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Verkehrswende auf zwei Rädern: 10 Fahrradprojekte in Berlin

Die Zahl der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer steigt in Berlin seit vielen Jahren an. Auch wenn es an vielen Stellen der Hauptstadt noch großen Verbesserungsbedarf gibt, wird die Infrastruktur sukzessive fahrradfreundlicher gestaltet. Wir haben eine Auswahl spannender Fahrradprojekte zusammengestellt.

 

Ob Fahrradstraße, Fahrradparkhaus, geschützter Radweg oder Bürgerbegehren: Die Zahl der Fahrradprojekte in Berlin ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Ziel der alten und neuen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linken ist es, das Fahrrad zu einem elementaren Bestandteil der angestrebten Verkehrswende zu machen.

Und das soll nicht nur in ausgewählten Innenstadtkiezen geschehen, sondern in allen Bezirken Berlins und auch im Brandenburger Speckgürtel. Wir haben zehn ausgewählte Projekte für Euch zusammengestellt.

 

2,5 Kilometer: In Neukölln entsteht Berlins längste Fahrradstraße

Vom beliebten Reuterkiez im Norden Neuköllns bis zum S-Bahnhof Sonnenallee sollen Radfahrende zukünftig auf einer eigenen Fahrradstraße fahren können, befreit vom Autoverkehr.

Realisiert wird das Projekt in der Weserstraße, die parallel zur viel befahrenen Sonnenallee verläuft. Das Projekt soll in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Bis 2024 soll die gesamte Straße umgewandelt werden.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Charlottenburg: Bau des Fahrradwegs „Opernroute Nord“

Angekündigt wurde das Projekt bereits im letzten Jahr, nun steht der Zeitplan für den Baustart fest: Die Radweg-Verbindung „Opernroute Nord“, die in Nord-südlicher Richtung durch den Berliner Stadtteil Charlottenburg verlaufen wird, soll ab dem zweiten Quartal 2022 errichtet werden.

Das landeseigene Unternehmen Infravelo verantwortet das Projekt. Gemeinsam mit dem Straßen- und Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf wurde das Projekt seit mehreren Jahren geplant und soll nun umgesetzt werden.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Umsetzung der Farrad-Schnellwege: Langer Atem ist gefragt

100 Kilometer Radschnellwege soll es in Berlin einmal geben, so die Pläne der rot-rot-grünen Regierung, die diese gemeinsam mit dem landeseigenen Unternehmen infraVelo GmbH umzusetzen gedenkt.

Dieses Vorhaben ist Teil des Mobilitätsgesetzes, welches die Berliner Regierung während ihrer vierjährigen Amtszeit auf den Weg gebracht hat. Das Ziel des Vorhabens „Radschnellwege“ ist ambitioniert. Weite Strecken innerhalb Berlins sollen zukünftig zügig gefahren werden können, also weitgehend ohne Zwischenstopps. Diese Radschnellverbindungen sollen damit eine attraktive Alternative zum Auto bilden, da man auf diesen Strecken sicher und zügig auch längere Strecken zurücklegen kann. So jedenfalls der Plan.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Senat plant die Errichtung von bis zu 13 Fahrrad-Parkhäusern

Der vor über vier Jahren verhandelte Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Berliner Landesregierung hatte offenbart, dass der Bau von Fahrradparkhäusern bereits damals ein fester Bestandteil der städtebaulichen Planungen für Berlin war.

Umgesetzt wurden diese Pläne bislang allerdings nicht. An mehreren Standorten jedoch, wie dem Bahnhof Zehlendorf oder dem Bahnhof Mahlsdorf, gibt es konkrete Pläne. Auch am Ostkreuz soll ein solches Parkhaus entstehen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Grünstreifen und breite Radwege: Die Karl-Marx-Allee nach dem Umbau

Zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz wurde die Karl-Marx-Allee denkmalgerecht saniert und baulich verändert. Vor allem um den neu entstandenen Grünstreifen hatte es viele Diskussionen gegeben.

Profitiert haben aber in erster Linie die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, die nun auf bis zu vier Meter breiten Radwegen fahren können. 13 Millionen Euro kostete die Modernisierung dieses Teilabschnitts der Karl-Marx-Allee zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Berlin will Fahrradnetz in den kommenden Jahren stark ausbauen

Ziel der Verkehrsverwaltung ist es, dass zukünftig noch mehr Menschen als heute schon ihre Wege mit dem Fahrrad in der Stadt zurücklegen können und sich dabei sicher fühlen können.

Bis zum Jahr 2030 soll der Radverkehr durch den jetzt beschlossenen Plan auf einen Anteil von 23 Prozent aller zurückgelegten Wege im Stadtgebiet steigen. Bei der letzten Erhebung vor drei Jahren lag der Anteil der per Fahrrad zurückgelegten Wege bei 18 Prozent. Hier ist also definitiv noch Luft nach oben.

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Initiative „Berlin autofrei“: Projekt mit internationaler Strahlkraft?

Es ist schon jetzt ein Vorhaben, welches die Stadtbevölkerung Berlins in mehrere Lager spaltet. Die Initiative „Volksbegehren Berlin autofrei“ hatte Anfang August 2021 über 50.000 Unterschriften an die Landeswahlleitung Berlin übergeben, und zwar deutlich früher als erforderlich. Die notwendigen 20.000 Unterschriften wurden deutlich übertroffen.

Die Initiative „Volksbegehren Berlin autofrei“ hofft auf eine Umwidmung des öffentlichen Straßenraums auf einer rekordverdächtigen Fläche von rund 88 Quadratkilometern. Ziel der Initiative ist es, innerhalb des S-Bahnrings deutlich weniger Autoverkehr zu produzieren.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Umbau der Torstraße in Mitte: Neue Radwege sollen bis 2027 entstehen

Wer die Torstraße in Berlin-Mitte schon einmal als Radfahrer durchquert hat, weiß um die Gefahren, die dort durch den engen und dichten Kfz- und Tram-Verkehr lauern. Radfahrer*innen können weder auf dem Gehweg noch auf der Straße sicher verkehren.

Dies soll sich nun ändern, wie die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt kürzlich mitgeteilt hat. Die Torstraße soll endlich einen separaten Radweg erhalten, wie es bei so vielen Straßen in der Hauptstadt längst umgesetzt oder in Planung ist. Der gesamte Sraßenraum, inklusive der Gehwege, soll neu strukturiert werden.

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Seit Herbst 2021: Neustrukturierung des Straßenraums Unter den Linden

Die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt hat auf einer Pressekonferenz im September 2021 die Pläne für eine umfassende Neugestaltung des Boulevards Unter den Linden öffentlich gemacht. Dabei geht es um zwei inhaltlich getrennte Projektabschnitte. Im ersten Abschnitt wird es kurzfristig eine Neuverteilung des Straßenraums geben. Die Bauarbeiten hierfür haben bereits im Herbst 2021 begonnen. Der Straßenbelag wird hierfür saniert und die Spurenverteilung anschließend neu vorgenommen.

Im Zentrum des zweiten Projektabschnitts steht dann eine umfassende Neugestaltung des Boulevards, dessen Gestalt noch vollkommen offen ist und bei dem Bürgerinnen und Bürger – wie schon beim Rathausforum-Wettbewerb – ihre Vorstellungen einbringen können und sollen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Die Fahrradstraße boomt: Viele Berliner Bezirke setzen Projekte um

Wie wir in den vergangenen Wochen berichteten, werden vor allem in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow – mit dem Schwerpunkt Prenzlauer Berg, aber auch außerhalb des S-Bahnrings – seit mehreren Jahren verstärkt Fahrradstraßen geschaffen.

Ein Trend, der in beiden Bezirken weiter anhält. Allein in Pankow sollen in den kommenden Jahren mehr als 20 neue Fahrradstraßen hinzukommen. Damit steht der Bezirk im berlin-weiten Vergleich längst nicht mehr allein da.

Nachdem der Bezirk Neukölln die bereits oben erwähnte Umwandlung der über zwei Kilometer langen Weserstraße in eine Fahrradstraße vermeldete, werden auch Projekte in weiteren Bezirken bekannt. So plant der Bezirk Mitte die Schaffung von zwölf neuen Fahrradstraßen im Innenstadtbereich.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

 

Weitere Themenartikel haben wir hier für Euch zusammengefasst:

Utopien oder realistische Visionen? 10 innovative Bauvorhaben in Berlin
Köpfe der Stadtentwicklung: 10 Gespräche über die Zukunft Berlins
Gestalten und Bauen im Stadtpark: 10 Grünflächenprojekte in Berlin
Alternative zum konventionellen Bauen? 10 Holzbauprojekte in Berlin

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