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Prenzlauer Berg: Baufortschritt auf dem Gelände des „Bötzow Campus“

Auf dem Gelände der ehemaligen, historischen Bötzow-Brauerei in Prenzlauer Berg finden umfangreiche Bauarbeiten statt. Die Errichtung des Medizin- und Gewerbestandorts „Bötzow Campus“ schreitet voran, auch wenn das Bauprojekt aufgrund der geltenden Denkmalschutz-Bestimmungen nicht einfach ist.

Kunst am Bau? Auf dem Gelände der ehemaligen Bötzow-Brauerei werden bereits Fassadenteile zukünftig geplanter Gebäude ausgestellt.

 

Anfang Februar berichteten wir über die geplante Reaktivierung der Patzenhofer Brauerei am nördlichen Rande Friedrichshains, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Prenzlauer Berg. Gastronomie, Kultur und Büroflächen sollen auf dem historischen, denkmalgeschützten Brauereigelände entstehen.

Das berühmteste Brauereigelände im Stadtteil Prenzlauer Berg ist natürlich die Kulturbrauerei, die in den vergangenen Monaten mehrfach in den Medien auftauchte, da der Eigentümer des Areals, das Unternehmen TLG Immobilien, angeblich mit einem Verkauf der Kulturbrauerei liebäugelt. Der Bezirk hat vor kurzem einen „Rettungsplan“ vorabschiedet, welcher den Kulturbetrieb auf dem populären Gelände sichern soll.

Berlins ehemals größte Privatbrauerei

Auf einem anderen, ehemaligen Brauereigelände wird derzeit intensiv an der Errichtung eines neuen Campus gearbeitet, allerdings ohne größeres, öffentliches Aufsehen. An der Prenzlauer Allee, in direkter Nachbarschaft zur Backfabrik, entsteht derzeit der Bötzow Campus – auf dem Gelände der ehemaligen Bötzow Brauerei.

Auch die Backfabrik soll in den kommenden Jahren baulich erweitert werden. Während sich das Projekt jedoch erst im Planungsstatus befindet, kreisen nebenan auf dem Bötzow-Gelände längst die Baukräne. Die historische Brauerei Julius Bötzow war für viele Jahre die größte Privatbrauerei Berlins. Sie bestand von 1864 bis 1945. Im Biergarten der Brauerei fanden damals bis zu 6.000 Gäste Platz.

Seit 1990 wechselte das Gelände mehrfach den Eigentümer

Wenngleich auch einige Teile des Areals nach dem Kriegsende 1945 als Brauerei, Lagerhallen für die VVB Fischwirtschaft sowie als Spirituosen- und Tabaklager genutzt wurden, blieb das Gelände des Biergartens lange Zeit überwiegend Brachfläche. 1952 wurde mit dem Bau eines Kindergartens begonnen, viel mehr passierte auf dem Areal jedoch nicht. Die erhaltenen, historischen Bauten wurden Ende der 1970er Jahre dann unter Denkmalschutz gestellt.

Nach 1990 wechselte das Gelände mehrfach den Eigentümer, auch die Nutzungsideen variierten im Laufe der Jahre, ohne aber dass tatsächlich ein Projekt realisiert wurde. Ende 2010 erwarb der Unternehmer Hans Georg Näder das insgesamt 24.000 Quadratmeter große Brauereigelände.

David Chipperfield entwarf den Masterplan für das Gelände

Im Mai 2014 stellte Näder dann den „Masterplan 2019“ für das Areal vor, den der englische Architekt David Chipperfield entworfen hatte. Die Pläne Chipperfields orientieren sich an der früheren Struktur und Gestaltung des Brauereigeländes, große Freiflächen sollen demnach erhalten bleiben.

Entstehen soll auf dem Gelände ein Medizin-Campus, der vorwiegend vom Prothesenhersteller Ottobock genutzt werden soll. Neben Büro- und Therapieflächen sowie hochmodernen Produktionsbereichen soll es auf dem zukünftigen Campus viele öffentliche Bereiche wie Cafés, Restaurants und frei zugängliche Stadtplätze geben.

Ein Medizin- und Gewerbestandort soll entstehen

Zudem werden auf dem Areal Wohnungen entstehen. Einige der geplanten Gebäude wurden bereits realisiert und werden schon genutzt, unter anderem von der Ottobock-Gruppe selbst, aber auch von anderen Mietparteien.

Das Gelände wird derzeit Stück für Stück reurbanisiert, baulich ergänzt und modernisiert, unter Berücksichtigung der Denkmalschutz-Auflagen. Diese machen das Projekt durchaus komplex. An mehreren Stellen des raumgreifenden Areals werden neue  Strukturen geschaffen und mit bestehenden Gebäuden in Beziehung gesetzt und verbunden.

Das Projekt gehört derzeit zu den größten Bauprojekten im Stadtteil Prenzlauer Berg. Eigentümer des Areals ist die Bötzow Berlin GmbH & Co. KG. Das Unternehmen Ottobock ist mit seinem ‘Ottobock Future Lab’ einer der Hauptmieter auf dem Gelände, treibt aber selbst nicht den Ausbau des Areals voran. Dieser wird von der Bötzow Berlin GmbH & Co. KG verantwortet.

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So soll das Gelände der ehemaligen Bötzow-Brauerei nach Abschluss der Bauarbeiten einmal aussehen.

© Grafik: DCA/Laborgh

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