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Alternative zum konventionellen Bauen? Holzbauprojekte in Berlin

Bei immer mehr Bauprojekten spielt der Baustoff Holz eine wichtiger werdende Rolle. Die Zahl der Bauvorhaben, die in Berlin in Holzbauweise entstehen, hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Sie bieten eine Alternative zum konventionellen Bauen. Wir geben eine Übersicht der spannendsten Projekte.

© Visualisierung: UTB Projektmanagement GmbH

 

Das Thema Nachhaltigkeit ist längst auch beim Bauen ein zentrales Element im Planungsprozess geworden. Besonders auffällig ist dabei, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Projekte mit einem Baustoff realisiert werden, der längst von der Bildfläche verschwunden war: Holz.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um kleinere oder temporäre Bauwerke, wie beispielsweise das Hochhausprojekt des Unternehmens UTB zeigt, welches in Kreuzberg ein 98 Meter hohes Wohngebäude errichten will.

Das UTB-Projekt ist sicherlich das Leuchtturm-Projekt, wenn man sich ansieht, welche Holzbauprojekte in Berlin geplant oder umgesetzt werden. Es gibt aber noch weitere Bauprojekte, mit teilweise sehr unterschiedlichen Ansätzen.

Wir zeigen eine Auswahl von Holzbauprojekten, über die wir auf ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN bereits berichtet haben: 

Familien- und Bildungszentrum am Ostbahnhof

Nördlich der Müncheberger Straße, direkt hinter dem einstigen Kaufhof-Gebäude, soll ein integriertes Haus für Familie und Bildung in Form eines ökologischen Modellprojekts entstehen.

Der Neubau soll das bereits bestehende Familienzentrum Einhorn und eine Erziehungs- und Familienberatungs­stelle beherbergen. Angebote der Volkshochschule sollen den neuen Infrastrukturstandort zusätzlich stärken und zur Vernetzung im Quartier beitragen. Auch multifunktional nutzbare Räume sind seitens des Bezirks geplant.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Vattenfalls neue Deutschland-Zentrale am Südkreuz

Die neue Deutschland-Zentrale am Berliner Bahnhof Südkreuz, die im südlichen Bezirk Tempelhof-Schöneberg errichtet wird, ist schon jetzt eines der bemerkenswertesten Bauprojekte der Hauptstadt. Entwickelt wird das Projekt vom Unternehmen EDGE Technologies, die in Berlin bereits das Projekt „EDGE Grand Central“ am Hauptbahnhof fertiggestellt haben.

Für den Bau, der derzeit direkt neben dem Bahnhof Südkreuz entsteht, wird zwei Drittel weniger Beton verbraucht als bei konventioneller Bauweise. Dies beschleunigt nach Aussage des Projektentwicklers auch die Montage der einzelnen Bauteile. 1.200 echte Kiefern-Stämme wurden in Stützen, Deckenbalken, Fenstern und Wandelementen verbaut. Das Projekt ist als modulare Holz-Hybrid-Konstruktion konzipiert und soll als offenes Ökosystem mit naturbasierten Architekturelementen funktionieren.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

UTB baut 98 Meter hohes Holzgebäude in Kreuzberg

Bereits im Mai 2020 berichteten wir über den Plan des Unternehmens UTB Projekgmanagement GmbH, in unmittelbarer Nähe zum Anhalter Bahnhof ein innovatives Hochhausprojekt umzusetzen. Aus den ursprünglich geplanten 100 Metern Höhe für das zukünftige Wohngebäude sind letztlich genau 98 Meter geworden. Das Gebäude soll in Holzbauweise entstehen. Es wird Deutschlands bislang höchstes Hochhaus in Holzbauweise.

Das Unternehmen UTB steht nach eigener Auskunft für nachhaltige Stadtentwicklung. Mit verschiedenen Projektträgern schafft das Projektentwicklungsunternehmen Quartiere mit unterschiedlichen Wohnungstypologien. Hohe Energieeffizienz, umweltschonende Baumaterialien sowie eine bunte Mischung der Bewohner sollen die Projekte des Unternehmens ausmachen. Eine “bunte Mischung” der Menschen, die im Wohnturm am Anhalter Bahnhof zukünftig leben sollen, ist auch der Kern des Wohnturm-Projektes. Das Projekt trägt den Namen “WOHO”.

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„MOKIB“ in Neukölln: Kita-Neubau in Holzbauweise

Am Buckower Damm in Neukölln wurde im September 2021 Richtfest für ein weiteres Holzbauprojekt gefeiert, welches von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung initiiert worden ist. Es ist in Berlin nicht das einzige Projekt dieser Art. Nachdem Anfang Juli 2021 das Richtfest für einen Kita-Neubau in Berlin-Lankwitz gefeiert wurde, konnte auch in Neukölln auf die Fertigstellung des Rohbaus angestoßen werden.

Insgesamt neun Modulare Kitabauten aus Holz, Kurzform „MOKIB“, sollen „im Eiltempo“ entstehen. Die in Neukölln am Buckower Damm im Bau befindliche Kindertagesstätte soll bereits Anfang 2022 an den Betreiber übergeben werden. Die Finanzierung des Projekts erfolgt aus Mitteln des Landes Berlin aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt, kurz „SIWA“.

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Bundestags-Büros in Holzbauweise im Regierungsviertel

Aufgrund des hohen Bedarfs an zusätzlichen Bundestagsbüros sollten auf Gelände „Luisenblock West“ im Regierungsviertel neue Büros in kurzer Zeit errichtet werden. Nach einem architektonischen Konzept des Büros Sauerbruch & Hutton wurden die Büros errichtet und kürzlich fertiggestellt.

Die Büros sind in modularer Holzbauweise entstanden, um ein schnelles und zudem klimaverträgliches Baukonzept anwenden zu können. Die nun entstandenen Bürobauten sind nicht „für die Ewigkeit“ konzipiert, sondern für eine maximale Nutzungsdauer von rund 15 Jahren. 400 Büros werden auf dem Grundstück an der geschwungenen Margarte-Steffin-Straße entstehen. Warum die Büros in Modulbauweise entstehen, liegt auf der Hand. Die Vorteile liegen in einem hohen Vorfertigungsgrad und daraus resultierenden, kürzeren Projektlaufzeiten. So können kurzfristige Bedarfslagen, wie im vorliegenden Fall, optimaler bedient werden.

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Wohnhäuser in Holzbauweise in der Lynarstraße im Wedding

In der Lynarstraße im Stadtteil Wedding ist bereits Ende 2018 ein innovatives Wohnprojekt fertiggestellt worden, welches wegweisend für Wohnungsbauprojekte in Holzbauweise war. Eines der damals größten Holzhäuser Deutschlands ist hier entstanden, direkt an den Gleisen der Ringbahn. Trotz der unmittelbaren Nähe zur S-Bahn ist im Wohnhaus selbst vom intensiven Ringbahnverkehr fast nichts zu hören.

Dafür ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr umso besser. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der U- und S-Bahnhof Wedding, der einen S-Bahn- und U-Bahn-Anschluss bietet. Das in Berlin ansässige Architektur- und Ingenieurbüro Schäferwennigerprojekt GbmH hat den Bau konzipiert und umgesetzt. Die Gesellschaft wurde vom Bauherren, der Wohnungsbaugenossenschaft Am Ostseeplatz e.G., mit dem Bau beauftragt.

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Wiederaufbau des historischen Karstadt am Hermannplatz

Auch bei einem der am meisten diskutierten Bauprojekte der Hauptstadt wird nach aktuellem Planungsstand das Thema Holzbau eine Rolle spielen. Das Immobilienunternehmen Signa hatte ursprünglich geplant, das heute bestehende Gebäude abzutragen und in Betonbauweise in seinen ursprünglichen Ausmaßen von 1929 wieder zu errichten. Nachdem jedoch vermehrt Kritik daran aufkam, das bestehende Gebäude komplett abzureißen, wurde in Absprache mit Architekt David Chipperfield, der das architektonische Konzept für den Wiederaufbau lieferte, eine energiesparende Alternative gewählt. Diese sieht vor, den Bestandsbau zu entkernen, sein Stahlbetonskelett zu sanieren und den Bau dann zu erweitern. Denn Probebohrungen haben ergeben, dass der Beton selbst nach 100 Jahren noch tragfähig und stabil ist.

Als Material für die geplante Aufstockung des Gebäudes auf Vorkriegshöhe um drei Stockwerke und die zwei markanten Türme soll der Baustoff Holz verwendet werden. Im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise sollen sich die Kohlendioxidemissionen dadurch um 70 Prozent und der Baustellenverkehr um 60 Prozent reduzieren lassen. Die Holzkonstruktion soll jedoch von außen nicht sichtbar sein.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

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