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Neue Station in Moabit: Der S-Bahnhof Perleberger Brücke kommt

Nördlich des Hauptbahnhofs liegt eines der größten Baufelder Berlins und verändert sich täglich: die „Europacity“. Umso erstaunlicher ist es, dass ein zusätzlicher S-Bahnhof am zukünftig verkehrsreichen Punkt Perleberger Brücke, zwischen Moabit und dem Wedding, nicht umgesetzt wurde. Dies wird nun aber nachgeholt.

Neue S-Bahnstation an der Perleberger Brücke? Die Planungen des Berliner Senats sind bereits sehr konkret.

 

Das Projekt „Europacity“ umfasst ein Entwicklungsgebiet von rund 61 Hektar. Auf der zu entwickelnden Fläche sollen zukünftig rund 3.000 Wohnungen und Büroflächen für rund 16.000 Menschen entstehen. Nach einem 2009 verabschiedeten Masterplan entsteht hier also ein gemischtes Quartier, welches neben Wohn- und Bürogebäuden auch Flächen für Einzelhandel und Kunst sowie öffentliche Stadtplätze beheimaten wird.

Viele der geplanten Gebäude sind bereits fertiggestellt, Arbeits- und Wohnflächen werden bereits genutzt. Anderes ist noch im Bau oder steht, wie das Hochhausprojekt „Upbeat Berlin“ ganz im Norden des Quartiers, kurz vor dem Baustart.

Während dieses Hochhausprojekt in einigen Jahren den nördlichen Hochpunkt des zukünftigen Quartiers bilden soll, wird dies im Süden, direkt angrenzend an den Hauptbahnhof, der bereits im Bau befindliche „KPMG Tower“ sein.

Über die Anbindung des Quartiers an den ÖPNV wurde viele Jahre diskutiert

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder die Anbindung des neuen Quartiers an den öffentlichen Schienen-Nahverkehr diskutiert. Genau hier hat das Projekt nämlich noch den Mangel, dass eine engmaschige Anbindung an Berlins S- oder U-Bahnnetz derzeit nicht gegeben ist.

Im Süden des Quartiers liegt natürlich der Hauptbahnhof, der vielfältige Verkehrsanbindungen bietet. Zudem eröffnet Ende 2022 die neue Station der S-Bahnlinie S21, ebenfalls in der Nähe des Hauptbahnhofs. Am nördlichen Rand des Quartiers jedoch, an der Grenze zwischen Moabit und Wedding, fehlt eine äquivalente Bahnstation, obwohl hier in den vergangenen Jahren neue Gleise für die Anbindung des Hauptbahnhofs an die nördliche Ringbahn entstanden sind.

Senat bestätigt: Der Bau des Bahnhofs Perleberger Brücke kommt bis 2026

Aus einem Tunnel heraus zerschneidet die neu entstandene Bahntrasse die Tegeler Straße, steigt dann an und überquert den Schifffahrtskanal und und die Perleberger Straße auf einer kurvigen Brücke, bevor es wieder hinunter in den Tunnel neben dem Hauptbahnhof geht.

Wer die umfassenden Bautätigkeit in diesem Gebiet in den vergangenen Jahren mitverfolgt hat, musste sich zwangsweise fragen, warum im Bereich Fennstraße/Perleberger Straße nicht auch ein S‑Bahnhof geplant wurde. Zahlreiche neue Büroflächen entstehen hier, zudem ist die Einwohnerzahl im östlichen Moabit in den vergangenen Jahren um rund 6.000 Menschen angestiegen. Darüber hinaus befinden sich die Bürogebäude der Bayer AG in diesem Areal.

Den Bedarf hat nun offenbar auch der Berliner Senat erkannt. Dieser hat kürzlich öffentlich erklärt, dass an der Perleberger Brücke ein S-Bahnhof gebaut wird, der nach aktuellem Planungsstand schon 2026 eröffnen soll. Der neue Bahnhof soll nachträglich an der bestehenden Strecke errichtet werden.

ein nachträglicher Bau des Bahnhofs wurde bereits baulich vorbereitet

Derzeit werden die Planungen für den Bau fertiggestellt. Anschließend wird eine Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Senat und der Deutschen Bahn für das Jahr 2024 angestrebt. Für den Bau des Bahnhofs sollen auch Fördermittel des Bundes in Anspruch genommen werden. Noch sind die Details der Finanzierung aber nicht vollends geklärt.

Der Senat rechnet mit täglich 27.000 Fahrgästen an diesem neuen Bahnhof, der von den Verkehrsplanern glücklicherweise bereits während des laufenden Bauprojekts mitgedacht worden ist. Denn die neue S‑Bahnbrücke verfügt bereits über die baulichen Voraussetzungen für den neuen S‑Bahnhof, was eine kürzere Dauer des Projekts ermöglichen wird. An die Brücke sollen Außenbahnsteige und Zugangstreppen angebaut werden.

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Das Straßennetz durch die neu entstehende „Europacity“ ist optimal angelegt. Nur mit der Anbindung des Viertels an den Schienen-ÖPNV hapert es derzeit noch.

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1 Kommentar

  1. Peter K. Februar 6, 2022

    Man fragt sich nur, weshalb niemand der ExpertenInnrn der Verkehrsverwaltung auf die Idee gekommen ist, das Gebiet mit einem Abzweig der Straßenbahn am Hauptbahnhof zu erschließen. Platz und Zeit wäre schließlich genug da gewesen.

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