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Pilotprojekt der GEWOBAG: Berlins Wohngebiete sollen grüner werden

Die GEWOBAG will zusammen mit der Stiftung Naturschutz Berlin Maßnahmen ausprobieren, um die Flächen ihrer Wohnanlagen grüner zu gestalten. Aus diesem Grund werden seit April 2021 sämtliche Wohnanlagen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft unter die Lupe genommen, mit dem Ziel, diese grüner und umweltfreundlicher zu gestalten.

GEWOBAG und die Stiftung Naturschutz Berlin nehmen in der Charlottenburger Paul-Hertz-Siedlung ein Pilotprojekt zur verbesserten und nachhaltigen Pflege der Grünflächen in Wohnanlagen in Angriff. (beispielhafte Abbildung)

 

Über nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte haben wir in der Vergangenheit bereits öfter berichtet. Da wäre zum Beispiel das Projekt des Lindner Planungsbüros zu nennen, welches an der Mierendorff-Insel in Charlottenburg Bauminseln installieren möchte.

Neben so innovativen Projekten gibt es aber auch ganz alltagstaugliche Initiativen, wie etwa das regelmäßige Wässern der Berliner Stadtbäume oder nachhaltige Mehrwegbecher wie der „BÖcher“ aus dem Bötzowkiez im Prenzlauer Berg.

GEWOBAG: Nachhaltiges Pilotprojekt zur Pflege von Grünanlagen

Auch bei den Berliner Wohnungsbaugesellschaften ist das Thema Nachhaltigkeit längst angekommen. Bereits seit April 2021 läuft beispielsweise bei der GEWOBAG in Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz Berlin ein Pilotprojekt, bei dem es darum geht, die im Bestand der GEWOBAG befindlichen Wohnanlagen grüner und umweltfreundlicher zu gestalten.

Die Pflege von Berlins Wohnanlagen soll effektiver und gleichzeitig kostengünstiger werden. Mit dem Pilotprojekt „Städtisch Grün“ will das kommunale Wohnungsunternehmen Maßnahmen testen, um die eigenen Bestandsflächen grüner zu gestalten und die Artenvielfalt auf den Freiflächen zu erhalten.

Extrem trockener Sommer 2018 war Ausgangspunkt für das Projekt

Spätestens nach dem extrem trockenen Sommer 2018 war klar, dass wir uns mit den Außenanlagen deutlich intensiver beschäftigen müssen„, äußert sich Peter Burgfried, Bereichsleiter Bestandsmanagement der GEWOBAG, zum Projekt. Dabei sei die zentrale Frage gewesen, wie man die Anlagen so gestalten könne, dass sie auch dauerhaft klimaneutral und nachhaltig funktionieren.

Das Vorhaben fokussiert sich in einer zunächst auf drei Jahre angelegten Pilotphase auf die Außenanlagen der Paul-Hertz-Siedlung in Charlottenburg-Nord. Hier sollen die bestehenden Grünflächen nachhaltig weiterentwickelt und ökologisch aufgewertet werden. Die für das Pilotprojekt ausgewählten Wiesenflächen werden entsprechend gekennzeichnet.

Ziel: Funktionierende Grünflächen für Mensch, Tier und Stadtklima

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist der langfristige Erhalt sämtlicher Funktionen der wohnungsnahen Grünanlagen für Mensch, Tier und Stadtklima. Bei der Entwicklung von ökologischen und biodiversitätsfördernden Maßnahmen wird die GEWOBAG dabei wie bereits oben erwähnt von der beteiligten Stiftung Naturschutz Berlin beraten.

Mit Hilfe der Fachexpertise der landeseigenen Naturschutzstiftung sollen gemeinsam optimierte Pflegekonzepte erarbeitet werden, um die biologische Vielfalt in den Quartieren zu fördern und sogar noch auszubauen. Auch interessierte Mieterinnen und Mieter können sich aktiv in das Projekt einbringen.

Drei zentrale Maßnahmen wurden  bislang erarbeitet

Im Rahmen der bisherigen Projektarbeit wurden drei zentrale Maßnahmen entwickelt. Eine davon ist eine Anpassung der  Pflegemaßnahmen. Konkret sollen dabei die Rasenflächen deutlich weniger gemäht werden als bislang. Das Ziel sei es, dadurch Wildwiesen mit blühenden Pflanzen und Kräutern zu schaffen, die Nahrung und einen Lebensraum für Bienen, Falter und Vögel bieten.

Weiter soll erforscht werden, welche Wildpflanzen gegen Kaninchen resistent sind. Gerade in der Paul-Hertz-Siedlung sei gut zu beobachten, wie die Rasenflächen regelmäßig von wilden Kaninchen abgefressen werden. Um dies herauszufinden, wurden auf unterschiedlichen Rasenflächen Wildkräuter ausgesät.

Natürlicher Schutz der Grünflächen gegen Trockenheit wird getestet

Als dritte Maßnahme sollen Schichtholzhecken in den Wohnanlagen angelegt werden, um das Herbstlaub in den Gehölzflächen zu halten und damit den Boden zu beleben und zu schützen. Zudem sollen Insekten, Käfer und Igel hier Unterschlupf und Nahrung finden.

Durch diese Anpassungen könnten auch Gehölz- und Wiesenflächen langfristig an den Klimawandel angepasst werden, um weniger wässern zu müssen und um insgesamt schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen.

Die Erkenntnisse des Pilotprojekts der im Norden Charlottenburgs liegenden Paul-Hertz-Siedlung sollen die Grundlage für einen Handlungsleitfaden zur nachhaltigen Pflege solcher Grünflächen bilden. Neben rund 74.000 Wohnungen zählen auch zwei Millionen Quadratmeter Grünflächen sowie rund 25.000 Bäume zum Bestand der GEWOBAG.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

 

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