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Alexanderplatz: Hines-Hochhaus soll nun doch 150 Meter hoch werden

Der Streit um die Höhe des vom amerikanischen US-Unternehmen Hines geplanten Hochhauses am Alexanderplatz zieht sich bereits seit mehreren Jahren hin. Nun hat der Berliner Senat signalisiert, dass die vom Unternehmen gewünschte Höhe von 150 Metern doch realisiert werden kann.

Direkt am Sockelbau, in dem heute unter anderem der Elektronik-Markt „Saturn“ untergebracht ist, soll das 150 Meter hohe Gebäude des Unternehmens Hines entstehen.

© Visualisierung: Hines
Text: Björn Leffler

 

Während zwei Hochhausprojekte am Alexanderplatz nach Plan verlaufen – der Bau des Signa-Hochhauses am Kaufhof und der Covivio-Tower direkt neben dem Hotel ParkInn – und der Weiterbau des Alexander Capital Tower noch immer fraglich ist, ist beim vierten Hochhausprojekt am Platz offenbar ein Fortschritt in den Verhandlungen zwischen dem Berliner Senat und dem US-Immobilienunternehmen Hines erreicht worden.

Eigentlich schien das Projekt, um das es jahrelange Diskussionen aufgrund des schwierigen Baugrunds gegeben hatte, Anfang 2021 endlich auf die Zielgerade einzubiegen. Die BVG fürchtete durch den Bau Schäden am Tunnel der Linie U5, da das geplante Hochhaus genau über dem Tunnel errichtet werden sollte.

Bereits 2014 hatte es einen Gestaltungswettbewerb gegeben

Aber hier wurde zwischen BVG und Investor ein mühsam erkämpfter Kompromiss gefunden. Das amerikanische Immobilienunternehmen sichert den Verkehrsbetrieben zu, den Tunnel in einem aufwändigen Verfahren für eine Summe von 30 Millionen Euro abzusichern und zu sanieren. Die Kosten dafür sollen zu 100% beim Investor liegen.

Nun sollte das Projekt also endlich starten, immerhin hatte es bereits im Jahr 2014 einen entsprechenden Gestaltungswettbewerb für das Hochhaus gegeben. Allerdings gab es dann überraschend im Sommer 2021 erneut Gegenwind für das Vorhaben vom Berliner Senat, genauer gesagt vom Berliner Baukollegium unter Führung von Regula Lüscher.

Regula Lüscher wollte die Gebäudehöhe auf 130 Meter reduzieren

Lüscher hielt die geplanten 150 Meter Bauhöhe für zu hoch und bat Hines, die Höhe des Towers auf 130 Meter zu begrenzen, wie es auch beim Signa– und beim Covivio-Haus vorgenommen wurde. Bei den zwei genannten Projekten konnten sich Bauherren und das Land Berlin auf eine leicht reduzierte Höhe der Gebäude einigen.

Hines jedoch pochte auf die ursprüngliche Gebäudehöhe. Christoph Reschke, Geschäftsführer von Hines Deutschland, äußerte sich im Juli 2021 sich zu den Forderungen wie folgt: „Wir planen den Bau eines 150 Meter hohen GebäudesDas entspricht dem Ergebnis des internationalen Architektenwettbewerbs von 2014, an dem Verwaltung und Politik maßgeblich beteiligt waren.“

Die aktuelle Berliner Bauverwaltung unterstützt die Höhe von 150 Metern

Diese Sicht der Dinge teilt nun offensichtlich auch wieder die Berliner Bauverwaltung, die auf den bis heute gültigen Masterplan von Hans Kollhoff aus den 1990er Jahren verweist, der zuletzt 2016 angepasst worden war. Dort ist eine Gebäudehöhe von 150 Metern festgeschrieben.

Woher kommt nun der erneute Sinneswandel? Bausenator Andreas Geisel hatte bereits in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem RBB betont, dass Berlin zukünftig generell „höher und dichter“ bauen müsse, um den Mangel an Baugrund auszugleichen.

Geisel betont, Berlin müsse „höher und dichter“ bauen

Diese Prämisse scheint nun auch für das Hines-Projekt zu gelten. Die von Geisel geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie auch die neue Senatsbaudirektorin, Petra Kahlfeldt, scheinen das Hochhausprojekt anders zu bewerten als Vorgängerin Regula Lüscher.

Derzeit laufen nach Auskunft der Bauverwaltung noch Gespräche mit dem Investor, bei denen es neben der zukünftigen Gebäudehöhe auch um die geplante Nutzung des Hochhauses gehen soll. Hines möchte dem Vernehmen nach einen höheren Anteil von Büroflächen anstelle von Wohnungen realisieren.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

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Quellen: RBB, Berliner Morgenpost, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN

 

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