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Stadtbad Charlottenburg: Neue Wohnungen über dem Schwimmbad?

Die Neue Halle des Stadtbads Charlottenburg muss dringend saniert werden. Da die Finanzierungsmittel knapp sind, soll nun ein Projekt umgesetzt werden, für das es bereits ein Vorbild in Friedrichshain gibt: Die Modernisierung der Schwimmhalle samt Wohnungsbau darüber.

Die „Alte Halle“ des Stadtbad Charlottenburgs, Berlins ältestes Hallenbad. Diese bleibt weiterhin offen. Die „Neue Halle“ ist aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs geschlossen und muss modernisiert werden.

 

Die Neue Halle des Stadtbads Charlottenburg gehört zu den Sorgenkindern der Berliner Bäderbetriebe und ist derzeit geschlossen. Das 1974 eröffnete Hallenbad in der Krummen Straße musste schon einmal vor zwei Jahren geschlossen werden. Der Grund waren marode Teile an der Abhangdecke, die in einer Notfall-Reparatur entfernt wurden.

Im vergangenen Jahr wurden jedoch so schwere Schäden an der Dachkonstruktion entdeckt, dass eine kurzfristige Wiedereröffnung des Bades nicht zu erwarten ist. Laut einem Gutachten sind unter anderem Teile der Dachkonstruktion korrodiert und drohen herabzustürzen.

Hallenbad muss dauerhaft geschlossen bleiben

Die Schäden lassen sich nicht ohne weiteres beheben. Der bauliche Zustand des Gebäudes ist insgesamt so schlecht, dass nur eine Komplettsanierung in Frage kommt. Vorgesehen ist dabei, nicht nur die Neue Halle vollumfänglich instand zu setzen.

Gleichzeitig sollen das historische Stadtbad mit der Alten Halle und die Neue Halle baulich verbunden und zu einer betrieblichen Einheit werden. Dazu soll ein gemeinsamer Eingang gebaut werden, der dann auch barrierefrei ausgestattet ist. Bisher sind die beiden Bäder nur über Stufen zu erreichen.

Das historische Stadtbad bleibt weiterhin geöffnet

Das historische Stadtbad – heute „Alte Halle“ genannt – wurde bereits im Juli 1898 eröffnet und gilt heute als Berlins ältestes Hallenbad. Dieses ist von der Schließung der Neuen Halle immerhin nicht betroffen und wird weiter vom Schul- und Vereinssport genutzt. Alte und Neue Halle liegen direkt nebeneinander.

Dennoch sind die Schwimmkapazitäten im Bezirk begrenzt, der Bedarf für eine neue, moderne Schwimmhalle ist groß. Das Problem ist nur: Für die Sanierung der Neuen Halle fehlt dem Bezirk aktuell das Geld. Nun hat die SPD-Fraktion des Bezirks eine Idee auf den Plan gebracht, die in Berlin nicht ganz neu ist.

Vorbild Friedrichshain: Neue Schwimmhalle mit darüber liegenden Wohnungen

So sollen über der neuen Schwimmhalle Wohnungen entstehen. Ein vergleichbares Projekt wird derzeit an der Holzmarktstraße in Friedrichshain umgesetzt. Auch hier wird eine marode Schwimmhalle aus den 1970er Jahren – Baujahr 1976 – durch einen Neubau ersetzt, da die Sanierung des Gebäudes nicht im Verhältnis zu den erwarteten Kosten steht.

Auf der Grundfläche der ehemaligen Halle soll in Friedrichshain im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Berliner Bäderbetriebe sowie des landeseigenen Unternehmens Berlinovo ein Gebäude mit einer gemischten Nutzung entstehen, welches mehrere Bedürfnisse bedienen soll.

Der geplante Neubau soll neben einer neuen, modernen und deutlich größeren Schwimmhalle zusätzlich Studentenappartements, Büros und Gewerbeflächen beinhalten. Statt eines 25 Meter-Beckens, wie es in der alten Halle zur Verfügung stand, soll es in der neuen Halle zwei Becken geben. Durch eine räumliche Trennung soll diese schnell für unterschiedliche Nutzergruppen nutzbar gemacht werden.

Eine Umsetzung der Idee wird von den Bäderbetrieben derzeit geprüft

So oder so ähnlich könnte auch in Charlottenburg der Umbau des Stadtbads aussehen. Die Bezirksstadträtin für Sport und Liegenschaften, Heike Schmitt-Schmelz (SPD), hat das Vorhaben bereits von den Berliner Bäderbetrieben prüfen lassen. Das Ergebnis ist jedoch bislang noch nicht bekannt.

Als nächstes soll das Projekt dann in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Charlottenburg-Wilmersdorf diskutiert werden. In einem weiteren Schritt soll geschaut werden, ob man mit landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zusammenarbeitet, wie es auch beim Modellprojekt in Friedrichshain der Fall ist.

Da die Berliner Bäderbetriebe von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag ausgehen, den die Sanierung der Neuen Halle kosten würde, versuchen die Bezirkspolitiker nun, das Projekt insgesamt weiter zu denken und mit einem weiteren, drängenden Thema – fehlendem Wohnraum – zu verbinden. Ein guter Ansatz, der mit Sicherheit genau geprüft werden sollte.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Vorbild Friedrichshain? So wie hier beim Schwimmhallenprojekt an der Holzmarktstraße könnte auch der Umbau des Stadtbades Charlottenburg an der Krummen Straße erfolgen.

Weitere Projekte in Charlottenburg findet Ihr hier

 

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