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Umbau der Torstraße in Mitte: Neue Radwege sollen bis 2027 entstehen

Die Torstraße in Berlin-Mitte wird einen Radweg erhalten. Ein Projekt, welches längst überfällig ist. Für die Umsetzung müssen allerdings Autospuren reduziert werden.

Verkehrsknotenpunkt Torstraße: Autos, Straßenbahnen, Fußgänger*innen und Radfahrende müssen sich den knappen Straßenraum teilen. Ein Umbau der Torstraße soll die Situation nun verbessern.

© Grafik: SenUVK

 

Wer die Torstraße in Berlin-Mitte schon einmal als Radfahrer durchquert hat, weiß um die Gefahren, die dort durch den engen und dichten Kfz- und Tram-Verkehr lauern. Radfahrer*innen können weder auf dem Gehweg noch auf der Straße sicher verkehren.

Dies soll sich nun ändern, wie die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt kürzlich mitgeteilt hat. Die Torstraße soll endlich einen separaten Radweg erhalten, wie es bei so vielen Straßen in der Hauptstadt längst umgesetzt oder in Planung ist. Der gesamte Sraßenraum, inklusive der Gehwege, soll neu strukturiert werden.

Erneuerung der Torstraße auf Zwei Kilometern Länge

Der Senatsverwaltung zufolge soll die Erneuerung der Torstraße in einem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt von der Chausseestraße bis zur Karl-Liebknecht-Straße erfolgen. Der Umbau der Strecke wird in zwei Bauabschnitten erfolgen.

Der erste Bauabschnitt ist vom Rosenthaler Platz bis zur Chausseestraße vorgesehen. Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung soll auf diesem etwa 1,5 Kilometer langen Abschnitt rechts und links ein 2,30 Meter breiter, geschützter Radfahrstreifen errichtet werden. Noch ist nicht klar definiert, wie die bauliche Abtrennung des Radwegs zur Straße umgesetzt werden soll.

Reduzierung von Autospuren und Parkplätzen

Für den Autoverkehr ist auf diesem Abschnitt zukünftig nur noch ein Fahrstreifen je Richtung vorgesehen. Zudem wird sich die Parksituation für die Anwohner*innen durch die Baumaßnahmen nicht unbedingt verbessern. So sollen die Parkspuren auf beiden Seiten wegfallen.

Auf der Südseite der Torstraße ist ein zusätzlicher, multimodaler Streifen für Lieferzonen, Bushaltestelle, Stellplätze für Fahrräder und E-Tretroller vorgesehen. Auch die Straßenbegrünung soll im Zuge der Baumaßnahmen aufgewertet werden, etwa durch größere Baumscheiben und bepflanzte Beete.

Fertigstellung des ersten Bauabschnitts bis 2027

Der Zeitplan für die Umgestaltung der hochfrequentierten Straße im Berliner Zentrum sieht zunächst eine Bürgerbeteiligung im Jahr 2022 vor. Die konkrete Detailplanung soll im Laufe des Jahres 2023 fertiggestellt werden

Die Ausschreibung für den Bau soll dann im Jahr 2024 erfolgen, die Fertigstellung des Projekts wird von der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt auf das Jahr 2027 terminiert, was allerdings nur für den ersten Bauabschnitt gilt.

Weitere Radweg-Projekte in Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain

Der zweite Bauabschnitt vom Rosenthaler Platz bis zur Karl-Liebknecht-Straße wird parallel geplant. Konkrete Daten für einen möglichen Baustart gibt es hierzu jedoch noch nicht.

Das Projekt ist eines von vielen Radweg-Projekten, die die Senatsverwaltung derzeit auf den Weg bringt oder bereits gebracht hat. Auch auf dem Boulevard Unter den Linden, an der Petersburger Straße in Friedrichshain oder auf der Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg werden neue Radwege geplant.

Hier findet ihr die schönsten Radtouren in und um Berlin gebunden als Taschenbuch.

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier
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Enger Straßenraum: Rund um die Torstraße in Mitte ist wenig Platz, aber viel Verkehr. Bis 2027 soll ein erster Teil der Straße umgebaut werden.

 

Der Umbau soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Der erste Teil des Projekts soll bis 2027 umgesetzt werden.

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7 Kommentare

  1. Bacinski September 23, 2021

    Ich frag mich gerade ob schon jemanden aufgefallen ist das parallel zur Torstraße , die Linienstraße verläuft !! Eine Fahrradstraße !!!!!!!!!!

  2. Markus Biggel November 8, 2021

    Die Linienstraße parallel eignet sich nicht zum Radfahren. Ist im mittleren Abschnitt extrem eng. Schon ohne Lieferwagen kann man kaum fahren. Gerade tu Stoßzeiten parken aber immer Lieferwagen auf der Straße. Ich fahren schon jetzt immer Torstraße.

    Leider fehlt der Abschnitt zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee in der Planung bisher. Das wird erst der zweite Bauabschnitt. Dort wird aber am heftigsten gerast. Polizei und Bezirk ignorieren das bisher. Nicht einmal kurzfristige Maßnahmen zur Reduktion der Geschwindigkeit kommen. Anfrage wurde vom Senat ignoriert.

    • Gerry März 13, 2022

      Unfug. Ich lebe in der Linienstrasse und da faehrts ich prima Rad. Man muss nicht auf die Torstrasse mit seinem Fahrrad den Verkehr behindern.. Nun hat ich die Stufe zwei des Umbaus scheinbar durchgesetzt. Die Lobbyarbeit von den teuren Lofthauseignern /Wim Wenders z.b./ scheint erfolgreich. Erst durchgängige Tempo 30 Zone und nun noch Büllerbü-Atmosphaere mit Lastenrad. Geht doch in Ehre westdeutschen Dörfer zurück!

  3. katerina November 12, 2021

    bin am staunen dass nicht alle sehen wie wichtig& vor sllem dringend das ist. gestern erst ist wieder ein fahrradfahrer von einem lkw erfasst worden und musste ins krankenhaus, nach dem versuch den übergang zur tramhaltstelle rosa-luxemburg-platz zu passieren, da ist an zwei der 4 straßenübergänge keine ampel, nichtmal ein zebrastreifen – und an tempo 30 hält sich keiner; während die lkw das als schnelle abkürzung durch die stadt nutzen. an wen muss man dich denn da wenden??

  4. Hans-Stefan Hudak März 27, 2022

    Warum muß man immer von einem Extrem in´s Andere fallen?
    Der Autofahrer wird immer mehr zum „Staatsfeind Nr. 1“ stilisiert. Der unmündige Bürger hat nach dem Willen der Politiker gefälligst den ÖPNV oder das Rad zu nutrzen.
    Viele müssen aber pendeln, weil ihr Arbeitsplatz nur mit großen Umständen mit den „Öffis“ und mit dem Rad überhaupt nicht erreichbar ist. Ich arbeite z.B. immer in den Abend- und Nachtstunden, damit der Berliner Kulturbetrieb laufen kann, nach 23.00h ist mein Weg von Mitte nach Marzahn sehr umständlich. Mit dem Auto ca. 40 min, mit den „Öffis“ mindestens 1,5h, egal ob Straßenbahn oder S-Bahn, da nach 23.00h der Zugabstand mindestens 40 min beträgt. Die Parksituation in der Torst. und den umliegenden Straßen ist schon mehr als angespannt, dazu soll man zahlen, bloß, wie soll man sich Gesetzeskonform verhalten, wenn einem die Möglichkeit dazu genommen wird? Große Shows wollen alle sehen, aber die Leute, die das ermöglichen können sehen, wo sie bleiben? Die meisten brauchen da ihr Auto, da sie sich auch keine Wohnung in Berlin leisten können.

  5. Hans-Stefan Hudak März 29, 2022

    Wie hier schon richtig bemerkt wurde, befindet sich die Linienstr., ausgewiesen als Fahrradstraße keine 30m entfernt parallel verlaufend zur Torstraße. Dort war auch schon vorher wenig Kfz-Verkehr, da es sich um eine fast reine Anwohnerstr. handelt. Die Geschäfte befinden sich an der vielbefahrenen Torst.. Wenn man hier nun die Parkmöglichkeiten entfernt um eine, aus meiner Sicht, völlig unnötige Fahrradspur zu installieren, dann werden viele Gewerbetreibende Umsatzeinbußen haben, da die Laufkundschaft wegfällt. In der Torstr. sind nicht nur Lebensmittelhändler, sondern auch Handwerksbetriebe (ohne Hinterhofparkplatz), Versicherungsagenturen und andere Geschäfte, die auf Parkmöglichkeiten angewiesen sind. In der Torstr. findet man auch viel Kneipen, Gaststätten und Eisdielen. Und wer den Bezirk Mitte kennt, weiß, daß die Parkplätze jetzt schon nicht mehr ausreichen. Viele Neubauten haben deswegen schon, für ihre Mieter und Eigentümer, Tiefgaragen.
    Laßt bitte für die Autofahrer noch genug Luft zum Atmen. Am Autofahrer verdient die Politik ja schon gut und reichlich.

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