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„Capital Tower“: Probleme beim Hochhausprojekt am Alexanderplatz

Das ehrgeizige Hochhausprojekt, welches direkt neben dem Alexa auf einem nur 60 mal 25 Meter großen Baugrundstück umgesetzt wird, scheint ins Stocken geraten zu sein. Wie es beim Bau des 150-Meter-Wohnturms weitergeht, ist derzeit fraglich.

Ins Stocken geraten: Der Bau des „Alexander Capitol Tower“ am Alexanderplatz in Berlin-Mitte.

© Grafiken: Bewocon / PORR / Ortner & Ortner

 

Bislang galt das vom amerikanischen Immobilienunternehmen Hines verantwortete Hochhausprojekt als das „Problemkind“ unter den vier Hochhausprojekten, die am Alexanderplatz umgesetzt werden sollen.

Grund dafür waren Unstimmigkeiten mit der BVG über den Umgang mit dem U5-Tunnel, der unter dem Baugrundstück verläuft. Hinzu kamen Differenzen mit dem Berliner Senat, der die von Hines beabsichtigten 150 Meter Bauhöhe als zu hoch empfindet und lieber ein Hochhaus mit einer Höhe von 130 Metern realisiert sehen möchte.

Der „Alexander Capital Tower“ wird zum „Problemkind“ am Alexanderplatz

Der bisherige Musterschüler schien bis vor wenigen Wochen das „Alexander Capital Tower“ Projekt der russischen Monarch Gruppe gewesen zu sein. Das Projekt war nach dem offiziellen Spatenstich als erstes der vier Hochhausprojekte am Alexanderplatz in Berlin-Mitte schon im Jahr 2019 in die Umsetzung gegangen.

Erst im letzten Jahr begannen dann auch die Bauarbeiten am Covivio-Tower und dem Hochhausprojekt der Signa-Gruppe am bestehenden Kaufhof-Gebäude. Das Hochhausprojekt der Monarch Gruppe, welches direkt neben dem Einkaufszentrum Alexa auf einem nur 60 mal 25 Meter großen Baugrundstück umgesetzt werden soll, scheint nun ins Stocken zu geraten.

Die „Monarch Gruppe“ kann derzeit ihrer Bauverpflichtung nicht nachkommen

Dies berichten in dieser Woche mehrere Medien übereinstimmend. Der Hauptgrund dafür soll aber nicht, wie ursprünglich vermutet, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sein. Die Probleme bei der Umsetzung des Projekts sollen bereits vorher zutage getreten sein. Zusätzlich spielt der kriegerische Konflikt und die Sanktionierung russischer Unternehmen durch die Europäische Union mit Sicherheit eine Rolle.

Wie Finanzsenator Daniel Wesener (Die Grünen) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus mitteilte, sehe es derzeit so aus, als ob die Monarch Gruppe seiner mit dem Land Berlin geschlossenen Verpflichtung zur Fertigstellung des Baus nicht nachkommen könne. Eine Verpflichtung zur Fertigstellung des Baus ist ein üblicher Vertragsbestandteil bei solchen Immobilienprojekten, wie es am Alexa umgesetzt werden soll.

Derzeit werden Nachverhandlungen geführt – Vertragsstrafen drohen

Die Senatsverwaltung für Finanzen äußert sich zum Vorgang wie folgt: „Es ist festzustellen, dass Monarch die vereinbarten Fristen nicht mehr einhalten kann. Es werden daher Nachverhandlungen geführt.“ Das Statement klingt wie eine Bestätigung der vermuteten Probleme beim Bau des Hochhauses.

Doch was bedeutet das konkret für das Projekt? Derzeit werden das weitere Vorgehen und sogar mögliche Rücktrittsrechte geprüft. Die Rückabwicklung des damaligen Kaufvertrages wäre durch eine sogenannte Rückfallklausel zwar möglich, allerdings erst als letzte von mehreren Eskalationsstufen. Von einem solchen Szenario möchte in der Senatsverwaltung derzeit aber noch niemand sprechen.

Dennoch drohen dem Projekt, welches längst im Bau ist – neben dem Alexa tut sich eine gigantische Baugrube auf – nun empfindliche Verzögerungen. Der anvisierte Fertigstellungstermin im Jahr 2023 wird nach aktuellem Stand jedenfalls nicht mehr zu halten sein.

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3 Kommentare

  1. Samuel März 22, 2022

    Es wäre sehr schade wenn erneut Hochhauspläne am Alexanderplatz scheitern würden. Sollte es mit diesem Investor nicht zu realisieren sein, so hoffe ich dass zumindest am Grundgedanken dort an dieser Stelle ein 150 Meter hohes Gebäude zu errichten festgehalten wird und ein anderer Investor ein solches Projekt machen darf.

    • micu April 6, 2022

      > so hoffe ich dass zumindest am Grundgedanken dort an dieser Stelle ein 150 Meter hohes Gebäude zu errichten festgehalten

      .. oder höher. Ich verstehe diese künstliche Begrenzung auf 150m nicht, erst recht nicht die Initiativen von Linken, Frau Lompscher, Lüscher usw., die Türme noch mehr zu stutzen.

      Türme sind doch genau dann ansprechend, wenn sie schlank und hoch sind. Man stelle sich nur mal vor, wie viel besser das Upper West z.B. aussehen würde, wenn es noch 50 m höher wäre und dadurch (noch deutlich) schlanker erscheinen würde.

      🤷

      • Roli April 12, 2022

        Die Idee der Stadtplaner ist es, den Fernsehtum von allen Sichtachsen aus als dominant sichtbar zu erhalten. Ob das dann Sin macht, ist am Ende Ansichtssache.

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