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100 Jahre in bewegten Bildern: Der Potsdamer Platz im Wandel der Zeit

Der Potsdamer Platz gehört zu den Berliner Plätzen, die durch die Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg auf radikalste Weise getroffen, verwüstet und verändert wurden. Und dennoch wieder aufgebaut wurde. Der Wiederaufbau allerdings, der ab Anfang der 90er Jahre Gestalt annahm, ließ qualvolle Jahrzehnte auf sich warten.

Teilung, Mauerbau, Zerstörung, Wiederaufbau

Erst mussten Teilung, Mauerbau, die nahezu sämtliche Zerstörung des städtischen Areals, die Errichtung des Todesstreifens und die unerwartete Wiedervereinigung überwunden werden, bis auf einem der geschäftigsten und verkehrsreichsten Plätze des Vorkriegs-Europa wieder Architektur, Menschen und Bewegung einziehen konnten.

Wir wagen heute eine Zeitreise in bewegten Bildern, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. Dabei haben wir eines immer im Fokus: den Potsdamer Platz wie er war, wie er nicht mehr war und wie er heute wieder ist.

Eine Zeitreise in Bildern

Die radikalen Veränderungen, denen der Potsdamer und der Leipziger Platz sowie das Areal ringsherum in den vergangenen 100 Jahren unterworfen waren, zeigen diese Luftbildaufnahmen eindrücklich:

 

Diese seltenen, bewegten Bilder aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen die Vielfältigkeit des Verkehrs, der sich über den dicht bebauten, bevölkerten Platz schob. Straßenbahnen, Autos, Radfahrer, Fußgänger und Kutschen beherrschten das vermeintliche Chaos und verschmolzen zu einer faszinierenden Symbiose der Fortbewegung.

 

Nach dem verlorenen Krieg und der Besetzung Berlins durch die vier Siegermächte lag der Potsdamer Platz plötzlich zwischen den Fronten, zwischen Ost und West. Der eiserne Vorhang zog sich direkt über das einstige Verkehrs- und Einkaufszentrum in der Mitte der einstigen Reichshauptstadt. Der Mauerbau am 13. August 1961 manifestierte diese Teilung endgültig.

 

Die wohl mit Abstand eindrücklichste Darstellung des verlorenen und unwiederbringlich zerstörten Potsdamer Platzes gelang Regisseur Wim Wenders in seinem preisgekrönten Werk “Der Himmel über Berlin” von 1986.

 

Welche fast dystopische, geradezu unwirkliche Landschaft sich den Einwohnern Berlins bot, als 28 Jahre später die Mauer fiel und Berlin wiedervereinigt werden konnte, zeigen diese Bilder aus dem Jahr 1990. Aus dem Potsdamer Platz war ein gigantisches Niemandsland geworden.

 

Sechs Jahre später zeigte sich bereits ein völlig anderes Bild. Der Wiederaufbau Berlins hatte, vor allem nach dem Hauptstadtbeschluss im Jahre 1991, enorm Fahrt aufgenommen. Die gesamte Berliner Innenstadt glich einer einzigen Baustelle.

Europas größte Baustelle

Der Potsdamer Platz galt damals als größte und komplexeste Baustelle Europas. Aber der Geist der Zeit war eindeutig: Im Berlin Mitte der 90er Jahre standen die Zeichen auf Aufbruch.

Das sollte sich auch in der modernen, kantigen und groß denkenden Architektur des neuen Potsdamer Platzes zeigen, der nach Plänen international renommierter Architekten wie Renzo Piano, Hans Kollhoff oder Arata Isozaki völlig neu, aber im historischen Stadtgrundriss errichtet werden sollte.

 

Gebaut wird noch immer

Bis zur endgültigen Fertigstellung des Potsdamer Platzes sollten über zehn Jahre vergehen. Seit nunmehr knapp 20 Jahren hat der Potsdamer Platz die Gestalt, die wir heute kennen.

Aber noch immer ist das Areal nicht vollständig fertiggestellt. Am benachbarten Leipziger Platz, ebenfalls in seinen historischen Grundrissen wieder errichtet, wird erst in diesem Jahr, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, das letzte Gebäude fertiggestellt.

Wiedergewonnener Berliner Stadtraum

Potsdamer und Leipziger Platz haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Es waren 100 lange Jahre, in denen die Weltgeschichte wie eine Dampfwalze über und durch diese zentrale Stadtlandschaft gerollt ist.

Die neu errichteten, modernen Gebäude, Straßen und Stadtplätze bilden heute ein beliebtes aber auch umstrittenes Arbeits-, Wohn-, Einkaufs- und Unterhaltungsviertel.

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