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Serie – Berlins Luftschlösser, Teil 2: Der Neubau der Gedächtniskirche

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in ihrer heutigen Form gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Berlin. Eigentlich sollte das im Krieg beschädigte Kirchenbauwerk in den 1950er Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dass es nicht dazu kam, ist auch einem Proteststurm der damaligen Berliner Bevölkerung zu verdanken.

Die neu erbaute Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1900. / © Foto: Wikimedia Commons

Text: Björn Leffler
© Fotos: Wikimedia Commons

 

Es hatte sich etwas zusammengebraut im März 1957, zumindest im Westteil Berlins. Die Medien der noch immer von den Folgen des Weltkriegs schwer gezeichneten Frontstadt titelten wütende Schlagzeilen: Mit „Gartenzwerg Berlins“ oder „Betonklotz“ bezeichneten sie den Entwurf des Architekten Egon Eiermann zum Wiederaufbau der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz.

Was war nur passiert? Der Wiederaufbau sollte nach Plänen des 1904 in Neuendorf (bei Potsdam) geborenen Architekten einen kompletten Abriss der noch stehenden Ruine des Hauptturms und einen sachlich-funktionalen Neubau an gleicher Stelle bedeuten.

Egon Eiermanns Entwurf schockierte die West-Berliner Öffentlichkeit

Eiermann war als Sieger eines 1956 ausgelobten Architekturwettbewerbs zur Neugestaltung des Platzes hervorgegangen. Dabei war nicht von vornherein klar, dass die Gedächtniskirche überhaupt an diesem Platz bestehen bleiben würde.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche war von 1891 bis 1895 nach Plänen des Architekten Franz Schwechten errichtet worden, der in Berlin auch den Anhalter Bahnhof konzipiert hatte. Im Zuge der Projektplanung war auf Anregung Kaiser Wilhelms II. eine Gedenkstätte zu Ehren Wilhelms I. ins Spiel gebracht worden, die später auch realisiert wurde. Daher stammt auch der bis heute gültige Name der Kirche.

Eröffnung 1895: monumentaler Bau im neoromanischen Stil

Das Gebäude, im Stil der Neoromanik errichtet, wirkte mit seinen fünf Türmen beeindruckend monumental. Der Hauptturm war mit 113 Metern der…

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