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Am Ostbahnhof entsteht ein Haus für Familie und Bildung in Holzbauweise

In Berlin-Friedrichshain, nördlich des Ostbahnhofs, soll ein Familien- und Bildungszentrum entstehen. Der zweigeschossige Bau soll in Holzbauweise entstehen und als Kieztreff mit einem breiten Erziehungs- und Beratungsangebot fungieren. 

Familienhaus in Holzbauweise: Im Wettbewerb setzte sich das Büro Wulf Architekten aus Stuttgart gegen 15 weitere Mitbewerber durch.

© wulf architekten, Visualisierungen Aron Lorincz Ateliers

 

Das Areal rund um den Berliner Ostbahnhof in Friedrichshain hat in den vergangenen Jahren einen signifikanten Wandel erlebt. Zahlreiche Neubauprojekte wurden realisiert, wie etwa der Umbau des einstigen Galeria Kaufhofs in ein Bürogebäude. Weitere Projekte wie das “Wriezener Karree” oder ein Gewerbecampus auf dem historischen Postbahnhof-Areal werden folgen.

Bislang sind dabei vorrangig Büroflächen und hochpreisige Wohnhäuser entstanden oder in Planung. Für die gesellschaftliche und kulturelle Infrastruktur des wenig begrünten Kiezes nördlich des Ostbahnhofs, dessen Bild von Hochhäusern und breiten Straßen geprägt ist, wurde dabei wenig getan.

Ein neues Familienzentrum im Kiez soll entstehen

Dies soll sich nun ändern. Nördlich der Müncheberger Straße, direkt hinter dem einstigen Kaufhof-Gebäude, soll ein integriertes Haus für Familie und Bildung in Form eines ökologischen Modellprojekts entstehen.

Der Neubau soll das bereits bestehende Familienzentrum Einhorn und eine Erziehungs- und Familienberatungs­stelle beherbergen. Angebote der Volkshochschule sollen den neuen Infrastrukturstandort zusätzlich stärken und zur Vernetzung im Quartier beitragen. Auch multifunktional nutzbare Räume sind seitens des Bezirks geplant.

Familienzentrum sitzt bislang in einem provisorischen Containerbau

Das Familienzentrum ist derzeit in einem privaten Mietobjekt untergebracht. Der Erziehungs- und Familienberatungsstelle steht aktuell lediglich ein für den Abriss vorgesehener Containerbau zur Verfügung. Beide Einrichtungen sollen im Neubau eine neue Heimat erhalten.

Es ist das erste Projekt, das die im Dezember gewählte Stadträtin für Jugend, Familie und Gesundheit, Regine Sommer-Wetter (Die Linke), in ihrem neuen Amt bekannt geben kann. Das Haus für Familie und Bildung soll neues Leben und neue Begegnungs- sowie Beratungsmöglichkeiten für die Menschen im Kiez liefern.

Baustart ab 2023, Fertigstellung bis 2025

Mit dem Bau soll im kommenden Jahr begonnen werden, bis 2025 soll das Gebäude fertiggestellt werden. Bei einem vorausgegangenen Wettbewerb hatte die Jury zwischen den Arbeiten von 16 Bewerbern das Büro Wulf Architekten aus Stuttgart zum Sieger gekürt. Verantwortet wurde das Projekt von den Mitarbeiter*innen der in Kreuzberg angesiedelten Berliner Filiale des Büros.

Das zweigeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von 857 Quadratmetern wird insgesamt 30 Räume beherbergen. Hier sollen unter anderem Flächen für Seminare, Yoga-Angebote, für Volkshochschule sowie Erziehungs- und Familienberatung bereit stehen. Auch ein Familiencafé ist geplant.

Das Gebäude entsteht in Holzbauweise und wird begrünt

Das Gebäude wird in Holzbauweise entstehen. Der Auftrag an die Architekturbüros, die im Wettbewerb beteiligt waren, war es, ein offenes und identitätsstiftendes Haus für alle zu gestalten. Wulf Architekten konzipierten ihren Bau als “ruhigen Gegenpol zu den Großbauten der Umgebung”, wie sie es selbst nennen.

Der umlaufende Balkon und die Begrünung der gesamten Gebäudehülle sollen das Haus mit seiner Umgebung verbinden. Eine zusätzliche Gartenanlage mit Spielflächen und Obstgarten sollen Freiflächen zur Erholung bieten.

4,7 Millionen Euro kostet das Projekt

Bislang ist das bezirkseigene Areal, auf dem das Gebäude entsteht, geprägt von Wildwuchs, Büschen und Bäumen. Direkt angrenzend befindet sich das Gelände einer Kita.

Das Bauvorhaben wird aus Mitteln des Landes und des Bundes finanziert. 4,7 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Die Förderung von Planung und baulicher Umsetzung kommt aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung in Berlin.

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