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Mitte: Aus dem „Haus der Statistik“ wird ein neues Stadtquartier

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Rund um den Alexanderplatz, das einstige Zentrum Ost-Berlins, ist in den vergangenen Jahren viel Neues entstanden und viel Altes instandgesetzt und modernisiert worden.

Neben hochtrabenden Hochhausprojekten, die lange auf sich warten ließen, nun aber doch sukzessive umgesetzt werden, wurden auch ausgewählte Gebäude erhalten, die aus der Neuplanung des sozialistisch geprägten Stadtzentrums in den 60er und 70er Jahren hervorgegangen waren, wie etwa das Haus des Lehrers, das heutige „Kaufhof“-Gebäude oder die Kongresshalle „bcc“.

„Haus der Statistik“: Eines der letzten unsanierten Gebäude

Darüber hinaus sind zahlreiche neue, moderne Gebäude entstanden und neue Stadträume geschaffen worden. Der Alexanderplatz des Jahres 2021 präsentiert sich im Vergleich zu seinem Zustand im Jahr des Mauerfalls mittlerweile stark verändert.

Eines der letzten Gebäudeensembles im Umfeld des Alexanderplatzes, welches noch immer quasi unverändert steht, ist das „Haus der Statistik“. Berliner*innen und Touristen haben sich vermutlich schon häufig gefragt, warum die „DDR-Ruine“, als die das Gebäude bereits in zahlreichen Medien bezeichnet wurde, nicht längst abgerissen worden ist.

Entstanden von 1968 bis 1970

Die Stadt Berlin hat aber gänzlich andere Pläne mit dem maroden Gebäudekörper. Entstanden ist das Gebäudeensemble in den Jahren von 1968 bis 1970 als Sitz der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Nach der Wiedervereinigung nutzten verschiedene bundesdeutsche Behörden die Gebäude. Seit 2008 stehen die insgesamt vier Gebäudeteile leer.

Der Bund war bis 2017 Eigentümer des Grundstücks und hatte tatsächlich geplant, die nicht mehr genutzten Gebäude abzureißen und das Grundstück zu verkaufen. Das Land Berlin erwarb aber das Grundstück und strebt nun die Sanierung und Modernisierung der vier in Stahlbetonskelettbauweise errichteten (neun- und elfgeschossigen) Gebäude.

Der Bund wollte die Gebäude ursprünglich abreißen

Der städtebauliche Entwurf für das zukünftige Haus der Statistik sieht ein vielseitig nutzbares Quartier für Menschen aller Altersklassen vor. Das Konzept der Planungsgesellschaft „Teleinternetcafé und Treibhaus“ hatte sich in einem Wettbewerb vor mittlerweile zwei Jahren durchgesetzt.

Zu den 46.000 bereits bestehenden Quadratmetern in den Altbauten an der Alexander- und Otto-Braun-Straße sollen rund 66.000 Quadratmeter Neubau hinzukommen. Rund 250 bis 350 Millionen Euro soll das neue Quartier kosten.

112.000 Quadratmeter Fläche, mindestens 250 Mio. Euro Kosten

Die Entwicklung des Geländes stellen sich „Teleinternetcafé und Treibhaus“ wie folgt vor: Zwischen einem 15-geschossigen und einem zwölfgeschossigen Wohnhaus, sowie einem 64 Meter hohen Büroturm (hier wird das Rathaus Mitte einziehen) sollen sogenannte „Stadtzimmer“ Freiraum bieten.

Bewohner sollen sich hier treffen und erholen können. Möglich soll es auch sein, in den offenen Innenhöfen Arbeit im Freien zu ermöglichen.. Außerdem sind „Experimentierhäuser“ mit offenen Erdgeschossen im Hofinnern geplant. Darüber hinaus soll ein Finanzamt an der Karl-Marx-Allee eingerichtet werden, und auch die Gesundheitsversorgung soll vor Ort gewährleistet werden. Es ist geplant, Flächen für Arztpraxen vorzuhalten.

Mischnutzung geplant: Wohnen, Arbeiten, Gewerbe, Freizeit

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des aktuell laufenden, direkt angrenzenden Umbaus des Hauses der Gesundheit ein durchaus sinnvolles Vorhaben. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) wird insgesamt 300 neue, bezahlbare Wohnungen im neuen Quartier errichten.

Im Quartier selbst soll überhaupt kein PKW-Verkehr stattfinden, das Ensemble wird also komplett autofrei geplant. Ein zentraler Paketshop soll verhindern, dass Lieferfahrzeuge das Quartier durchqueren müssen.

Baubeginn ab 2022, Fertigstellung bis 2028

Die Schadstoffsanierung am Altbau läuft bereits seit einigen Jahren. 2022 werden voraussichtlich die ersten Arbeiten am neuen Stadtquartier beginnen können. Der Baustart des neuen Rathauses ist für 2025 geplant, spätestens 2028 sollen alle 2.000 Mitarbeiter*innen vom bisherigen Standort hinter dem Kino International in die neuen Räumlichkeiten umziehen.

Das Planungsvorhaben gilt als Modellprojekt für die Schaffung innerstädtischer, gemischt nutzbarer Räume, in denen Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur und Gewerbe kombiniert werden – und das autofrei und flexibel nutzbar. Die tatsächliche Entwicklung des Areals gehört zu den spannendsten Projekten, die wir in den kommenden Jahren begleiten werden.

Weitere Bauvorhaben am Alexanderplatz könnt Ihr hier einsehen.
Ein weiteres, gemischt nutzbares Stadtquartier in Mitte wird das „Eiswerk“. Mehr Infos dazu findet Ihr hier.
Weitere Themen im Bezirk Mitte findet Ihr hier.

 

 

Das ehemalige Zentrum Ost-Berlins: Der markante Silhoutte des Alexanderplatzes

Blick von oben: Neue und alte Gebäude werden in wenigen Jahren durch großformatige Wolkenkratzer ergänzt. Zwei davon sind bereits im Bau, weitere sind in Planung.

In die Jahre gekommen: Das bislang vollkommen unsanierte „Haus der Statistik“ unweit des Alexanderplatzes

 

Around Alexanderplatz, the former center of East Berlin, much new has been built in recent years and much old has been repaired and modernized.

In addition to lofty high-rise projects that have been a long time coming but are now being implemented successively, selected buildings have also been preserved that resulted from the replanning of the socialist-influenced city center in the 1960s and 1970s, such as the „Haus des Lehrers,“ today’s „Kaufhof“ building, and the „bcc“ congress hall.

„HAUS DER STATISTIK“: ONE OF THE LAST UNRENOVATED BUILDINGS

In addition, numerous new, modern buildings have been constructed and new urban spaces have been created. The Alexanderplatz of 2021 now presents itself much changed compared to its condition in the year of the fall of the Berlin Wall.

One of the last building ensembles in the vicinity of Alexanderplatz that still stands virtually unchanged is the „House of Statistics“. Berliners and tourists have probably often wondered why the „GDR ruin“, as which the building has already been referred to in numerous media, has not long since been demolished.

BUILT FROM 1968 TO 1970

The city of Berlin, however, had entirely different plans for the dilapidated building. The building ensemble was constructed between 1968 and 1970 as the headquarters of the GDR’s State Central Administration for Statistics. After reunification, various federal German authorities used the buildings. Since 2008, the total of four parts of the building have been empty.

The federal government owned the property until 2017 and had actually planned to demolish the buildings that were no longer in use and sell the property. However, the state of Berlin acquired the property and is now seeking to renovate and modernize the four (nine- and eleven-story) buildings, which are of reinforced concrete skeleton construction.

THE FEDERAL GOVERNMENT ORIGINALLY WANTED TO DEMOLISH THE BUILDINGS

The urban planning design for the future House of Statistics envisions a versatile neighborhood for people of all ages. The concept of the planning company „Teleinternetcafé und Treibhaus“ won a competition two years ago.

Around 66,000 square meters of new buildings are to be added to the 46,000 square meters already available in the old buildings on Alexanderstrasse and Otto-Braun-Strasse. The new quarter is expected to cost around 250 to 350 million euros.

112,000 SQUARE METERS OF SPACE, AT LEAST 250 MIO. EURO COSTS

Teleinternetcafé and Treibhaus“ envision the development of the site as follows: Between a 15-story and a 12-story residential building, as well as a 64-meter office tower (the city hall Mitte will move in here), so-called „city rooms“ are to provide open space.

Residents will be able to meet and relax here. It will also be possible to work outdoors in the open courtyards. In addition, „experimental houses“ with open first floors in the courtyard interior are planned. In addition, a tax office is to be established on Karl-Marx-Allee, and health care is also to be provided on site. It is planned to provide space for medical practices.

MIXED USE PLANNED: RESIDENTIAL, WORK, COMMERCIAL, RECREATION

This is an entirely sensible plan, especially in light of the currently ongoing, directly adjacent reconstruction of the Haus der Gesundheit. Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) will build a total of 300 new, affordable apartments in the new quarter.

There is to be no car traffic at all in the quarter itself, so the ensemble is planned to be completely car-free. A central parcel store will prevent delivery vehicles from having to cross the neighborhood.

CONSTRUCTION TO START IN 2022, COMPLETION BY 2028

Pollutant cleanup on the old building has been underway for several years. In 2022, it is expected that the first work on the new city quarter will be able to begin. Construction of the new city hall is scheduled to start in 2025, and all 2,000 employees are to move from the current location behind the Kino International to the new premises by 2028 at the latest.

The planning project is regarded as a model project for the creation of inner-city, mixed-use spaces that combine living, working, leisure, culture and commerce – and that are car-free and flexible in use. The actual development of the site is one of the most exciting projects we will be involved in over the coming years.

YOU CAN VIEW FURTHER CONSTRUCTION PROJECTS AT ALEXANDERPLATZ HERE.
ANOTHER MIXED-USE URBAN QUARTER IN MITTE WILL BE THE „EISWERK“. YOU CAN FIND MORE INFORMATION HERE.
FURTHER TOPICS IN THE DISTRICT OF MITTE CAN BE FOUND HERE.

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