeteiligungen – unter der Federführung von Siemens und dem Land Berlin – neugestaltet und entwickelt werden.

Die Besonderheit des Projekts ist die offensive und breite Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern. Die Idee für die Beteiligungsformate hatte das Unternehmen Siemens, welches sich auf diesem Weg Zuspruch und Inspiration für das Zukunftsareal erhofft. Das Verfahren wird in vier Stufen eingeteilt, wobei die erste Stufe mittlerweile fast abgeschlossen ist. Hier ging es um die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und um den städtebaulichen Wettstreit. 

Derzeit läuft die zweite von vier Beteiligungsphasen

Beim Architekturwettbewerb setzte sich vor rund zwei Jahren das Berliner Büro Ortner & Ortner Baukunst durch, die in Berlin derzeit unter anderem eines der ambitionierten Hochhausprojekte am Alexanderplatz umsetzen. In der aktuell laufenden, zweiten Beteiligungsphase beschäftigen sich die Verantwortlichen mit den ersten von drei Bebauungsplänen, genau genommen rund um den Eingangsbereich am alten bzw. ab 2029 neuen S-Bahnhof Siemensstadt.

Ein Info-Pavillon, in dem das Projekt „Siemensstadt Square“ vorgestellt wird, soll im kommenden Jahr platziert werden und für weitere Beteiligungsformate zur Verfügung stehen. Bei einem Bürgerforum wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept für Siemensstadt und Haselhorst (ISEK) oder auch benachbarte Großvorhaben im Rahmen des Info-Pavillons zur Sprache kommen sollten.

Gestaltung von Freiflächen und öffentlichen Bereichen in Phase 3 und 4

In den daran anschließenden dritten und vierten Stufen werden gleichzeitig die noch fehlenden nördlichen, mittleren und südlichen Bebauungspläne für das „Siemensstadt Square“ Areal in die Beteiligung involviert. Die Gestaltung der öffentlichen Plätze werden in dieser Phase im Mittelpunkt stehen. So sollen Spielplätze und eine neue Grundschule im Norden des Areals entstehen.

Durch alle vier Beteiligungsstufen ziehen sich Themen und Fragen wie Inklusion und Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Mobilität, Erdgeschosszonen und Einzelhandel. Auch Vorschläge für Straßennamen sind Teil der Planung und für die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger relevant.

Relevante Gruppen und Institutionen sollen sich aktiv einbringen können

Dabei werden selbstverständlich ebenso bedeutsame Akteure und signifikante Gruppen, Vereine oder Organisationen als wichtiges Entscheidungsgremium berücksichtigt. Kirchengemeinden, die Stadtteilkonferenzen Siemensstadt und Haselhorst, das Familienzentrum Rohrdamm, der SC Siemensstadt, das Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium, der Spandauer Wirtschaftshof sowie die Planungswerkstatt Neue Siemensstadt sind in den Beteiligungsformaten von Siemens zur Mitarbeit eingeladen.

Bewerben können sich alle Interessierten hier noch bis zum 10. Juni 2022. Im Anschluss werden fünf Personen per Los gezogen und bilden zukünftig die sogenannte Vernetzungsgruppe, die den weiteren Beteiligungsprozess aktiv mitgestalten wird.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

So oder so ähnlich könnte das zukünftige Quartier „Siemensstadt Square“ in einigen Jahren aussehen.

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