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„BUND“ legt Widerspruch gegen Gasometer-Projekt in Schöneberg ein

Der Naturschutzverein BUND hat Widerspruch gegen den Ausbau des historischen Gasometers in Berlin-Schöneberg eingereicht. Grund seien Verstöße gegen den Denkmalschutz. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung muss den Vorgang nun prüfen.

Vision: So soll der historische Gasometer auf dem Gelände des EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg nach dem Umbau aussehen.

© Visualisierungen: EUREF AG
Text: Stephanie Engler

 

Das Projekt des Gasometer-Ausbaus auf dem EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg verstoße nach Ansicht des Naturschutzbundes BUND gegen den Denkmalschutz. Der Verein reichte nun Widerspruch gegen das Projekt ein, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nun prüfen muss. 

Auf dem EUREF-Campus in Schöneberg wird der Gasometer zu einem Büroturm ausgebaut. Stimmen für und gegen den Ausbau wurden schon in der Vergangenheit laut. Denn die Baugenehmigung hätte laut BUND wohl nicht erteilt werden dürfen.

BUND sieht Verstöße gegen den Denkmalschutz

Nun reichte der BUND auch die juristische Begründung des Widerspruchs bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein. Diese müsse nun die Vorwürfe der Verstöße gegen den Denkmalschutz prüfen. 

Damit der Bau überhaupt fortschreiten kann, fordert die Umweltorganisation, den Innenausbau auf maximal 57 Meter zu begrenzen. Ansonsten müsse das Vorhaben aus ihrer Sicht gestoppt werden. 

Gebaut wird schon seit mehreren Monaten

Obwohl das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg den Bebauungsplan gerade erst festgesetzt und beschlossen haben, wird am Gasometer schon monatelang gebaut.

Denn Bezirkspolitiker und Bezirksamt hatten im Sommer letzten Jahres bereits die Planungsreife erlassen. So war für die EUREF AG, die das Bauprojekt verantwortet, der Weg für Baugenehmigung und Baustart frei.

Kritik am Projekt gab es von Beginn an

Die Bürgerinitiative „Gasometer retten“ kritisiert, dass sich die EUREF AG über den Denkmalschutz hinwegsetzen würde. Der BUND, der Verein Denk mal an Berlin und die besagte Bürgerinitiative schließen sich der Argumentation an. 

So sagt der Landesgeschäftsführer des BUND, Tilmann Heuser: „Für den Denkmalschutz war die Bebauung bis zu einem Gerüstring tiefer bereits der Kompromiss und nun wurde der Ausbau zugunsten des Investors immer weiter nach oben korrigiert.

Der Denkmalschutz wurde womöglich ignoriert

Das Landesdenkmalamt Berlin kritisierte die geplante Höhe des Ausbaus ebenfalls und auch offiziell im Bebauungsplanverfahren. Daher bemängelt Heuser, dass sich die Politik über die Fachbehörden einfach hinwegsetzen würde. 

Doch nicht nur der Denkmalschutz, sondern „auch Belange der gesunden Arbeits- und Wohnverhältnisse wie Belichtung, Lärmemissionen und Strahlenschutz sowie des Verkehrs“ würden laut BUND beim Bau ignoriert werden.

Senatsverwaltung prüft nun die Widersprüche

Der Landesgeschäftsführer des BUND könne die Erfolgsaussichten des Widerspruchs nicht einschätzen. Jedoch müsse die Senatsverwaltung nun intensiv prüfen, ob und welche Fehler bezüglich des Vorhabens gemacht wurden. 

Der zukünftige Mieter soll eigentlich die Deutsche Bahn AG werden. Geplant ist, dass das Unternehmen schon ab Ende 2023 mit rund 2.000 Mitarbeitenden in den Büroturm einzieht. Ob dieser Zeitplan zu halten ist, ist derzeit erstmal offen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Verstoß gegen den Denkmalschutz? Der Verein BUND hat gegen die bauliche Ergänzung des Gasometers in Schöneberg Widerspruch eingelegt.

Weitere Projekte in Schöneberg findet Ihr hier

 

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3 Kommentare

  1. anonymx Juni 28, 2022

    Mit solchen Aktionen macht sich der BUND wirklich lächerlich. Es gibt sicherlich wichtigeres für den Verein als Belange rund um den Denkmalschutz?? Ich dachte deren Spezialgebiet war die Suche nach Eidechsen?

    Solche Bündnisse sind mE wirklich wichtig aber auch nur dann effektiv wenn diese sich auf seriöse und verhältnismäßige Projekte konzentriert. Mit solch einem Quark schiessen sie sich nur in das gesellschaftliche Abseits.

  2. Zacke Juni 29, 2022

    Überhaupt nicht! Und „Eidechsen“ gab es da auch. Genauer Turmfalken. Es gab einen Livestream mit dem sich EUREF stolz geschmückt hat, aber was zählen schon Denkmalschutz und Umwelt, wenn es um Immobiliengeschacher geht. – Was hat der Bureauturm dann noch mit einem Gasometer als Industriedenkmal zu tun?

  3. Patrick Juni 30, 2022

    Zicke Zacke, au Backe; der Turm möge gedeihen und die Eidechsen erneut freien im neuen Heim.

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