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Wohnquartier „Neulichterfelde“: Bau könnte im Herbst 2022 beginnen

Im Berliner Südwesten soll in den kommenden Jahren ein großflächiges Wohnungsprojekt mit dem Namen „Neulichterfelde“ umgesetzt werden. Baustart für das Projekt könnte bereits im kommenden Jahr sein.

Grafik: © Christoph Kohl / Groth Gruppe

 

Zwischen Osdorfer Straße, Landweg und den Gleisen der Anhalter Bahn soll Wohnraum für bis zu 6.000 Menschen entstehen. Im Projekt “Neulichterfelde” soll urbanes Leben neu gedacht und organisiert werden. Dazu gehören unter anderem eine klimaneutrale, lokale Energieversorgung und emissionsarme Mobilitätsangebote, die Teil des neu entstehenden Stadtviertels sein sollen.

Die Groth-Gruppe entwickelt das Projekt im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf möchte nach eigenem Bekunden im Herbst 2022 mit dem Bau des Stadtquartiers beginnen. Darüber informierte das Bauunternehmen jetzt die Interessent*innen in ihrem Newsletter.

Modernes Bauen und nachhaltiges Leben sind Ziele des ambitionierten Projekts

Man sei optimistisch und auf den „letzten Metern“ des Bebauungsplanverfahrens, heißt es in dem Schreiben. Die Pläne des Unternehmens für die Entwicklung des Quartiers sind durchaus ambitioniert: Modernes Wohnen soll in “Neulichterfelde” nachhaltiges Leben und Arbeiten sowie ein sozialverträgliches Miteinander gleichzeitig möglich machen.

Geplant sind rund 540 Sozialwohnungen, ca. 1.540 Miet- und Eigentumswohnungen sowie etwa 420 Reihenhäuser. Zudem sollen drei Kitas, eine Grundschule mit Sporthalle und Sportplatz, eine Jugendeinrichtung und ein Stadtplatz mit 20.000 Quadratmetern Büro- und Gewerbeflächen errichtet werden.

DEGEWO baut geförderte Mietwohnungen auf dem Areal

Die geförderten Mietwohnungen werden laut Groth-Gruppe von der Wohnungsbaugesellschaft Degewo gebaut. Durch Sonnenkollektoren und von Solarthermie unterstützte Blockheizkraftwerke sollen für eine klimafreundliche Wärmerversorgung der Wohnungen und Büros sorgen. Zudem soll die Gemeinschaft der neuen Bewohner durch eigene Netzwerke und ein Stadtteilbüro gestärkt werden.

Bereits vor fünf Jahren sollte der Baustart für das Projekt erfolgen. Doch verschiedene Gutachten, komplizierte Naturschutzauflagen und letztlich der überraschende Fund original erhaltener Baracken für Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg haben für Verzögerungen des Bauvorhabens gesorgt.

Die öffentliche Auslegung der Pläne soll im Oktober 2021 erfolgen. Nach Auswertung von Kommentaren, Anregungen und Einwendungen von Interessierten und vor allem von Anwohner*innen folgen anschließend die Rechtsprüfung durch die Senatsverwaltung und der Beschluss der Bezirksverordneten.

Informationspavillon zum Projekt ab Anfang 2022

Im nächsten Jahr soll zunächst ein Informationspavillon auf dem rund 100 Hektar großen Grundstück eingerichtet werden. Dort können sich dann alle Bürger*innen persönlich über die einzelnen Bauabschnitte, den zeitlichen Ablauf des Projekts, Grundrisse und natürlich auch die zu erwartenden Preise informieren.

Das Projekt wird im übrigen auch Auswirkungen auf die infrastrukturelle Versorgung des Areals haben. Die S-Bahnstation Lichterfelde Süd soll einen zweiten, südlichen Zugang erhalten, zudem sollen mehrere Buslinien in das Quartier hinein verlängert werden.

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3 Kommentare

  1. Karl Pitoka September 21, 2021

    Die übliche moderne Schuhkartonarchitektur, was anderes ist in Berlin offensichtlich nicht erlaubt. Für ein Sozialwohnungsghetto vielleicht noch ausreichend, mehr aber auch nicht. Kiez Flair wird hier nie aufkommen.

    • Paul Klein Februar 6, 2022

      Es liegt nicht gänzlich immer an der Architektur, sondern an dem was Menschen daraus machen!! Das ist das große Problem unserer Stadt.. 😉

      • Hans-Stefan Hudak März 27, 2022

        Da gebe ich ihnen vollkommen recht. Nur die meisten Wohnviertel werden steril geplant und gebaut. Es fehlt z.B. „die Kneipe an der Ecke“, wo man mal ein „Frisch Gezapftes“ trinken kann, sondern auch kleine Läden, nicht nur Drogerie und Lebensmittel. Auch „Klamotten- und Schuhläden“ oder auch Geschäfte für Hobbybedarf oder Elektronik findet man immer weniger. Es wird gejammert: „Huch, die kleinen Geschäfte werden weniger, es wird Zuviel über den Onlinehandel gekauft. Die Innenstädte bzw. Bezirke veröden.“ Was soll man sich denn als Spaziergänger auch ansehen, wenn es nichts zu sehen gibt; sterile Fassaden oder geparkte Autos? Ich bin ehrlich, bei dem Ladenangebot ordere ich lieber über das Internet oder fahre nach Polen, da ich das Gewünschte hier nicht bekomme. Was die Stadt braucht, sind Gewerbetreibende, die von ihrem Einkommen auch leben können und nicht ihren Verdienst in horrende Ladenmieten stecken müssen. Es sollten kleine Kneipen, ohne Schicki-Micki, wieder normal werden. Wo man ein Bier trinken kann oder auch mal ein Eis oder am Sonntag Kaffee und Kuchen bekommt.

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